Ospaly schafft Hattrick beim Ironman 70.3 St. Pölten

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Geschichte wiederholt sich. Filip Ospaly gewinnt zum dritten Mal in Folge den Ironman 70.3 in St. Pölten.

Trotz hochkarätiger Besetzung – der deutsche Weltrekordler Andreas Raelert sprach im Vorfeld von „einer kleinen Weltmeisterschaft“ - bleibt der Tscheche das Maß der Dinge.

Nach 3:54:45 Stunden spaziert Ospaly über die Finishline, die tschechische Flagge über seinen Schultern.

„Es war unglaublich hart, aber ich habe alles aus mir rausgeholt und zum Glück ist es sich ausgegangen“, freute sich einer der schnellsten Männer über die Halbdistanz mit 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen über den Hattrick vor seiner Haustür.

„St. Pölten ist nur zwei Stunden von meinem Heimatort weg, vielleicht bin ich auch deshalb so stark hier.“

Raelert zufrieden mit Comeback

39 Sekunden nach Ospaly lief Top-Favorit Raelert ins Ziel – erstmals seit sieben Monaten, denn solange wurde der Deutsche von Verletzungen außer Gefecht gesetzt.

Platz drei ging an den Franzosen Cyril Viennot, der nach dem Radfahren noch in Führung lag, aber nicht mit den bekannt laufstarken Ospaly und Raelert mitziehen konnte.

Faris Al-Sultan, ein weiterer Favorit auf den Sieg, musste sich mit Rang 12 zufrieden geben.

„Das Radfahren war in Ordnung, das Laufen eine Quälerei. Aber ich habe gesehen, an welchen Rädchen ich für Klagenfurt noch drehen muss“, so der Weltmeister von 2005.

"Beton" im Neoprenanzug

Während sich das siegreiche Trio in der Event-Arena feiern ließ, waren die rund 2.000 Age-Grouper, so werden die Hobby-Triathleten im Ironman-Fachjargon genannt, entweder noch auf der Radstrecke oder gerade erst zum Laufen gegangen.

Die besten Österreicher kamen mit mehr als zehn Minuten „Verspätung“ ins Ziel, dafür aber im Paket.

Vincent Rieß gewann die rot-weiß-rote Wertung knapp vor Dominik Berger und Philipp Podsiedlik, der beim Schwimmen mit einem gerissenen Neopren zu kämpfen hatte und dadurch den Anschluss an die erste Rad-Gruppe verlor.

„Jeder Armzug hat sich angefühlt, als hätte ich Beton im Anzug“, ärgerte sich der Niederösterreicher, denn: „Ich wäre gerne bester Österreicher geworden.“ Am Ende fehlten ihm wie Raelert 39 Sekunden.

Hempel kehrt auf Bühne zurück

Hannes Hempel belegte beim Comeback nach reduzierter und also abgelaufener Doping-Sperre hinter „Umsteiger“ Franz Höfer den 26. Platz.

„St. Pölten war noch nie mein Rennen, außerdem hat mir die Rennhärte gefehlt. Aber ich kann meine Schlüsse für den Ironman in Klagenfurt ziehen“, möchte er am 1. Juli voll da und ganz vorne dabei sein.

Ebenfalls am Event-Gelände gesichtet: Michael Weiss, der auf Kurzbesuch in der Heimat war.

Gajer zündet spät den Turbo

Bei den Damen ging der Sieg überraschend an die Deutsche Julia Gajer, die am Halbmarathon erst ganz spät in Führung ging und diese nicht mehr hergab.

Ihre Siegerzeit: 4:23:14 Stunden. Die Ungarin Erika Csomor musste sich wie schon 2010, als sie um 0,2 Sekunden das Nachsehen hatte, und 2011 wieder mit Platz zwei zufrieden geben.

Rang drei ging an die 45-jährige (!) Natascha Badmann aus der Schweiz, die vor vier Wochen den Ironman South Africa gewinnen konnte – als älteste Frau in der Geschichte von M-Dot-Rennen.

„Dafür, dass ich Südafrika noch gespürt habe, war es ein gutes Rennen“, freute sich die sechsfache Ironman-Weltmeisterin über weitere Punkte für das Kona Pro Ranking und also die Qualifikation für Hawaii.

Beste Österreicherin wurde Irina Kirchler, die auf dem elften Platz landete.

Stephan Schwabl

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