Phelps will nach Rücktritt reisen und tauchen

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Nach dem ersten Finale der olympischen Schwimmbewerbe in London hatte es noch nicht nach einer Dominanz von Michael Phelps ausgesehen, hatte er doch über 400 m Lagen nur Rang vier belegt.

Im Endeffekt hat der 27-Jährige aber auch seinem letzten Karriere-Meeting den Stempel aufgedrückt. Mit vier Goldmedaillen sammelte Phelps im Aquatics Centre zumindest doppelt so viele Titel wie jeder andere männliche Schwimmer, da hielt sonst nur seine Landsfrau Missy Franklin mit.

Kein Rücktritt vom Rücktritt

Spekulationen über einen Rücktritt vom Rücktritt erteilte Phelps am späten Samstagabend eine Absage.

"Ich habe mir vorgenommen, mit 30 Jahren nicht mehr zu schwimmen. Ich bin jetzt auch ziemlich entspannt. Ich dachte, dass es mich härter treffen würde. Vielleicht erwischt es mich ja noch in den nächsten paar Tagen", sagte der letztendlich 18-fache Olympiasieger.

"Bob (Anm.: Coach Bob Bowman) und ich haben alles erreicht. Es gibt daher keinen Grund, weiterzumachen."

Der mit 22 Olympiamedaillen auch in dieser Kategorie erfolgreichste Olympionike hat vor allem die letzte Zeit der Vorbereitung sowie seine vierten Spiele an sich in vollen Zügen genossen. "Die Erinnerungen aus den vergangenen paar Wochen werde ich nie vergessen."

Tränen beim Trainer

Passend zum Ende der Schwimm-Titelkämpfe erhielt Phelps noch am Beckenrand nach seiner letzten Siegerehrung einen Pokal für sein sportliches Lebenswerk. "Der größte Olympionike aller Zeiten", steht darauf.

Bowman konnte seine Tränen beim Abschied nicht mehr halten und beneidete dabei seinen Schützling um dessen Schwimmbrillen. "Er hat gesagt, dass es unfair sei, da ich meine Tränen dahinter verbergen kann", erklärte Phelps schmunzelnd.

"Ich möchte Bob danken, denn er hat über all die Jahre einiges mit mir mitgemacht." Könnte Phelps seine Laufbahn noch einmal durchlaufen, würde er nichts anders machen.

Phelps will reisen

Er wie Bowman müssen sich nun nach neuen Betätigungsfeldern umsehen, womit der 27-fache Weltmeister selbst aber kein Problem haben wird. "Es ist Zeit, sich weiterzubewegen. Es gibt andere Dinge, die ich in meinem Leben gerne machen würde."

Ein Herzenswunsch des fünffachen FINA-Weltschwimmers sei, viel zu reisen. "Das ist, das ich immer wollte. Ich war an so vielen Orten in der Welt, aber ich hatte nie Zeit, sie zu erkunden." Pools und Hotels kennt Phelps zur Genüge

Europa und Australien seien seine favorisierten Destinationen. "Ich möchte auch meine sportlichen Fähigkeiten abseits des Schwimmens steigern. Und ich möchte gerne in Südafrika 'Cage Diving' ausprobieren", verriet Phelps.

Nachfolger Le Clos?

"Das ist etwas, worüber ich mit Chad (Anm.: Le Clos) gesprochen habe." Phelps' erster Bezwinger über 200 m Delfin bei einem Großereignis seit Olympia 2000 ist ihm zum Freund geworden. Phelps traut dem 20-Jährigen zu, in seine Fußstapfen zu treten.

Auf Le Clos hält Phelps auch viel, da er ihn mit gleichen Mitteln besiegt hat. Das war in der Ära der Ganzkörperanzüge bei anderen seiner seltenen Niederlagen nicht immer gegeben. "So sollte der Sport sein", meinte Phelps. "Es soll nicht der Schwimmanzug entscheiden."

Letztlich hat Phelps aber auch am Ende seiner Karriere bewiesen, dass ihm bei gleichen Bedingungen kaum beizukommen ist. Künftig kann er aus der Ferne beobachten, wer sein Nachfolger als Seriensieger wird.

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