Sumanns Karriere danach: Von Langeweile keine Spur

Aufmacherbild
 

Von Langeweile keine Spur.

Nur wenige Monate, nachdem Christoph Sumann seine Karriere als Biathlet endgültig beendet hat, widmet er sich der nächsten sportlichen Herausforderung.

Der Steirer nimmt am Sonntag den Ironman Austria in Klagenfurt in Angriff.

„Ich mache es deshalb, weil ich immer an diesem Sport interessiert war und den Ironman gerne mal machen wollte. Die Frage war, ob ich mir dafür Zeit lasse, oder es angehe, wenn ich nach meinem Karriereende noch im Saft stehe“, erklärt der 38-Jährige gegenüber LAOLA1.

Er hat sich für Variante zwei entschieden, „denn wer weiß, ob ich nochmal die Motivation dafür aufbringe“.

Ein kleiner Masochist

Sich diese Strapazen anzutun, obwohl er seine Karriere an den Nagel gehängt hat, grenzt an Masochismus. Eine Veranlagung in diese Richtung weist „Sumi“ nicht von der Hand. „Die braucht man auf jeden Fall. Ich bin aber nichts anderes gewohnt. Ich mache das aber nur für mich und nicht für die Auslage. Ich will mir beweisen, dass ich es schaffe.“

So nimmt er 3,8 Kilometer im Wasser, 180 Kilometer auf dem Rad sowie 42,195 Kilometer in den Laufschuhen auf sich. Angst davor hat er nicht, Sumann sieht der Angelegenheit sogar recht entspannt entgegen.

Schwimmen ist eine Herausforderung, wobei es die kürzeste Disziplin ist. Die Vorbereitung war nicht sonderlich intensiv, weil ich ja schwimmen kann. Ich habe einen Kurs belegt, das sollte reichen, um unbeschadet rauszukommen. Ich mache mir keine Sorgen, abzusaufen.“

Der Staffel-Silberne von Sotschi hat versucht, einmal pro Tag zu trainieren, um sich für den Ironman, der für die schnellsten rund acht Stunden dauert, zu wappnen. „Für mehr hat die Motivation nicht gereicht. Ich habe über 20 Jahre eine Grundlage aufgebaut, von der ich zehren sollte.“

Beim RAA am Start

Mit dem Triathlon ist das Thema Grenzerfahrung für Sumann noch nicht gelaufen. Schon im August setzt er sich erneut aufs Rad. Dann allerdings nicht alleine, sondern mit einer Staffel.

Gemeinsam mit Skisprung-Legende Andreas Goldberger, Snowboarder Benjamin Karl und Extrem-Skifahrer Axel Naglich geht der Biathlet außer Dienst beim Race Around Austria an den Start.

Sieben Olympia-Medaillen, sechs WM-Titel und 18 WM-Medaillen hat das Quartett gewonnen, beim härtesten Radrennen Europas wollen sie gemeinsam für Furore sorgen.

„Benji hat mich letztes mal angeredet“, erklärt Sumann die Anfänge dieser Idee. Der 38-Jährige war sofort angetan, wollte aber die Olympischen Spiele noch abwarten. Karl kam danach erneut auf ihn zu, woraufhin man sich schnell einig wurde.

„Es wird sicher ein Spaß, zugleich aber auch eine brutale Herausforderung. Niemand weiß genau, was auf uns zukommt. Es ich freue mich aber darauf, weil es eine coole Geschichte ist.“

Neue Rolle als TV-Experte

Cool werden soll auch ein weiteres Projekt, das Sumann derzeit plant. „Es geht in die Richtung ‚Sumis ÖSV-Cup‘. Es wird demnächst vorgestellt und ist angelehnt an den Goldi-Cup.“

In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Skiverband und den Landesverbänden sei das eine richtig gute Geschichte. Kinder sollen für die Sportarten Biathlon und Langlauf begeistert werden.

Und dann wäre da noch sein neuer Job als TV-Experte. Als solcher fungiert er ab kommender Saison. Eine Aufgabe, mit der er schon länger geliebäugelt hat.

Er wolle seine Kontakte nutzen, Wissen weitergeben, Geschichten erzählen und Emotionen reinbringen. „Ich glaube, dass das nicht unwesentlich im Sport ist. So kann ich helfen, Biathlon noch populärer zu machen.“

Langweilig wird Christoph Sumann definitiv nicht.


Christoph Nister

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen