Eine "unmenschliche EM"

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Nach Babypause Sieg bei einer "unmenschlichen EM"

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Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig hat sich am Freitag in Kitzbühel bei den 30. Titelkämpfen ihren vierten Europameistertitel gesichert.

Die Schweizerin gewann auf der olympischen Distanz (1.500 m Schwimmen, 43,2 km Radfahren und 10 km Laufen) 16 Sekunden vor der Deutschen Sophia Saller und 34 vor der Italienerin Annamaria Mazzetti.

Durch den strömenden Regen war es ein extremes Rennen.

Lange in der Spitzengruppe

Die Österreicherinnen Lisa Perterer und Sara Vilic waren lange Zeit bis zum letzten Wechsel in der Spitzengruppe, mussten aber den widrigen Bedingungen mit starkem Regen und Temperaturen um zehn Grad schließlich Tribut zollen.

Die 22-jährige Kärntnerin Vilic belegte mit einem Rückstand von 1:29 Minuten Rang neun, Perterer wurde 3:49 Minuten hinter der Siegerin 16.

Die jungen Österreicherinnen Julia Hauser und Theresa Moser gaben vorzeitig auf - so wie 17 weitere Triathletinnen, nur 21 erreichten das Ziel.

Kampf gegen die Kälte

"Es war fast unmenschlich und grenzwertig. Ich habe noch nie ein so hartes Rennen bestritten. Als ich auf das Rad gestiegen bin, haben meine Muskeln nur gezittert", erzählte Vilic völlig unterkühlt, aber glücklich im Ziel.

Dabei stieg sie als Erste nach dem Schwimmen aus dem Schwarzsee und war bis zum zweiten Wechsel voll in der Spitzengruppe dabei.

"Aber in den ersten zwei Laufrunden haben meine Muskeln komplett zugemacht und waren total hart."

Vilic, die sich als Doppelstaatsbürgerin (Kroatien) schließlich für Rot-Weiß-Rot entschied zu starten, lief sich dann aber warm und holte im Finish noch Platz um Platz auf.

"Ans Aufgeben habe ich aber trotzdem nie gedacht, immerhin sind das meine ersten Meisterschaften für Österreich." Auch bei Perterer spielten die Muskeln letztlich nicht mehr mit.

Sich selbst etwas bewiesen

Strahlend zeigte sich hingegen die 32-jährige Schweizer Olympiasiegerin von London, die in Kitzbühel zum dritten Mal nach 2008 und 2012 triumphieren durfte - diesmal bei einer EM.

Nach London legte sie eine Babypause ein, umso mehr bedeutete Spirig der Titel am Freitag.

"Nach der Geburt meines Sohnes habe ich gezeigt, dass ich noch Eliterennen gewinnen kann. Ich bin unglaublich sprachlos. Ich liebe Kitzbühel", sagte die Bielerin.

Mit den Gedanken noch in Oxford

In den letzten Runden verkleinerte sich ihr Vorsprung sukzessive. "Ich hatte Seitenstechen", erzählte Spirig.

Die junge deutsche Sophia Saller, die ihr erstes Rennen auf der olympischen Triathlondistanz bestritt, kam ihr gefährlich nahe.

Saller hatte eine etwas andere EM-Vorbereitung: Am Donnerstag schrieb sie noch ihre Bachelor-Arbeit in Mathematik in Oxford. "Eigentlich bin ich mit meinen Gedanken noch in England", gestand Saller.

Bei den Juniorinnen war Monika Feuersinger als Achte beste Österreicherin. Bis zum Beginn des Laufens lag die Tirolerin sensationell noch an zweiter Stelle. Der Sieg ging an die Deutsche Laura Lindemann.

Brownlee ist Favorit

Am Samstag steigt schließlich das Herren-Rennen über die olympische Distanz mit Start um 15 Uhr am Schwarzsee.

Topfavorit ist der britische Olympiasieger Alistair Brownlee, der in Kitzbühel in den vergangenen Jahren viermal triumphieren konnte. Österreichs Vertreter sind Lukas Hollaus, Luis Knabl und Thomas Springer.

Zum Abschluss der Titelkämpfe in Kitzbühel gibt es am Sonntag noch erstmals einen Mixed-Team-Bewerb (15.30 Uhr), in dem zwei Damen und zwei Herren abwechselnd über Kurzdistanzen antreten.

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