ÖBV-Asse lassen Federn

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Gehemmter Lahnsteiner unterliegt Must

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Michael Lahnsteiners erstes Olympia-Abenteuer hat am Samstag mit einer bitteren Niederlage begonnen.

Österreichs bester Badmintonspieler musste sich dem Esten Raul Must in der Wembley Arena in London überraschend klar mit 0:2 (-14,-18) geschlagen geben.

"Das war sicher nicht das, was ich mir vorgenommen habe", gestand der 27-jährige Oberösterreicher.

Zu verhalten

Lahnsteiner machte zwar den ersten Punkt, ließ sich dann aber zu einer zu passiven Spielweise verleiten.

"Vielleicht habe ich zu viel Respekt gehabt vor dem Gegner und vor der Kulisse", sagte der Olympia-Debütant. Lediglich im zweiten Satz deutete Lahnsteiner seine Gefährlichkeit an, als er nach 6:16-Rückstand noch auf zwei Punkte verkürzte.

"Momentan ist es enttäuschend, aber darauf kann ich aufbauen."

Keine einfachen Punkte

Must stellte Lahnsteiner mit seiner Reichweite und präzisen Schlägen immer wieder vor Probleme, der Österreicher lief in beiden Sätzen frühen Rückständen hinterher.

"Ich habe keine einfachen Punkte bekommen. Ich musste mir alle hart erarbeiten", erklärte Lahnsteiner.

Nichts mehr zu verlieren

Zum Abschluss der Gruppenphase geht es am Dienstag gegen ein noch viel größeres Kaliber, den Weltranglisten-Sechsten Simon Santoso aus Indonesien.

Lediglich der Gruppensieger zieht ins Achtelfinale ein. "Ich kann jetzt mit der Situation besser umgehen", versicherte Lahnsteiner. "Außerdem habe ich überhaupt nichts mehr zu verlieren."

Sein großes Saisonziel hatte er bereits mit der Olympia-Qualifikation erreicht.

Gegen den Kracher

Daher will Lahnsteiner ("Das war heute kein Österreicher-Tag") in der 6.000 Zuschauer fassenden Halle gleich neben dem ehrwürdigen Wembley-Stadion auch den Kracher gegen Weltklasse-Mann Santoso genießen.

"Er war mental gehemmt", analysierte Nationaltrainer John Dinesen die Auftaktniederlage.

"Es gibt Perioden, wo er zu passiv ist und manchmal nur mitspielt. Er hat nicht das gespielt, was er kann."

Eigene Regel umgeworfen

Am Nachmittag hatte bereits Teamkollegin Simone Prutsch ihr Auftaktspiel gegen die Türkin Neslihan Yigit mit 0:2 (-18,-10) verloren.

Die Steirerin steht gegen die favorisierte Taiwanesin Cheng Shao-chieh im Gegensatz zur ursprünglichen Ansetzung bereits am Montag (14.09 Uhr MESZ) wieder auf dem Court.

Der Badminton-Weltverband (BWF) missachtete bei der Erstellung des Spielplans mit dem IOC eine seiner eigenen Regeln.

Zimmer bei der Halle

Demnach muss der topgesetzte Spieler jeder Gruppe sein Auftaktspiel gegen den der Papierform nach am schwächsten eingestuften Gegner bestreiten.

Chengs Match gegen Prutsch, die sich wegen der langen Anreise vom Olympischen Dorf bei der Halle ein Hotelzimmer genommen hat, musste daher als eines von vielen um einen Tag vorverlegt werden.

Die BWF musste wegen des Fehlers bereits heftige Kritik einstecken. "Da haben sie etwas vergeigt", sagte Dinesen. "Was genau, weiß ich aber nicht."

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