"Haben uns nichts vorzuwerfen!"

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Aus der Traum: Schuring/Schwarz "verschlafen" Start

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Ein Satz mit X – das war wieder nix!

Österreich wird, das ist drei Wettkampftage vor dem Ende fast sicher, bei diesen Olympischen Spielen ohne Medaille bleiben.

London wäre damit nach Tokio 1964 erst das zweite Mal, dass ein rot-weiß-rotes Team leer ausgeht.

Wimpernschlag fehlt auf Bronze

Auch die letzte große Medaillen-Hoffnung ging am Donnerstag leer aus.

Die Kanutinnen Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz belegten im Kajak-Zweier über 500 m Rang fünf.

Auf Bronze fehlten den beiden Weltmeisterinnen aus Österreich vor den Augen von Hermann Maier, der ÖOC-Spitze und zahlreichen Schlachtenbummlern aus der Heimat 0,785 Sekunden.

Ein Wimpernschlag für Fans und Beobachter, aber im Kajak-Sport eine kleine Welt.

Platz fünf war realistisch

Verloren hatten die beiden Oberösterreicherinnen die Medaille schon am Start.

„Da haben wir ein bisschen was liegen gelassen, aber sonst war es ein grundsolides Rennen“, war Viktoria Schwarz im Ziel unglücklich, dass es nicht mit der erhofften Medaille geklappt hat, mit der Leistung aber „sehr zufrieden“.

Denn, so die 27-Jährige, nach dem Semifinale mit der fünftschnellsten Zeit war klar, dass der fünfte Platz ein realistisches Ziel ist.

Aber, schickt sie nach, Bronze war durchaus in Reichweite. „Wenn es ein bisschen besser gegangen wäre, hätten wir auch Dritte sein können. Aber Fünfte bei Olympischen Spielen ist auch ein Wahnsinn.“

Nicht 100 Prozent perfekt

Dass Druck und Erwartungshaltung riesig waren, lassen die beiden Kanutinnen nicht als Ausrede gelten.

„Aufgrund des Drucks haben wir keine Zeit verloren. Unser Wunsch war eine Medaille, aber dafür muss alles passen“, erklärt Yvonne Schuring.

„Wir haben unsere Trainingsleistungen hervorragend abgerufen und die Leistung aus dem Semifinale bestätigt. Aber es war eben nicht das hundertprozentig perfekte Rennen.“

Renneinteilung hat gepasst

Dass sie den Start komplett verschlafen hätten, glaubt die gebürtige Deutsche nicht.

Deutschland und Polen fahren naturgemäß schnell hinaus, da liegt man gleich einmal zurück. Wir werden uns in ein paar Tagen in aller Ruhe das Video anschauen, wo wir vielleicht das eine oder andere liegen gelassen haben.“

Zumindest die Renneinteilung hat, so Schuring, gepasst. „Wir sind unser Rennen gefahren, konnten zum Schluss noch Boden gut machen. Aber natürlich tut es weh, dass es nicht gereicht hat.“

"Haben uns nichts vorzuwerfen"

Bleibt die Frage, wie es weitergeht und ob für das erfolgreiche Kajak-Duo die nächsten Sommerspiele in Rio de Janeiro überhaupt Thema sein können?

„Wir müssen das jetzt erst einmal verdauen und zur Ruhe kommen, dann schauen wir, wie es weitergeht“, sagt Viktoria Schwarz.

Ihre deutlich gefasstere Bootskollegin möchte nicht von verdauen sprechen. „Wir werden das Rennen analysieren und Revue passieren lassen, aber eines ist schon jetzt klar: Wir haben uns nichts vorzuwerfen!“

Gemeinsam bis Rio 2016?

Gäbe es ein Gesetz der Serie, dann müssten Schuring/Schwarz nach Rang 9 in Peking und Rang 5 in London in vier Jahren in Rio Gold holen.

„Wir sind beide noch jung und können ohne Probleme bis Rio 2016 weitermachen.“

Eines steht bereits fest: Wenn es eine gemeinsame Zukunft gibt, dann auf jeden Fall für weitere vier Jahre.

 

Stephan Schwabl

Minuten
GOLD Franziska Weber/Tina Dietze GER 1:42,213
SILBER Katalin Kovacs/Natasa Douchev-Janics HUN 1:43,278
BRONE Karolina Naja/Beata Mikolajczyk POL 1:44,000
4. Wu Yanan/Zhou Yu CHN 1:44,136
5. YVONNE SCHURING/VIKTORIA SCHWARZ AUT 1:44,785
6. Joana Vasconcelos/Beatriz Gomes POR 1:44,924
7. Lisa Carrington/Erin Taylor NZL 1:46,290
8. Nikolina Moldovan/Olivera Moldovan SRB 1:48,941

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