Scherhaufer wahrt die Finalchancen mit Platz 18

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Der Start war vielversprechend. Trap-Schütze Andreas Scherhaufer rechnet sich nach dem ersten Tag seines Wettkampfes bei den Olympischen Spielen in London noch kleine Finalchancen aus.

Der 42-jährige Wiener traf am Sonntag 72 von 75 möglichen Scheiben. Damit lag Scherhaufer zwar nur auf dem 18. Zwischenrang. "Es ist aber noch fast alles möglich", versicherte Österreichs erster Trap-Schütze bei Olympia seit 1984.

Scheibe statt Taube

In seiner ersten Olympia-Serie räumte Scherhaufer gleich alle 25 Scheiben ab. Das gelang lediglich sieben Athleten. Danach folgten eine 24er- und eine 23er-Serie.

"Ich bin sehr gut hineingekommen. Ein Schnitt von 24 ist eine gute Leistung", erklärte Scherhaufer, seine Schrotflinte geschultert. Ohne einen Doppelfehler im dritten Durchgang wäre er sogar im absoluten Spitzenfeld gelandet.

"Es war zweimal fast die gleiche Scheibe", erläuterte Scherhaufer. "Taube" hätte er gerne gesagt, Tierbezeichnungen sind auf öffentlichen Druck aber aus dem offiziellen Sprachgebrauch der Schützen gestrichen worden. Daher sind Tontauben mittlerweile auch Wurfscheiben.

Leichter zu treffen sind sie deswegen aber nicht. Vor allem die wechselnden Bedingungen - Licht, Schatten, leichter Wind und Regen - machten auch Topathleten zu schaffen.

Von Gegnern abhängig

Ein Treffer fehlt Scherhaufer auf Rang sieben, deren zwei sind es auf Rang zwei. "Das Feld ist sehr eng beisammen, auch das Finale ist noch drinnen."

Dafür dürfte er am Montag aber einen perfekten Score von 50 erzielen und seinen österreichischen Rekord von 122 Scheiben einstellen müssen. Beides war dem Wiener, der im Zivilberuf einen Handel für Sportwaffen und Munition betreibt, schon im Vorjahr bei der EM in Belgrad gelungen.

"Ich habe es nicht mehr alleine in der Hand", gestand Scherhaufer. "Manchmal ist es aber sogar leichter, ein bisschen zurück in den zweiten Tag zu gehen. Dadurch ist der Druck nicht so groß." Gerade bei Olympischen Spielen.

Die mediale Aufmerksamkeit sind Trap-Schützen ebenso wenig gewohnt wie die vielen Zuschauer, die jeden Treffer begeistert beklatschen. "Den Wirbel haben wir sonst nicht", erklärte Scherhaufer. "Aber es ist schön, einmal erleben zu dürfen, was für einen anderen Sportler natürlich ist."

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