Perterers Olympia-Debüt: So schmerzhaft, so wichtig

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Es hat nicht viel gefehlt, dann hätte Lisa Perterer den irren Zielsprint von Nicola Spirig und Lisa Norden erste Reihe fußfrei erlebt.

Aber die junge Kärntnerin hatte den Zielbereich knapp vorher passiert, um auf ihre vierte und letzte Runde zu gehen.

Am Ende fehlten Perterer, die sich erst am letzten Drücker für das Olympia-Rennen im Hyde Park qualifiziert hatte, 9:24 Minuten auf Spirig.

Auf der Olympischen Distanz über 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen eine kleine Welt.

Nur vier Frauen waren langsamer als Perterer, die das Rennen auf Rang 48 beendete.

Pech mit der Startnummer

Begonnen hatten die Probleme bereits beim Schwimmen. Wie befürchtet war die zugeloste Startnummer 2 nicht optimal.

„Ich hatte außer Lucy Hall nur schlechtere Schwimmerinnen um mich. Alle wollten sich bei ihr anhängen, dadurch ist es zur Schlägerei gekommen.“

Hiebe und Tritte brachten die 20-Jährige aus dem Rhythmus und von der Ideallinie, nämlich im Wasserschatten der Britin Hall, ab.

Die stieg nach 18:17 Minuten als Erste aus dem Serpentine Lake, Perterer brauchte exakt zwei Minuten länger.

Aufgeben keine Option

Während vorne die Post abging, musste die Kärntnerin am Ende des Feldes versuchen am Rad die Lücke zu den Vorderfrauen zu schließen.

Aber schnell machte sich das lädierte Knie bemerkbar, dass ihr einen Strich durch die finale Vorbereitung gemacht hatte, wie sie bei LAOLA1 berichtet.

„Ich habe die Verletzung ziemlich gespürt, aber ich wollte es unbedingt durchziehen.“

Dennoch merkte sie die fehlenden Trainingskilometer. „Ich habe versucht das wegzustecken, aber ich konnte am Rad nur Ausdauer trainieren und nicht auf Druck fahren.“

"Teilweise sehr gefährlich"

Kleiner Trost: Perterer blieb im Gegensatz zu zahlreichen Konkurrentinnen auf der nassen Strecke von einem Sturz verschont.

„Teilweise war es sehr gefährlich. In der ersten Runde hat niemand gewusst, wie die Kurven wirklich gehen, da hat es mich auch ein paar Mal gezaubert.“

Dass es vorne mehrfach krachte, überrascht Perterer nicht. „Es wird um jeden Zentimeter gekämpft – und im Rennen schaltet man oft den Kopf aus.“

Verdrängen und vergessen

Bei ihr spielte an diesem kühlen Samstagvormittag der Kopf eine wichtige Rolle.

Auch beim Laufen, ihrer stärksten Disziplin, musste sie den Schmerz verdrängen und vergessen – und das in aussichtsloser Position.

„Es war wichtig, dass ich mich durchgebissen habe, das war eine wichtige Erfahrung für meinen Weg nach Rio 2016.“

Geholfen beim Finishen haben auch die tausenden Fans entlang der Strecke, viele davon aus Österreich. „Die Stimmung war genial! Und ich hätte nicht gedacht, dass an jeder Ecke Österreicher stehen. Das hat mich zusätzlich gepusht.“

"Spirig ist eine Maschine"

In vier Jahren möchte sie sich dann selbst so pushen, dass es für einen Platz ganz vorne reicht.

Die neue Olympiasiegerin Nicole Spirig soll dabei als Vorbild dienen.

„Es ist sicher einzigartig, was sie im letzten Jahr geleistet hat. Aber sie hat auch gezeigt, was mit harter Arbeit möglich ist – und sie ist im Training eine Maschine!“

 

Stephan Schwabl

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