Brownlee ist im "Wohnzimmer" nicht zu schlagen

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Der britische Topfavorit und Olympiasieger von London, Alistair Brownlee, hat am Samstag bei den 30. Triathlon-Europameisterschaften die große Show geliefert und sicherte sich seinen insgesamt dritten EM-Titel in 1:54,08 Stunden. Zudem war es für Brownlee der fünfte Sieg beim Triathlon in Kitzbühel.

Auf den Rängen landeten der Russe Dimitry Polansky (+0:27 Min) und Vicente Hernandez (ESP/+0,31).

Von dem Österreicher-Trio im 73 Mann starken Starterfeld konnten nur der Salzburger Lukas Hollaus als Elfter (+1:43) und der Tiroler Luis Knabl (21./2:38) mit der Spitze mithalten. Der Salzburger Thomas Springer viel weit zurück und wurde mit einem Rückstand von 13:59 Minuten 58. und Vorletzter im Klassement.

Knappes Rennen wird am Ende entschieden

Bei perfekten Bedingungen im Gegensatz zum Damen-Rennen am Freitag entwickelte sich über die olympische Distanz (1.500 m Schwimmen, 43,2 km Radfahren, 10 km Laufen) ein lange Zeit offenes Rennen. Denn auf den sechs Rad-Runden vom Schwarzsee durch die Kitzbüheler Innenstadt konnte sich keiner der Triathleten entscheidend absetzen.

So kam ein Pulk mit 48 Fahrern innerhalb von fünf Sekunden zum letzten Wechsel. Erst auf der Laufstrecke setzte sich der britische Topstar entscheidend ab und führte zur Halbzeit bereits mit 24 Sekunden.

Beim Zieleinlauf hatte Brownlee sogar Zeit, mit den vielen englischen Fans abzuklatschen. Insgesamt 4.000 Zuschauer sorgten entlang der Strecke für eine tolle Kulisse.

Titel im "Wohnzimmer"

"Der Europameistertitel war eines meiner großen Saisonziele. Kitzbühel ist mein Lieblingswettkampfort, mein Wohnzimmer, und die Unterstützung der Fans war heute einfach großartig. Der Knackpunkt war definitiv der Lauf. Am Rad waren einfach zu viele gute Leute sehr schnell", analysierte der 26-jährige Star im Ziel.

Doch nicht nur der Olympiasieger jubelte, sondern auch Lokalmatador Lukas Hollaus. Der Pinzgauer wohnt nur 25 Minuten von Kitzbühel entfernt.

"Mit Platz elf habe ich nie gerechnet. Endlich habe ich einmal in Kitzbühel aufzeigen können und nicht nur in Übersee", strahlte der 27-Jährige über das ganze Gesicht. "Es war einfach ein Superwettkampf."

Zudem feierte Hollaus eine Premiere, er ging als Erster auf die Laufstrecke. "Das ist mir in meiner Karriere noch nie gelungen", freute sich der Salzburger.

Premiere zum Abschluss

Der 22-jährige Tiroler Luis Knabl stieg als Dritter aus dem Wasser im Schwarzsee hinter den Überschwimmern, den russischen Brüdern Polansky. Doch am Rad konnte er seinen Plan, sich abzusetzen, nicht verwirklichen, weil kaum Tempo gemacht wurde.

"Da habe ich gewusst, dass es beim Laufen nicht reichen würde", erzählte Knabl. "Die Leistung war in Ordnung, die Platzierung passt."

Die Europameisterschaften werden am Sonntag mit dem erstmals ausgetragenen Team-Mixed-Bewerb (15.30 Uhr) abgeschlossen. Dabei müssen zwei Damen und zwei Herren abwechselnd 200 Meter Schwimmen, 8,6 Kilometer Radfahren und 2,4 Kilometer Laufen.

Österreichs Sportdirektor Robert Michlmayr nominierte erwartungsgemäß Lisa Perterer und Sara Vilic sowie Lukas Hollaus und Luis Knabl.

Und Hollaus möchte dabei am Sonntag für die große Sensation aus rot-weiß-roter Sicht sorgen.

"Wenn wir alle unsere Leistungen abrufen, dann ist eine absolute Spitzenplatzierung möglich", prophezeite Hollaus. Immerhin lief am Freitag im strömenden Regen Vilic als Neunte in die europäische Spitze.

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