Die Olympischen Spiele von A bis Z

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A - Anti-Doping: Im Londoner Labor für Dopinganalysen sollen im Zuge der Olympischen Sommerspiele und der Paralympics rund 6.250 Doping-Proben untersucht werden. Mehr als 150 Wissenschafter werden die Analyse der Proben übernehmen. In dem Labor wird während Olympia jeden Tag 24 Stunden gearbeitet, mehr als 1.000 Mitarbeiter werden im Einsatz sein. Die Anlage in Harlow nordöstlich von London hat die Größe von sieben Tennisplätzen.

B - Brasilien: Die nächsten Sommerspiele finden von von 5. bis 21. August 2016 in Rio de Janeiro und damit erstmals in der Geschichte in Südamerika statt. 28 Sportarten stehen auf dem Programm und damit um zwei mehr als in London, denn Golf (zuletzt 1904) und Rugby (1924) feiern ein Comeback. Schon 2014 geht mit der Fußball-WM ein Mega-Ereignis in Brasilien in Szene.

Organisations-Chef Sebastian Coe

C - Coe, Sebastian: Der 55-jährige Olympia-Macher ist das Gesicht der Sommerspiele in London. Der früherer weiße Wunderläufer, der für eine Stunde als bisher einziger Athlet des Planeten alle Mittelstrecken-Weltrekorde auf einmal hielt, agiert als Chef des Organisationskomitees vom 23. Stock eines Bürogebäudes aus, dessen riesige Glasfront ihm einen Blick auf den Olympiapark ermöglicht. "Wir werden fantastische Spiele in Großbritannien abliefern", verspricht er.

D - Drehort: Die britische Hauptstadt gehört zu den weltweit beliebtesten Drehorten für Spielfilme, Musikvideos, Dokumentationen und Werbung. Im Durchschnitt filmen täglich rund 35 Crews auf den Straßen. Nach Los Angeles und New York ist die Metropole mittlerweile der drittgrößte Produktionsort. James Bond, Harry Potter, Sherlock Holmes, Jack the Ripper - London steckt voller Leinwand-Legenden.

E - Einnahmen: Mit den Olympischen Sommerspielen in London endet für das Internationale Olympische Komitee (IOC) die bisher ertragreichste Periode seiner Geschichte, für die Winterspiele 2010 in Vancouver und die Sommerspiele 2012 in London nahm das IOC aus dem gekoppelten Verkauf der TV-Rechte 3,914 Milliarden US-Dollar (3,19 Mrd. Euro) und aus dem Sponsorenprogramm TOP (The Olympic Partners) weitere 957 Mio. US-Dollar (779 Mio. Euro) ein.

F - Fish and Chips: Was für den Österreicher das Wiener Schnitzel sind für den Briten Fish and Chips. Für den englischen Fast-Food-Klassiker aus in Teig frittierten Fischfilets und Erdäpfelstücken müssen Besucher bei den Spielen bei Preisen ab 10 Euro doppelt so viel wie sonst zahlen.

G - Gold: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Die olympische Goldmedaille besteht zu 92,5 Prozent aus Silber, ist aber mit einer Schicht aus sechs Gramm Gold überzogen. Der Rest ist Kupfer. Zu Marktpreisen wäre eine Goldmedaille derzeit rund 600 Euro wert. Der Silberanteil an den Goldmedaillen ist sogar teurer als der Goldanteil. Die Medaillen sind die größten und die schwersten Medaillen der Geschichte Olympischer Sommerspiele, sie wiegen jeweils zwischen 375 und 400 Gramm, sind sieben Millimeter dick und 8,5 Zentimeter im Durchmesser. Die Vorderseite der Plaketten ziert das traditionelle Bildnis der griechischen Siegesgöttin Nike. Auf der Rückseite wird London symbolisiert.

H - Helfer: Insgesamt 70.000 Volunteers wurden geschult, allein im Athletendorf sind 8.000 freiwillige Helfer im Einsatz, die sich Tag und Nacht um das Wohlbefinden der Sportler kümmern. Gekleidet sind die guten Geister, die u.a. Tickets kontrollieren, den Weg weisen, für Ordnung sorgen und den Sportlern Getränke reichen, in lila-rote T-Shirts.

I - Insel: Olympia spielt sich nicht nur in London ab, auf der ganzen Insel finden Bewerbe statt. Die 302 Medaillenentscheidungen in 26 Sportarten gehen an 30 Austragungsstätten in Szene. 8 Hallen und Stadien befinden sich im Olympischen Park in London, weitere 13 Sportstätten sind ebenfalls in der Acht-Millionen-Metropole London angesiedelt, 9 befinden sich außerhalb im restlichen Großbritannien. Fußball wird in Coventry, Glasgow, Cardiff, Manchester und Newcastle gespielt, Ruderer und Kanuten sind in Eton Dorney und Lee Valley aktiv, die Mountainbiker in Hadleigh Farm und die Segler in Weymouth and Portland.

