Farnik fehlt ein Ring, Scherhaufer auf Rang 17

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Nach 120 Schuss hat ein einziger Ring seine Chance auf das Finale verhindert. Routinier Thomas Farnik verpasste sein Ziel bei den Olympischen Spielen in London knapp.

Der 45-jährige Wiener belegte am Montag zum Abschluss in seiner Spezialdisziplin Kleinkaliber-Dreistellungsmatch mit 1.167 Ringen Platz zwölf.

"Wusste nicht, dass ich so gut dabei bin"

1.168 Ringe hätten für das Stechen um den Finaleinzug gereicht. Trap-Schütze Andreas Scherhaufer schoss bei seinem Olympia-Debüt als 17. etwas klarer an der Entscheidung vorbei.

Farnik dagegen durfte nach seinem Wettkampf noch einige Minuten zittern. Beim letzten Schuss hatte der Altmeister kniend einen Neuner geschossen - mit einem Zehner wäre er zumindest im Stechen gewesen.

"Im Nachhinein ist das ärgerlich. Ich habe gar nicht gewusst, dass ich so gut dabei bin", erklärte Farnik. 394 Ringen liegend ließ er 382 stehend und 391 kniend folgen. Ein einziger schlechter Schuss landete stehend im Achter-Ring.

Medaille wäre drin gewesen

"Ich habe gut geschossen. Wenn ich den Wind besser eingeschätzt hätte, wäre mehr möglich gewesen", meinte Farnik. Selbst eine Medaille.

"Ich hätte um den zweiten Platz mitschießen können", versicherte der ÖOC-Routinier zum Abschluss seiner sechsten Spiele. "Es hätte relativ leicht für das Finale reichen können. Das ist ein Zeichen, dass ich gut drauf war." Auf die Plätze zwei und drei fehlten ihm fünf bzw. vier Punkte.

Lediglich Olympiasieger Niccolo Campriani war bereits im Vorkampf außer Reichweite. Der Italiener holte sich nach Silber mit dem Luftgewehr mit olympischem Rekord von 1.278,5 Ringen Gold.

Scherhaufer fehlten drei Wurfscheiben

Pechvogel holt erste Medaille

Hinter dem Südkoreaner Kim Jung-hyun gewann endlich auch Pechvogel Matthew Emmons seine erste Medaille in der Königsdisziplin. 2004 und 2008 hatte der favorisierte US-Amerikaner seine Goldchance jeweils noch beim letzten Schuss verspielt.

Auch für Farnik wäre mehr möglich gewesen. Der Ex-Weltmeister beklagte sich über mangelnde Trainingszeiten, um die sich der Österreichische Schützenbund (ÖSB) für seine Athleten in London bemüht hatte.

Seit 17. Juli war der Stand in den Royal Artillery Barracks geöffnet, die Österreicher reisten aber erst am 26. Juli an - einen Tag vor Eröffnung der Spiele, bei denen sie dann ohne Finalteilnahme bleiben sollten.

Olympia-Debüt mit 42

"Ich hätte öfter hier trainieren sollen bei dem Wind", meinte Farnik. "Die Möglichkeit wäre dagewesen, man hat sie nicht wahrgenommen. Jetzt stehe ich da und habe das Gefühl, ich hätte mir mehr verdient."

Die sechsten Spiele müssen aber nicht seine letzten gewesen sein. "Ich beende hier nicht meine Karriere", betonte der frühere Weltschütze des Jahres. "Körperlich fühle ich mich gut." 2016 in Rio wäre er allerdings bereits 49 Jahre alt.

Der zweitälteste ÖOC-Teilnehmer gab in London überhaupt erst sein Olympia-Debüt. Scherhaufer wurde kurz vor den Spielen 42, mit dem Finaleinzug beschenkte er sich aber nicht.

Doppelfehler kostet Finalchance

Mit 119 von 125 möglichen Treffern fehlten dem Wiener drei Wurfscheiben auf die Medaillenentscheidung. "119 ist relativ in Ordnung, das schießt man nicht so oft", erklärte Scherhaufer. "Damit muss ich zufrieden sein, vor allem bei so einem Wettkampf. Bei Olympia merkt man, dass es um etwas Spezielles geht."

Ein Doppelfehler zu Beginn der ersten von zwei 25er-Serien am Montag kostete ihn seine Chance. 122 getroffene Scheiben hätten für den Einzug ins Finale der besten sechs gereicht, das entspricht genau Scherhaufers Bestleistung.

"Es ist aber kein Selbstläufer", betonte der Waffenhändler. "Man muss um jedes Ziel kämpfen." Von seinen sechs Fehlern machte er fünf bei nach links geworfenen Scheiben.

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