Gelingt Phelps in London das Triple?

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Michael Phelps hat sich nun auch diesen Rekord gekrallt. Nach Olympiasiegen war er schon vor vier Jahren in Peking zum allergrößten geworden, nun kann ihm auch nach der Medaillenanzahl keiner mehr das Wasser reichen.

Zwar hat er in London keinen seiner bisherigen beiden zu verteidigenden Einzel-Titel wieder geholt, doch in der ewigen Bilanz thront der US-Schwimmstar mit nun 19 mal Edelmetall, davon 15 mal Gold, vielleicht für immer ganz oben. An seine Marken wird jedenfalls zumindest einige Zeit keiner mehr herankommen.

Niederlagen haben Seltenheitswert

Die unvergleichliche Karriere von Phelps nahm im Jahr 2000 Fahrt auf. Nicht einmal eineinhalb Monate nach seinem 15. Geburtstag holte er sich am 12. August 2000 bei den US-Trials in Indianapolis einen Platz im US-Olympiateam für Sydney über 200 m Delfin, belegte beim Großereignis in Australien Rang fünf.

Es war nur eine von zwei Niederlagen in olympischen Einzelrennen bis zu den laufenden London-Spielen. Dazwischen lag in dieser Kategorie noch Rang drei 2004 über 200 m Kraul.

Niederlagen hatten in der Karriere des berühmtesten Sohnes von Baltimore aber absoluten Seltenheitswert. Nach den Sydney-Spielen machte er sich auf, die Schwimmwelt zu beeindrucken und zu dominieren.

27-WM-Titel

Schon bei der Fukuoka-WM 2001 - dem Startschuss zum "österreichischen Schwimmwunder" mit Silber für Maxim Podoprigora und Markus Rogan - schnappte sich Phelps den Titel über 200 m Delfin. Diese Strecke sollte seine Hauptdistanz werden.

Vier erfolgreiche Titeljagden ließ er da folgen, von 2003 in Barcelona, 2007 in Melbourne, 2009 in Rom bis 2011 in Shanghai. 2005 in Montreal war er in diesem Bewerb nicht angetreten.

Phelps brachte es auf insgesamt 27 WM-Titel. 26 holte er auf der olympischen Langbahn, die Kurzbahn interessierte ihn nie wirklich.

Nur bei der Heim-WM 2004 in Indianapolis war er auf der 25-m-Bahn dabei, sicherte sich Gold über 200 m Kraul. Danach zog er sich verletzt von den Titelkämpfen zurück.

Rekordjagd beginnt in Athen

Noch mehr Reputation als seine WM-Erfolge brachten dem fünffachen Weltschwimmer des Weltverbandes (FINA) aber natürlich seine Olympia-Erfolge.

2004 in Athen bestätigte er seinen Superstar-Status eindrucksvoll, indem er über 100 und 200 m Delfin, 200 und 400 m Lagen sowie in der langen Kraul- und Lagen-Staffel reüssierte.

Dazu kam Bronze über 4 x 100 m Kraul und eben 200 m Kraul - hinter dem Australier Ian Thorpe und dem Niederländer Pieter van den Hoogenband.

Gelingt das Triple?

2008 in Peking schaffte Phelps Historisches, indem er den aus München 1972 datierten Rekord seines Landsmanns Mark Spitz mit sieben Gold auslöschte.

Seine sechs Triumphe von Athen wiederholte der Ausnahmesportler, zudem wandelte er die beiden Bronzemedaillen in Gold um. Dadurch ergaben sich für ihn nun in London vier Möglichkeiten, als erster männlicher Athlet der Schwimm-Geschichte auf einer Strecke dreimal in Folge zu siegen. Zwei Chancen dazu hat er noch.

Olympia-Goldmedaille Nummer 15 gewann Phelps am (heutigen) Dienstag über 4 x 200 m Kraul.

Seine beiden im Aquatics Centre herausgeholten zweiten Plätze sind die bisher einzigen beiden Silbermedaillen seiner Olympia-Karriere.

Nach diesen Spielen will Phelps seine Karriere beenden. Drei olympische Rennen hat er also noch vor sich.

Sein Konto kann er noch über 200 m Lagen, 100 m Delfin und 4 x 100 m Lagen aufstocken, ehe es der größte Olympionike diesen Samstag sein lassen wird.

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