Rogan zählt noch nicht als Olympionike

O - Olympionike: Nur wer bei Olympia auch eine Goldmedaille gewinnt, darf sich Olympionike nennen. Im österreichischen Team befindet sich 2012 kein Athlet mit diesem Status, mit Lasersegler Andreas Geritzer, Schwimmer Markus Rogan, Judoka Ludwig Paischer und Schütze Christian Planer ist aber ein Quartett in der 70 Athleten und Athletinnen umfassenden rot-weiß-roten Mannschaft, das bereits Medaillen gewonnen hat.

P - Premierminister: David Cameron erhofft sich eine Ankurbelung der Wirtschaft von den Spielen. Mehr als 13 Milliarden Pfund (16,3 Mrd. Euro) soll Olympia in den kommenden vier Jahren bringen. Noch während der Sommerspiele veranstaltet Cameron einen großen Wirtschaftsgipfel. "Um die Chance wirklich beim Schopfe zu packen, müssen wir mehr daraus machen als einen Einmaleffekt, mehr als nur ein Sommermärchen", sagt der Premier.

Q - Queen: Königin Elizabeth II. wird die Spiele am 27. Juli im Olympiastadion im Osten Londons eröffnen. Ihre Tochter Prinzessin Anne ist Präsidentin der Britischen Olympia-Vereinigung. Ihre Enkelin Zara Phillips, Nummer 13 der britischen Thronfolge, ist als Teil des britischen Teams im Vielseitigkeitsreiten für die Spiele nominiert. Ob und welche Bewerbe sich die Queen ansehen wird, ist noch nicht bekannt. Das Finale des Straßenrennens könnte sich die Queen direkt vom Balkon des Buckingham Palace aus ansehen.

Ringer Amer Hrustanovic wird den Ramadan nicht einhalten

R - Ramadan: Die Olympischen Spiele fallen heuer in den Ramadan (20. Juli bis 18. August), Muslime dürfen ihrem Körper ab der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang keinerlei Lebens- und Genussmittel zuführen und müssen sexuell enthaltsam sein. Gläubige muslimische Profisportler, denen es nicht möglich ist, den Ramadan einzuhalten, leisten entweder Spenden für wohltätige Zwecke und/oder holen die versäumten Fastentage nach.

S - Sicherheit: Auf der Themse liegt das größte Schiff der britischen Marine, auf Wohnhäusern werden Boden-Luft-Raketen stationiert, auf der Luftwaffenbasis Northolt im Süden Englands stehen zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg Kampfflugzeuge bereit. Die Sicherheits-Operation während Olympia ist die größte auf der britischen Insel seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt 17.000 Soldaten werden während der Spiele im Einsatz sein.

T - Tarics, Alex: Der ungarische Wasserballer Alex Tarics ist mit 98 Jahren der älteste noch lebende Olympiasieger, er holte 1936 in Berlin Gold. Seit 1952 hat der Wahlkalifornier die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, vor seinem Haus in dem Nobelort Belvedere nahe San Francisco parkt ein goldener Mercedes mit dem Nummernschild "GOLD 36". Auf Einladung des Ungarischen Olympischen Komitees reist er mit Ehefrau Elisabeth (80) als Ehrengast nach London. "Ich bin kerngesund. Zwei meiner Ärzte habe ich schon überlebt", sagte der rüstige Rentner.

U - Umrechnung: Wer nach London kommt, bezahlt mit Britischen Pfund. Ein Pfund sind umgerechnet 1,275 Euro. Statt Meter gilt als Längeneinheit Yard, wer ein großes Bier bestellt, bekommt ein Pint, das entspricht 0,568 Liter. Wer ein halbes Kilo Brot kauft, ordert ein Pound (453,59 Gramm).

V - Verkehr: London hat seit der erfolgreichen Kandidatur zwar 7,8 Millionen Euro in sein U- und Regionalbahn-Netz investiert, doch die "Tube", die älteste Untergrundbahn der Welt, gilt als Schwachstelle im olympischen Transportsystem. Schon jetzt sind täglich zwölf Millionen Fahrten zu bewältigen, während der Olympischen Spiele sollen drei Millionen hinzukommen. 800.000 Menschen werden am belebtesten Tag der Spiele mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Olympia-Events fahren.

