"Ich hasse es zu verlieren!"

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Paszek: Alles möglich im "Wohnzimmer" Wimbledon

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Tamira Paszek ist zurück im „Wohnzimmer“ Wimbledon.

Mit ihrem Sieg in Eastbourne, aber spätestens mit dem Viertelfinal-Einzug im Rasen-Mekka hat die 21-Jährige bewiesen, dass sie nicht mehr Grün hinter den Ohren ist.

Bei den Olympischen Spielen beginnen alle wieder bei Null, auch die Vorarlbergerin.

Im LAOLA1-Interview spricht Tamira Paszek über ihre ersten Olympia-Eindrücke, den Auftakt gegen Alize Cornet und das veränderte Gesicht von Wimbledon.

LAOLA1: 2008 in Peking durftest du nicht, diesmal war es eine Zitterpartie bis zum Schluss. Wie ist also dein erster olympischer Eindruck?

Tamira Paszek: Es hört sich vielleicht kitschig an, aber für mich ist wirklich ein Traum wahr geworden. Die Atmosphäre ist einzigartig. Angefangen vom Olympischen Dorf über die ganzen Athleten, denen man begegnet bis hin zu unserem Haus. Wir haben eine super Stimmung im Team und freuen uns alle schon riesig, dass es endlich losgeht.

LAOLA1: Wo soll, wo kann, wo darf es hingehen bei deinen ersten Spielen?

Paszek: Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch, hasse es zu verlieren. Von daher wäre es gelogen, wenn ich sagen würde: Ich will das Turnier nicht gewinnen. Mit der Einstellung bin ich nach London gekommen. Ich habe in den letzten Wochen gut gespielt, gut trainiert, es ist sicher alles möglich.

LAOLA1: Caroline Wozniacki, die du in Runde 1 aus dem Turnier geworfen hast, traut dir eine Medaille zu. Gleichzeitig möchte sie sich gerne revanchieren?

Paszek (lacht): Kein Problem! Wir kennen uns ja schon lange, haben uns vor ein paar Tagen auch auf der Anlage getroffen. Alles ganz herzlich, wie immer. Sollte es zur Revanche kommen, werde ich wieder rausgehen, mein Bestes geben und fighten bis zum Schluss.

LAOLA1: Deine erste Gegnerin wird die Französin Alize Cornet sein. Wie hast du von der Auslosung erfahren?

Paszek: In der Umkleidekabine über twitter. Als ich nach dem Training auf mein Handy geschaut habe, hatte ich schon einige Nachrichten. Cornet ist eine Gegnerin, die definitiv machbar ist. Ich habe sie vor drei Wochen geschlagen, weiß also, wie es geht. Ich bin voller Selbstvertrauen und werde wieder rausgehen, aggressiv spielen und von Anfang an versuchen zu diktieren.

LAOLA1: Kann man sagen, dass Cornet nicht irgendeine Gegnerin für dich ist?

Paszek: Wir kennen uns schon seit wir 12, 13 Jahre alt sind. Ich bin mit ihr immer gut ausgekommen, wir respektieren uns. Das ist das Wichtigste. Aber jeder entwickelt sich weiter und schlussendlich ist in diesem Beruf wenig Platz für Freundschaften.

LAOLA1: Wer wird dich am Seitenrand unterstützen?

Paszek: Der Clemens (Trimmel, Anm.) betreut uns und kümmert sich um alles. Mein Papa ist seit Mittwoch da, wohnt in Southfields, wo wir auch sonst immer sind, und genießt seine Zeit dort. Wimbledon taugt ihm, er war ja auch schon in Eastbourne und beim Grand Slam da, um mich zu unterstützen.

LAOLA1: Wimbledon präsentiert sich für die Olympischen Spiele in neuem Anstrich. Wie gefällt dir dein „Wohnzimmer“?

Paszek: Es hat beides etwas ganz Besonderes. Ich mag die Wimbledon-Tradition, den Dresscode mit komplett Weiß, all diese Dinge. Aber die Anlage ist die gleiche, die Plätze sind die gleichen. Deshalb fühlt es sich immer noch wie zu Hause an. Außer, dass es viel leerer ist als normal.

LAOLA1: Stört dich das, immerhin könnte man meinen, dass es kein Nachteil ist für die Vorbereitung?

Paszek: Es ist schon gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn man es mit der ersten Woche vom Grand Slam vergleicht. Die Atmosphäre ist jetzt noch relativ ruhig, ein bisschen tot. Aber es ist trotzdem ganz speziell. Und ich gehe auch davon aus, dass es bald richtig laut wird!

LAOLA1: Was macht eigentlich der englische Rasen, so kurz nach dem Grand Slam?

Paszek: Auf den Trainingsplätzen ist es mehr Sandplatz, da ist hinter der Grundlinie kaum noch Rasen. Aber die Matchplätze schauen toll aus. Keine Ahnung, wie sie es hinbekommen haben. Aber das sollte passen!

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

Das Interview führte Stephan Schwabl

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