Federer nach epischem Halbfinale um Gold

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Ein Sieg fehlt Roger Federer noch, dann hat er seine letzte große Herausforderung gemeistert: Der 30-jährige Schweizer rang am Freitag in Wimbledon den Argentinier Juan Martin Del Potro nach 4:26 Stunden mit 3:6,7:6(5),19:17 nieder und schlug damit zwei Fliegen auf einen Schlag.

Erstens hat Federer damit endlich seine erste Olympia-Einzel-Medaille sicher, zweitens durfte sich die Schweiz auch über ihr erstes Edelmetall bei den XXX. Olympischen Sommerspielen in London freuen.

Ob Federer am Sonntag Gold oder Silber um den Hals gehängt bekommt, entscheidet sich im Endspiel entweder gegen Novak Djokovic (SRB-2) oder den als Nummer 3 gesetzten Schotten Andy Murray.

Ein Sieg fehlt auf "Golden Slam"

Exakt vier Wochen nach seinem siebenten Triumph beim Wimbledon-Grand-Slam-Turnier hat Federer die Chance, seinen "Golden Slam" perfekt zu machen.

So nennt man es, wenn man den Karriere-Grand-Slam (der Gewinn aller vier Major-Turniere) mit Olympia-Einzel-Gold "versüßt".

Gleiches gilt auch für Maria Scharapowa, die sich ebenfalls bereits für das Endspiel am Samstag qualifiziert hat. Die als Nummer 3 gesetzte Russin, die zum ersten Mal im Zeichen der Fünf Ringe antritt, stellte innerhalb von 89 Minuten die interne russische Hausordnung her und bezwang ihre Landsfrau Maria Kirilenko (14) sicher 6:2,6:3.

Im Endspiel bekommt es das Tennis-Pin-up entweder mit Wimbledonsiegerin Serena Williams (USA-4) oder Wiktoria Asarenka (BLR-1/derzeit im Gange) zu tun.

Federer hat 1. Einzel-Medaille sicher

Die jeweiligen Halbfinal-Verlierer spielen um Bronze.

Das bleibt Roger Federer erspart, er hat seine ersehnte Einzelmedaille sicher. Dem Olympiasieger im Doppel von 2008 konnte man die Erleichterung ansehen, als er nach dem Marathon-Match im Head-to-Head auf 13:2 gestellt hatte.

Beinahe hätte ihm der Südamerikaner eine ähnlich schmerzhafte Niederlage zugefügt, wie seinerzeit 2009 im US-Open-Finale. Del Potro, die aktuelle Nummer neun der Weltrangliste, agierte im ersten Satz nahezu fehlerfrei, schlug stark auf und ließ Federer dank seiner mächtigen Vorhand kaum ins Spiel kommen.

Bis zum 17:17...

Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs ließ der Favorit zwei Breakchancen aus und lief seinerseits mehrfach Gefahr, sein Service abzugeben. Im Tiebreak rettete sich Federer mit einem Ass in den spannenden und hochklassigen dritten Satz.

Dort nutzte er schließlich nach mehreren Breakchancen eine Möglichkeit zum 10:9 und schien vor dem Sieg zu stehen.

Doch Del Potro gelang sofort das Rebreak, danach legte er immer wieder mit einem eigenen Aufschlag vor - bis zum 17:17.

Dort durchbrach Federer erneut das Service und beendete die Partie wenig später mit seinem zweiten Matchball.

Längstes Dreisatz-Match der offenen Ära

Es war das längste Dreisatz-Match der offenen Ära (seit 1968), wobei bei den Olympischen Spielen kein Tiebreak im Entscheidungssatz angewandt wird.

Das bisher längste Match hatten einander Rafael Nadal und Djokovic beim 3:6,7:6,7:6 in Madrid (2009) geliefert, es hatte 4:03 Stunden gedauert.

Erste Finalisten im Herren-Doppel sind die US-Zwillinge Bob und Mike Bryan. Auch die als weltbeste Kombination geltenden US-Amerikaner greifen erstmals nach Olympia-Gold.

Im Damen-Doppel stehen überraschend die Tschechinnen Andrea Hlavackova und Lucie Hradecka im Endspiel.

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