J - Justiz: Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) unterhält während Olympia ein Büro in London. Der Gerichtshof mit Hauptsitz Lausanne wird mittels eines Ad-hoc-Schiedsgerichts bei Streitfällen innerhalb von 24 Stunden ein Urteil fällen. Ein Streitfall kann nach Regel 59 der Olympischen Charta beim CAS-Büro eingebracht werden. In der Folge bestimmt der Vorsitzende ein Tribunal aus drei Richtern und beruft eine kurze Anhörung ein, in deren Zuge alle Parteien zu Wort kommen. Alle Mitglieder des Schiedsgerichts sind Anwälte, Richter oder Professoren, die sich auf Sportrecht spezialisiert haben.

K - Königreich: Das Vereinigte Königreich setzt sich aus den Ländern England, Schottland, Wales und Nordirland zusammen. Gleiches gilt für das britische Olympia-Team. Dazu verfügen die Briten über mehrere Überseegebiete, die noch aus der Kolonialzeit herrühren. Im Commonwealth of Nations ist Großbritannien ebenfalls führend. 16 Länder des Staatenbundes, dem hauptsächlich frühere Kolonien angehören, sind mit der britischen Krone in Personalunion verbunden. Königin Elizabeth II. ist damit unter anderem auch Staatsoberhaupt von Kanada, Australien oder Neuseeland.

L - Lust: Es ist mittlerweile Tradition geworden, dass es den Athleten im Olympischen Dorf an nichts fehlt. So will das Organisationskomitee auch 150.000 Kondome verteilen lassen. Mehr als 10.000 Sportler und Sportlerinnen sowie deren Betreuer wohnen während der Spiele im Athletendorf, das laut Londons Bürgermeister "luxuriöser als jedes Feriendorf an der Costa Smeralda" sein soll.

M - McCartney, Stella: Die von Star-Designerin Stella McCartney als Kreativdirektorin von Adidas entworfenen Athleten-Outfits des 542-köpfigen britischen Olympia-Teams sorgen für Diskussionsstoff, weil sie zwar viel Weiß und Blau, aber angeblich nicht genug Rot enthalten. Englische Sportpsychologen befürchteten, dass ein Mangel an dieser emotionalen Farbe im Dress die Erfolgschancen senke. "Der Ausgangspunkt dieses Projekts war die Flagge des Union Jack. Für mich ist sie eine der schönsten Flaggen der Welt, weshalb es mir wichtig war, diesem ikonenhaften Design treu zu bleiben, es aber auch zu modernisieren und in einem zeitgemäßen Stil zu präsentieren",  sagte McCartney.

N - No-Go: Vordrängeln ist auf der Insel verpönt. Die Briten sind Weltmeister im Anstellen. Ob vor Bussen, Restaurants oder der Toilette - ihre "Queue" (Warteschlange) ist ihnen heilig. Abfällige Bemerkungen über das Königshaus sind ebenso unangebracht wie der Fauxpas, alle Briten als Engländer zu bezeichnen. Das hören Schotten, Waliser und Nordiren gar nicht gerne.

W - Wetter: Typisch englisch verspricht das Wetter zu werden. Nass soll es werden, oder "completely washed out", wie die Briten sagen.

X - X-Chromosom: Der Anteil der Frauen, mit bekanntlich zwei X-Chromosomen ausgestattet, bei Olympischen Spielen steigt. Einerseits hat das Internationale Olympische Komitee verstärkt Bewerbe für Frauen eingeführt, so zum Beispiel das Boxen, andererseits werden erstmals in der Geschichte Sportlerinnen aus allen Ländern dabei sein. Also in London auch aus Saudi-Arabien, Katar und Brunei.

Y - Yorkshire Terrier: Der Yorkshire Terrier ist eine britische Hunderasse, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts in der Grafschaft Yorkshire gezüchtet wurde. Es war der Hund der armen Leute in den Industriestädten und wurde ursprünglich gehalten, um Ratten und Mäuse zu jagen. Versteht sich, dass Hundeliebhaberin Queen Elisabeth sich andere Schoßhündchen hält. Sie hat derzeit fünf, drei Corgis und zwei Dorgis, die von ihr selbst entwickelte Kreuzung aus Corgi und Dackel.

Z - Zuschauer: Insgesamt stehen für die Spiele von 27. Juli bis 12. August 11 Millionen Eintrittskarten zur Verfügung. Die Zuschauerzahl dürfte aber höher sein, denn Babys unter 12 Monate benötigen dank der "babes in Arms"-Kampagne weitgehend keine Tickets. Davon profitiert auch Österreichs Fechter Roland Schlosser, dessen Freundin Alexandra mit der kleinen Elena in die Halle darf. Ausgenommen sind Besuche im Wembley Stadion, dem St. James Park in Newcastle, dem Old Trafford in Manchester und der North Greenwich Arena.

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