"Gezeigt, wer der Größte ist!"

Aufmacherbild
 

Bolt: "Habe der Welt gezeigt, dass ich der Größte bin!"

Aufmacherbild
 

Olympiasieger werden, sagt Usain Bolt, ist nicht schwer. Den Titel verteidigen aber, das fällt in die Kategorie Herausforderung.

Am Sonntagabend hat sich der schnellste Mann der Welt dieser Herausforderung erstmalig gestellt.

Vier Jahre nach Peking lief er abermals zu Gold über 100 m – mit der zweitschnellsten je gelaufenen Zeit (LAOLA1 hat berichtet).

„Das war der erste Schritt zur Legende“, stellt Bolt nicht ganz so schnell – es dauert fast zwei Stunden, bis er vor der Presse erscheint – klar.

Aber einmal das Mikro in der Hand ist er genauso wenig zu stoppen wie auf der Tartanbahn von seinen Konkurrenten.

Also spricht Usain Bolt über sein goldenes Rennen, was ihm noch zum Legenden-Status fehlt und welche Rolle Coach Glenn Mills und Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bei seinen Erfolgen spielen.

 

Sprint-Olympiasieger Usain Bolt bei LAOLA1 über …

 

… seinen Triumph über 100 m: „Ich habe es immer gesagt: Das ist mein Business. Ich brauche diese großen Rennen. Wenn es darauf ankommt, dann bin ich da, um der Welt zu zeigen, dass ich der Größte bin.“

 

… das Rennen selbst: „Mein Start war wieder nicht gut. Der Coach hat mir schon nach den Trials gesagt, dass ich daran arbeiten muss. Ich weiß, dass ich den perfekten Start nicht mehr hinbekommen werde. Aber ich weiß auch, dass die letzten 50 m meine große Stärke sind, darauf kann ich mich verlassen. Und so war es auch diesmal wieder.“

 

… das perfekte Rennen: „Ich habe schon im Semifinale gespürt, dass ich gute Beine habe. Es war die zweitschnellste Zeit, die je ein Mensch gelaufen ist. Aber ich stelle mich jetzt nicht hin und sage: 'Ja, das war das perfekte Rennen, weil mein Coach sagt garantiert Nein.'“

… die Arbeit mit Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt: „Er hat einen großen Anteil an meinem Erfolg und meiner Weiterentwicklung. Ich war vor den Trials bei ihm. Er hat sich meine Muskeln angeschaut und mit dem Coach darüber gesprochen, wie das Training ausschauen könnte. Er ist aber nicht nur mein Arzt, sondern schaut auch, dass sonst alles passt, zum Beispiel wenn wir Essen gehen.“

 

… die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro: „Ich möchte da sein, dann hoffentlich in guter Form. Yohan ist dann 26 Jahre alt und im besten Alter. Ich werde 30 sein, da kann man schon noch laufen.“

 

… den Anteil der Fans am Olympia-Sieg: „Vor dem Semifinale war ich ein bisschen nervös. Aber als ich ins Stadion gekommen und vom Sprecher vorgestellt wurde, habe ich sofort die Energie der Zuschauer gespürt. Da wusste ich: 'It's game time!' Die Liebe der Leute spielt eine wichtige Rolle für mich, das gibt mir Energie. Und dafür möchte ich den Fans etwas zurückgeben.“

 

… Abschied von den 100 m: „Jeder weiß, dass ich die 400 m hasse. In dieser Saison laufe ich auf jeden Fall noch die 100 und 200 m. Dann werde ich mit dem Coach besprechen, wie es weitergeht. Wenn er entscheidet, dass wir etwas anderes machen, dann lasse ich es eben dort krachen!“

 

Aufgezeichnet von Stephan Schwabl


… die Niederlagen bei den Trials als Weckruf: „Yohan hat mir die Augen geöffnet. Er hat an meiner Tür geklopft und gesagt: Usain, wach auf, es ist bald Olympia. Danach war ich voll fokussiert und habe mein Programm durchgezogen ohne nach links und rechts zu schauen. Auch weil ich Yohan die Goldene nicht einfach überlassen wollte.“

 

… Zweifel als Motivations-Boost: „Viele Leute haben mich abgeschrieben, nicht mehr an mich geglaubt. Nach den Trials sind viele ins Lager von Yohan gewechselt. Umso mehr bedeutet es mir, dass ich es all jenen gezeigt habe, die gemeint haben, dass ich nicht gewinne.“

 

… die große Gold-Party: „Die muss verschoben werden! Ich habe noch die 200 m zu laufen, da möchte ich meinen zweiten Titel verteidigen. Yohan hat im Vorfeld angekündigt, dass er mich bei den Spielen einmal schlagen möchte. Aber ich lasse mich nicht noch einmal von ihm besiegen. Deshalb werde ich nur die Beine hochlegen und ein bisschen fernschauen.“

 

… Legenden-Status und was noch fehlt: „Ich bin noch nicht 'The Greatest', auch wenn Fans und Medien das vielleicht jetzt schon sagen. Dieser Sieg war ein nächster Schritt, aber es fehlen noch die 200 m.“

 

… die Olympischen Spiele abseits der Leichtathletik-Bewerbe: „Es ist wundervoll hier, ich fühle mich sehr wohl und habe mir auch schon einige Bewerbe im Fernsehen angeschaut. Zum Beispiel Schwimmen, Tennis, Rudern und diese Radfahrer auf ihren schnellen Bikes. Aber London ist auch anders als Peking. Mir sind hier zu viele Regeln. Zum Beispiel durfte ich meine Springschnur nicht mit ins Stadion nehmen. Immer heißt es: 'That's the rule!' Das ist ziemlich mühsam.“

 

… den 50. Unabhängigkeitstag von Jamaika: „Ich glaube, dass ich den Menschen daheim ein schönes Geschenk gemacht habe mit dieser Goldmedaille. Sie werden hoffentlich sehr stolz sein, wenn bei der Medal Ceremony am Unabhängigkeitstag die Hymne gespielt wird.“

 

… seinen Coach Glenn Mills: „Der Mann ist ein Genie, echt! Er ist der beste Trainer der Welt. Ohne seine Hilfe wäre ich nicht der schnellste Mann der Welt geworden. Der Coach hat es mir ermöglicht, dass ich davon träumen darf, noch mehr Rekorde zu zerschmettern.“

 

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen