Isinbaeva denkt über einen Start in Rio 2016 nach

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An der Niederlage lässt sich nichts schönreden, auch wenn es Elena Isinbaeva noch so eindringlich versuchte. "Enttäuscht? Nein. Ich bin glücklich mit Bronze", sagte die Stabhochsprung-Weltrekordlerin, die am Montagabend in London den Gold-Hattrick bei Olympia verpasste.

Die Bedingungen seien so schwierig gewesen, dass letztlich das Glück entschied. "Es brauchte Glück für den Sieg. Und heute Abend hatte ich Pech", meinte die 30-jährige, die ihre Rücktrittspläne verschieben könnte und über Rio 2016 nachdenkt.

Schlechtes Wetter stoppte Isinbaeva

Die Russin Isinbaeva war in London angetreten, um ihren ersten wirklich großen Titel seit Peking 2008 zu gewinnen. Mit Gold in London und Gold bei der Heim-WM 2013 in Moskau wollte sie ihre Karriere beenden.

Doch anstatt wie bei den Sommerspielen in Athen und Peking jeweils mit Weltrekord den Sieg davonzutragen, patzte Isinbaeva schon beim ersten Versuch über 4,55 m. Bei 4,70 war dann Endstation. "Es war einfach schrecklich schlechtes Wetter zum Stabhochspringen", meinte sie.

Gedanken an Rio 2016

Und auch wenn sie versicherte, das Bronze glänze wie Gold, so begann sie noch im selben Atemzug über die Spiele 2016 in Rio de Janeiro nachzudenken.

"Der Plan war, in London eine Goldmedaille zu holen und dann (mit Olympia/Anm.) aufzuhören. Aber ich will das nicht mit einer Bronzemedaille tun. Vielleicht sollte ich doch noch über Rio nachdenken, damit ich wenigstens dort noch mein Gold bekomme."

Lachend fügte sie hinzu: "Tatsächlich ändert sich meine Entscheidung jeden Tag. Ich bin ein Zwilling, heute sage ich, ich höre auf, morgen wache ich auf und sage, ich werde weitermachen."

Kein großer Titel seit Peking

Isinbaeva hatte mit einem Salto Nullo bei der Berlin-WM 2009 ihre Unfehlbarkeit verloren. Nach der ebenfalls medaillenlosen Hallen-WM 2010 in Doha hatte sie auch auf die Freiluft-EM im selben Jahr in Barcelona und die Hallen-EM 2011 in Paris verzichtet.

Sie kehrte zu ihrem früheren Trainer Jewgeni Trofimow zurück, sprang bei der Freiluft-WM 2011 in Daegu als Sechste aber an einer Medaille vorbei.

Erst in der vergangenen Hallen-Saison ging es wieder aufwärts, mit ihren insgesamt 28. Weltrekord brachte sie Hallen-WM-Gold aus Istanbul nach Hause, das natürlich vergleichsweise viel weniger zählt als Edelmetall unter freiem Himmel.

Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel kam im Mai zu einem ungünstigen Zeitpunkt, bei den einzigen zwei Freiluft-Meetings vor Olympia siegte sie in Sotteville-les-Rouen mit 4,75 m und schied beim Diamond-League-Meeting in Monte Carlo ohne gültigen Versuch aus.

Suhr nutzt schwere Bedingungen

Die US-Amerikanerin Jennifer Suhr zeigte trotz Wind, kühlen Temperaturen und Nieselregen eine souveräne Vorstellung, sie überquerte 4,75 m im zweiten Versuch.

"Wenn man eine so starke Konkurrentin im Feld hat und Erste wird, ist das eine Ehre und ein spezieller Titel", sagte die frühere Basketballspielerin, die von Ehemann Rick betreut wird.

Der war übrigens siegessicher. "Er hat zu mir gesagt, du gewinnst das heute. Das hat er noch nie getan. Das gab mir dieses Extra." Silber ging an Yarisley Silva aus Kuba.

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