Ein Karibik-Staat in Ekstase

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Bolt & Co. lösen karibische Jubel-Stürme aus

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Der 100-m-Olympiasieg von Usain Bolt hat die Karibikinsel Jamaika wieder in Kollektiv-Euphorie versetzt.

Die jamaikanische Regierung twitterte begeistert: "Jamaika eröffnet Gold-Konto in London".

Auch Ministerpräsidentin Portia Simpson Miller schloss sich an und gratulierte dem Superstar.

Im Stadtteil Half Way Tree der Hauptstadt Kingston feierten Hunderte Jamaikaner den schnellsten Mann der Welt.

Sie sprangen, tanzten, schrien und schlugen Topfdeckel gegeneinander.

"Stolz, Jamaikanerin zu sein"

"Ich bin stolz, Jamaikanerin zu sein", rief eine heisere Frau ins Mikrofon eines Reporters. "We love you." Ein Mann schrie: "Usain, Du bist der Löwe von Zion".

Der Goldregen in London - die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce wurde ebenfalls 100-m-Olympiasiegerin - passt zur derzeit ohnehin ausgelassenen Stimmung auf der Insel.

Im Rahmen der Feiern zur 50-jährigen Unabhängigkeit Jamaikas von Großbritannien sollte auch bei der zentralen Veranstaltung im Nationalstadium an diesem Montag die Farbe Gold vorherrschen.

Die Besucher der Independence Gala wurden aufgefordert, goldene Kleider zu tragen, um die 3.000 Darsteller des Festes angemessen zu feiern.

Welcher Sieg war süßer?

"Die Performance von Bolt und (Yohan) Blake war brillant", erklärte Ministerpräsidentin Portia Simpson Miller. Yohan Blake gewann hinter Bolt die Silbermedaille.

Die Politikerin bat ihre Landsleute, auch Shelly-Ann Fraser-Pryce nicht zu vergessen, die bereits in Peking triumphiert hatte. Sie habe als erste die nationale Fahne bei den Spielen in London der Weltöffentlichkeit vorgeführt. "Das Londoner Gold ist süß.

Aber das Gold in Peking war süßer", analysierte Fraser-Pryce. Ihre Mutter, Maxin Simpson, sah es genau andersrum. "Ein Olympiasieg schmeckt beim zweiten Mal süßer", sagte sie einem Zeitungsreporter.

Eskapaden sind vergessen

Bolt ist unterdessen endgültig zu einer Legende geworden. "Das hat er gewollt, mehrfach selbst so gesagt", schrieb der "Observer" am Sonntagabend.

Vergessen sind die Eskapaden des 25-Jährigen, der zuletzt Anfang Juni seine Landsleute erschreckt hatte, weil er mit seinem BMW in einen Unfall verwickelt war.

"Der schnellste Mann der Welt zu sein, bedeutet noch lange nicht, in anderen Dingen Weltklasse zu sein", twitterte ein Leser der Zeitung "The Gleaner" süffisant. Bolt und Co. haben bis zur Schlussfeier am Sonntag weitere Großtaten im Olympiastadion angekündigt.

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