Basketball-Altersgrenze trotz Show der Rekorde?

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In der Nacht der Rekorde kamen selbst die NBA-Stars aus dem Staunen nicht mehr heraus.

"Das war unglaublich", sagte Jungstar Kevin Durant nach dem höchsten Basketball-Sieg in der Geschichte der Olympischen Spiele.

Mit 156:73 deklassierten die Amerikaner am Donnerstagabend in London die völlig überforderten Nigerianer und rissen die Fans mit ihrer Basketball-Show von den Sitzen.

Auf dem Parkett sprühten die US-Helden vor Esprit, auf den Rängen tobten die Massen. Die Frage ist nur: Wie lange gibt es bei Olympia noch Shows wie diese?

U23 für Olympia?

Schon seit einiger Zeit gibt es Überlegungen, das olympische Basketball-Turnier zu reformieren und analog zum Fußball eine Altersgrenze einzuführen.

Nur Akteure unter 23 Jahren sollen an den Sommerspielen teilnehmen dürfen.

Gäbe es diese Regel, wären LeBron James (27), Kobe Bryant (33) und Chris Paul (27) zum Beispiel in der britischen Hauptstadt nicht dabei - und die Sommerspiele um eine ganz große Attraktion ärmer.

Fehlende Bezahlung Dorn im Auge

Vor allem die Klub-Bosse aus der NBA sehen es inzwischen ungern, dass die von ihnen hoch bezahlten Basketballer bei Olympia für lau dabei sein sollen.

"Es gibt keinen Grund dafür, dass wir unsere Spieler zu Olympia schicken, damit sie sich die Taschen voll machen können", stichelte Mark Cuban, Besitzer der Dallas Mavericks, in Richtung des IOC.

Auch Sorgen um die Gesundheit der Profis spielen eine Rolle. "Vielleicht ist es an der Zeit, wieder einen Schritt zurückzumachen", sagte NBA-Boss David Stern.

1992 erstmals Superstars

Als die beste Basketball-Liga der Welt vor 20 Jahren entschied, ihre Superstars in Barcelona erstmals zu den den Sommerspielen zu schicken, spielten diese Gedanken keine Rolle. Es ging darum, neue Märkte und viel, viel Geld für die NBA zu erschließen.

Der Plan ging auf.

Das Dream Team (Die Geschichte) um den legendären Michael Jordan bot 1992 eine fabelhafte Basketball-Show, die NBA war weltweit in aller Munde.

Vor dem ersten Auftritt der Basketball-Künstler war die US-Liga in 88 Ländern im Fernsehen zu sehen, heute sind es 217.

1991/92 spielten in den USA 23 Ausländer aus 18 Ländern, in der abgelaufenen Saison waren es 86 Akteure aus 40 Nationen.

Bisher nur Gedankenspiele

Die NBA hat von Olympia profitiert, doch nun will sie die weltweite Bühne wieder verlassen. Auch der Weltverband FIBA denkt über Änderungen nach, noch ist aber nichts entschieden.

Durch die spektakulären Auftritte bei Olympia sehen die FIBA-Bosse nämlich den Stellenwert der von ihr ausgerichteten Weltmeisterschaften geschmälert

Im Fußball ist dies der Hauptgrund, warum FIFA-Boss Sepp Blatter gegen eine Öffnung des olympischen Turniers für alle Stars ist. Das Geld soll bitte schön in die eigenen Taschen fließen.

Spieler gegen Neuregelung

Und was sagen die Spieler selbst? Die halten nichts von den Gedankenspielen der Funktionäre. "Ich will schon selbst entscheiden, ob ich bei Olympia dabei bin", sagte Point Guard Chris Paul von den Los Angeles Clippers.

"Bei Olympia geht es darum, die besten Athleten im Wettbewerb zu haben. Es sollte also gar keine Diskussion geben", meinte Bryant.

Und auch in anderen Nationen stoßen die Pläne auf keine Gegenliebe. Der Argentinier Manu Ginobili von den San Antonio Spurs bekannte: "Ich würde in der Ecke sitzen und heulen, wenn ich jetzt nicht hier wäre."

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