Dadic: "Das ist einzigartig und extrem motivierend!"

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Jung, hübsch und auf dem Weg, der heimischen Leichtathletik ein neues Gesicht zu verpassen – Siebenkämpferin Ivona Dadic ist eine Frohnatur, die vor 80.000 begeisterten Fans ihr Olympia-Debüt gab.

Die 18-Jährige beeindruckte durch Coolness, starke Leistungen und wird jene Minuten, als sie mit der britischen Goldmedaillen-Gewinnerin Jessica Ennis und allen ihren Kolleginnen unter dem frenetischen und ohrenbetäubenden Applaus eine Ehrenrunde im Olympia-Stadion lief, ihr Leben lang nicht vergessen.

Knapp am Rekord vorbei

Zuvor verkauft sich die Athletin des PSV Hornbach Wels großartig und liefert mit Rang 25 ein vielversprechendes Olympia-Debüt ab. Mit 5.935 Punkten verpasst sie ihren ÖLV-Rekord zwar knapp, aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Oberösterreicherin erstmals die 6.000-Punkte-Marke knacken wird.

Drei persönliche Bestleistungen

Die Leistungen von Dadic in den einzelnen Bewerben: 14,58 Sekunden über 100-m-Hürden, 1,80 m im Hochsprung, 12,19 m im Kugelstoßen, 24,29 Sekunden im 200-m-Lauf, 6 m im Weitsprung, 41,90 m im Speerwurf und 2:15,90 Sekunden im abschließenden 800-m-Rennen.

In den Katakomben des Olympia-Stadions spricht Ivona Dadic nach ihren zwei Wettkampftagen von einem absoluten Hochgefühl, nennt Stärken und Schwächen und verrät im Gespräch mit LAOLA1, was sie in den nächsten Tagen vorhat:

LAOLA1: Wie hast du das Finale des Siebenkampfs erlebt, wie war das Gefühl, mit Olympiasiegerin Jessica Ennis die Ehrenrunde zu laufen?

Ivona Dadic: Es war unbeschreiblich, wie uns die Leute bei der Ehrenrunde gefeiert haben. Das war einzigartig und ich kann mir kaum vorstellen, dass das zu toppen ist. Das war so cool. Hand in Hand mit Jessica Ennis gefeiert zu werden, das motiviert mich für die Zukunft ganz extrem. Auch während des 800-m-Laufs war eine unglaubliche Stimmung. Im 800er war für mich leider nicht mehr drinnen. Ich bin zufrieden mit den 2:15 Minuten und habe den Wettkampf genossen. Das waren zwei gelungene Tage, was will man mehr.

LAOLA1: Im Finish des 800-m-Laufs hast du früh abgestellt. Warst du mit den Kräften am Ende?

Dadic: Ich habe mich beim letzten Wettkampf in Barcelona ein bisserl verletzt und habe daher das Lauftraining vor Olympia reduzieren müssen. Das merkt man natürlich über die 800 m, aber ich bin zufrieden. Die 2:15 Minuten sind okay. Ich habe meine Durchgangszeit nach einer Runde gesehen und habe dann auf der Gegengeraden probiert Gas zu geben und doch noch die 6.000 Punkte zu knacken. Das hat sich dann im Finish gerächt.

LAOLA1: Drei persönliche Bestleistungen in den sieben Bewerben, hast du davon zu träumen gewagt?

Dadic: Nein, ganz ehrlich nicht! Ich habe mir gedacht, es wird ein Wettkampf zwischen 5.600 und 5.700 Zählern und jetzt sind es 5.935 Punkte geworden. Damit hätte ich nicht gerechnet.

LAOLA1: Wie bist du damit umgegangen, deine Wettkämpfe vor 80.000 Zuschauern zu absolvieren?

Dadic: Ich war vor dem Start sehr nervös. Das Publikum pusht mich enorm. Mir hilft es sehr, wenn mich die Leute anfeuern. Je mehr, desto besser. Die Stimmung war einzigartig und ich habe es richtig genossen.

LAOLA1: Was waren deine persönlichen Highlights im Wettkampf, wo ist es weniger gut gelaufen?

Dadic: Eines der Highlights war der Speerwurf. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Die 41 Meter mehr als zu übertreffen, das war super. Auch die 1,80 Meter im Hochsprung freuen mich gewaltig. Der schwierigste Moment war für mich vor dem 200-m-Lauf, weil ich da in Barcelona beim Lauf aus der Kurve meine Schmerzen im Oberschenkel verspürt habe und das ist auch hier in meinem Kopf herumgegeistert. Aber ich bin froh, dass es trotzdem geklappt hat. Ich habe überhaupt keine Schmerzen verspürt.

LAOLA1: Du warst die jüngste Teilnehmerin im Siebenkampf. Wie haben die routinierten Damen auf deine Leistungen reagiert?

Dadic: Die meisten haben mir aufrichtig gratuliert. Auch Jessica Ennis hat mich beglückwünscht und auf der Ehrenrunde zu mir gesagt, dass es eine tolle Leistung war, dass ich hier dabei war und den Wettkampf so beendet habe.

LAOLA1: Was nimmst du aus diesem olympischen Wettkampf mit, was hast du gelernt?

Dadic: Man muss den Wettkampf extrem konzentriert angehen. Das Wichtigste dabei ist, locker zu bleiben und man muss sich immer auf jene Disziplinen konzentrieren, die gerade dran sind. Dieses Feeling muss man von Bewerb zu Bewerb mitnehmen.

LAOLA1: Wie feierst du dein Olympia-Debüt?

Dadic: Ich gönne mir einen ausführlichen McDonalds-Besuch. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich das zum letzten Mal getan habe.

LAOLA1: Gönnst du dir zur Belohnung auch eine Shopping-Tour?

Dadic: Auf jeden Fall. Ich werde bis zum Schluss der Spiele in London bleiben, werde die Wettkämpfe der Teamkollegen besuchen und sie anfeuern. Und dazwischen und danach werde ich shoppen gehen. Jeans stehen dabei ganz oben auf der Einkaufsliste. Ich darf 46 kg mitnehmen. Meine Eltern sind auch da und dann werde ich meine Sportkleidung in ihrem Gepäck verstauen und meine beiden Taschen mit neuen Sachen auffüllen. Im Einkaufszentrum neben dem Olympia-Park, das wir zu Ablenkung das eine oder andere Mal besucht haben, gibt es so viele coole Sachen. Ich habe viele Dinge gesehen, aber vor dem Wettkampf nichts gekauft. Das werde ich in den nächsten Tagen nachholen.

 

Das Gespräch führte Peter Rietzler

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