Nach 16 Jahren wieder dabei

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Prutsch und Lahnsteiner halten Österreichs Farben hoch

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Michael Lahnsteiner und Simone Prutsch haben Österreichs Badminton zurück auf die olympische Landkarte gebracht. Erstmals seit 1996 ist Österreich im schnellsten Ballsport der Welt wieder bei den Spielen vertreten.

Zum Auftakt der Gruppenphase warten am Samstag (Lahnsteiner 21:19 Uhr, Prutsch 15:15 Uhr) in London jeweils schlagbare Gegner auf das ÖOC-Duo.

Lahnsteiner ist entspannt

Die etwas größeren Hoffnungen darf sich Lahnsteiner gegen den Esten Raul Must machen. Der Oberösterreicher (Nr. 58) liegt in der Weltrangliste elf Plätze vor seinem Kontrahenten.

"Die Chancen stehen 50:50", meint Lahnsteiner. "Aber ich gehe entspannt ins Spiel. Mein Ziel ist, dass ich meine Topleistung abrufen kann." Der Badminton-Floh (1,74 m/65 kg) hat zuletzt vor allem an der Athletik gearbeitet. "Der Formaufbau hat gestimmt."

Wichtig für Badminton in Österreich

Im zweiten Gruppenspiel am Dienstag geht es mit dem Weltranglisten-Sechsten Simon Santoso aus Indonesien gegen ein anderes Kaliber. "Ich schaue nicht nur auf das Ergebnis", betonte Lahnsteiner. "Zu sagen, ich muss ins Achtelfinale, das bin ich nicht." Es wäre allerdings der größte Erfolg in der Geschichte des österreichischen Badminton.

Hannes Fuchs war 1996 in Atlanta in der zweiten Olympia-Runde ausgeschieden. Die erste Runde hatte er wie der immer noch aktive Jürgen Koch auch schon bei der Olympia-Premiere des Sports 1992 in Barcelona überstanden.

"Für Badminton in Österreich ist es sehr wichtig, dass wir hier dabei sind", meinte Lahnsteiner. "Viele Leute wissen nicht einmal, dass es olympisch ist." Oft wird der Sport noch immer als Federball belächelt.

Seit der Kindheit aktiv

Dabei ist Badminton nicht nur koordinativ und technisch, sondern auch konditionell und athletisch anspruchsvoll. "Man muss viele Puzzleteile zusammenfügen", erklärte Lahnsteiner. "Man braucht sehr viel, um erfolgreich zu sein."

Er selbst spielt seit seinem zwölften Lebensjahr, also seit 15 Jahren. Prutsch war sogar noch früher dran: Die Steirerin begann mit zehn Jahren.

23 Jahre später hat sie sich ihren Traum von Olympia erfüllt. Zum Auftakt bekommt es Prutsch mit der Türkin Neslihan Yigit zu tun. "Wenn es gut läuft, hat sie eine Chance", meinte Nationaltrainer John Dinesen.

Im zweiten Gruppenspiel gegen die Taiwanesin Cheng Shao-chieh ist Prutsch dagegen krasse Außenseiterin. "Ziel ist es aber immer, zu gewinnen", betonte die 33-Jährige.

Prutsch trainiert mit Männern

Gespielt hat Prutsch noch nie gegen eine ihrer Gegnerinnen, in der Wembley Arena hat sie aber bereits mit starken Damen trainiert. "In Österreich gibt es keine adäquaten Gegnerinnen", sagte Österreichs erste Badminton-Spielerin bei Olympia. "Daher habe ich fast immer mit Männern gespielt." Deren Spielweise sei allerdings anders.

International dominieren die Asiaten. Neben China, Malaysia, Singapur, Südkorea und Indonesien hat zuletzt auch Indien stark aufgeholt. Stärkste europäische Nation ist Dänemark.

Topfavorit ist Lin Dan, vierfacher Weltmeister und 2008 in Peking Olympiasieger. Der Chinese gilt bereits mit 28 Jahren als der beste Badminton-Spieler der Geschichte. Sein erster Herausforderer Lee Chong-Wei laborierte zuletzt an leichten Knöchelproblemen.

Aus der Fitness des Malaysiers wurde ein Staatsgeheimnis gemacht, immerhin holte er mit Silber in Peking die einzige Medaille für sein Land. Malaysias erstes Olympia-Gold würde ihm einen Goldbarren im Wert von rund einer halben Million Euro einbringen.

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