Defekt-Teufel stoppt Weiss - Rang 16 bei der WM

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Einer der härtesten Wettkämpfe der Welt wurde in diesem Jahr seinen Ruf gerecht:

Die Ironman World Championships hatten in diesem Jahr alles zu bieten, was den Mythos Hawaii ausmacht. Das musste auch Michael Weiss am eigenen Leib verspüren.Der Niederösterreicher finishte das Rennen in 8:38:27 Stunden auf Rang 16. Trotz Defekt auf der Radstrecke. „Das Glück war diesmal nicht auf meiner Seite!“

Allein auf weiter Flur

Um 6:25 Uhr Ortszeit wurde das Rennen der 53 männlichen und 35 weiblichen Profis traditionell mit einem Kanonenschuss eröffnet. Starker Wellengang und tückische Strömungen rissen das Feld auf dem 3,8 km langen Kurs schnell auseinander.

„Ich habe leider den Anschluss an die schnelle Gruppe verpasst und musste über weite Strecken alleine schwimmen.“ Nach 1:00:52 Stunden stieg Michael Weiss als 48. aus dem Wasser und auf seine Zeitfahrmaschine, bereit für die große Aufholjagd.

Ein lauter Knall

Schnell konnte der Gewinner von zwei Ironman-Rennen einige Plätze gut machen. Bis es bei Kilometer 15 einen Knall machte und der Defektteufel zuschlug. „Der Hinterreifen ist beim Tempo 50 wie aus dem Nichts explodiert. Das Wechseln hat mich leider wertvolle Minuten gekostet.“ Um auf Nummer sicher zu gehen, ließ er vorne noch etwas Luft aus.

An der Spitze übernahm nach rund 70 Kilometern der spätere Weltmeister Sebastian Kienle aus Deutschland die Führung.

„Er hat das Verfolgerfeld regelrecht gesprengt, ab dem Zeitpunkt wurde es hinten richtig nervös und hektisch. Aber ich habe mich weiter an meinen Plan gehalten und bin mein Tempo gefahren“, ließ sich Weiss nicht aus dem Konzept bringen. Auch nicht vom starken Seitenwind auf dem Rückweg vom Wendepunkt in Hawi.

Nach 4:33:55 Stunden und 180 Kilometern stellte der 33-Jährige sein Bike in der Wechselzone am Pier von Kailua-Kona ab und ging auf den abschließenden Marathon – mit viel Wut im Bauch und noch mehr Kampfgeist.

Im "Pac-Man-Style"

Während zahlreiche Top-Favoriten wie der Belgier Marino Vanhoenacker oder Tim O’Donnell aus den USA den harten Bedingungen Tribut zollen und aufgeben mussten, arbeitete sich Weiss im „Pac-Man-Style“ weiter nach vorne. Kurz vor der Finishline überholte er noch den Spanier Ivan Rana, der im Sommer noch das Maß der Dinge beim Ironman Austria war, und lief nach 8:38:27 Stunden als 16. ins Ziel.

„Ich bin stolz auf meine Leistung, dass ich bei diesem hochkarätigen Feld trotz Pech so gut abgeschnitten habe. Zum perfekten Tag gehört auch ein bisschen Glück, das war heute nicht auf meiner Seite.“ Nachsatz: „Eines steht schon jetzt fest: Ich komme wieder!“

33 ist wie 23

Neben ersten Punkten für das Kona Pro Ranking 2015 nimmt Österreichs schnellster Ironman-Profi auch wieder jede Menge Erfahrung mit. „Ich bin erst 33, das ist wie 23 in jeder anderen Sportart. Ich habe mein Höchstleistungsalter noch vor mir.“

Vor dem Weiterflug nach Maui, wo am 26. Oktober bei der XTERRA-Weltmeisterschaft die Medaillen im Cross-Triathlon vergeben werden, wird sich Michael Weiss noch mit seinem Trainerteam zusammensetzen.

„Ich habe in diesem Jahr vier Ironman-Rennen gemacht, die werden wir genau analysieren und dann mit den Planungen für die Saison 2015 beginnen.“ Die Höhepunkte stehen bereits fest: die Ironman 70.3-WM in Zell am See und natürlich der Ironman Hawaii.

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