Skandal im Badminton-Bewerb

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Eklat um freiwillige Badminton-Niederlagen

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Das Olympische Badminton-Turnier hat seit Dienstagabend einen Skandal.
 
Bei zwei Begegnungen im Damen-Doppel-Bewerb waren alle Beteiligten offensichtlich um Niederlagen bemüht, um im späteren Turnierverlauf stärkeren Gegnerinnen aus dem Weg zu gehen.
 
Der Weltverband (BWF) leitete daraufhin ein Verfahren gegen die Spielerinnen aus China, Südkorea und Indonesien ein. Noch für Mittwoch wurde eine Anhörung angesetzt.
 
"Nicht alles versucht"
 
Den Doppeln werde vorgeworfen, "nicht alles versucht zu haben, um ihre Spiele zu gewinnen und damit dem Sport Schaden zugefügt zu haben", teilte der Verband mit.
 
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) betonte, es habe "volles Vertrauen", dass der Weltverband die "Angelegenheit angemessen behandeln und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen wird".
 
Im Visier sind zwei südkoreanische Doppel sowie je ein Duo aus China und Indonesien.
 
Alle waren schon vor den strittigen Matches bereits für die nächste Runde qualifiziert und konnten sich somit Niederlagen leisten.
 
"Wir wollten Kraft sparen"
 
Betroffen ist unter anderem das topgesetzte Doppel Wang Xiaoli und Yu Yang, das sein Gruppenspiel gegen die Koreaner Jung Kyung Eun und Kim Ha Na mit 14:21,11:21 absichtlich verlor.
 
Die Chinesinnen wollten damit ein frühzeitiges Aufeinandertreffen mit dem zweiten chinesischen Doppel vermeiden. "Wir waren schon qualifiziert, wir wollten Kraft sparen für die K.o.-Runden", verteidigte Yu Yang ihr Verhalten.
 
Dass die Chinesinnen in den Skandal verwickelt sind, ist besonders pikant. Denn vor einiger Zeit hatte Cheftrainer Li Jongbo sogar öffentlich eingeräumt, dass es 2004 bei den Olympischen Spielen im Halbfinale des Damen-Einzels eine Absprache gegeben hatte.
 
Die chinesische Olympia-Mannschaft leitete mittlerweile selbstständig Ermittlungen wegen der Vorfälle vom Dienstagabend ein.
 
Referees drohten mit Disqualifikationen
 
   Südkoreas Cheftrainer Sung Han-Kook räumte ein, dass auch seine zwei Doppel versucht hätten, ihre Spiele gegen Teams aus China bzw. Indonesien zu verlieren. Dies sei aber lediglich die Reaktion auf das Verhalten der Gegnerinnen gewesen.
 
Letztlich waren die beiden koreanischen Doppel im Verlieren weniger "begabt" und gewannen die jeweiligen Matches, in denen die Referees jeweils mit Disqualifikationen wegen des Verhaltens der Spielerinnen drohten.
 
Die beiden betroffenen Partien waren vom Publikum in der Wembley Arena mit wütenden Pfiffen und "Betrug"-Rufen verfolgt worden.
 
Speziell die Chinesinnen schupften so gut wie jeden Aufschlag ins Netz oder feuerten die Bälle offensichtlich absichtlich ins Out.

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