Weiss: "Es war ein Kampf ums Überleben"

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Der Deutsche Jan Frodeno und die Schweizerin Daniela Ryf haben am Samstag den Ironman auf Hawaii gewonnen.

Der 34-Jährige Frodeno schrieb damit Geschichte: Vor ihm hatte noch nie ein Olympiasieger auch den Klassiker auf Big Island für sich entschieden. Der Österreicher Michael Weiss belegte bei seinem fünften Antreten in Kailua-Kona Platz 16.

Duell mit Kienle blieb aus

Im Ziel auf dem Ali'i Drive hatte der Vorjahres-Dritte Frodeno nach 8:14:40 Stunden Tortur 3:03 Minuten Vorsprung auf den 39-jährigen Andreas Raelert, der damit für einen deutschen Doppel-Erfolg sorgte.

Dritter wurde der US-Amerikaner Timothy O'Donnell. Das von vielen erwartete Duell der Freunde Frodeno gegen Sebastian Kienle blieb aus. Der Titelverteidiger, ebenfalls aus Deutschland, musste sich mit Platz acht begnügen.

"Es war brutal"

Grundlage für Frodenos Triumph war seine Ausgeglichenheit. Bereits nach dem Schwimmen war er vorne dabei, auch nach dem Radfahren war er gemeinsam mit Kienle an der Spitze.

Auf der Laufstrecke konnte er sich dann schnell vorentscheidend absetzen. "Ich bin total glücklich. Ich hatte eine gute Laufform, aber es war brutal, hier war kein Schatten, gar nichts", sagte Frodeno.

Weiss lieferte Aufholjagd


Der Niederösterreicher Weiss, Österreichs einziger Beitrag im 58-köpfigen Profi-Feld der Männer, war mit seiner Leistung nach einer beachtlichen Aufholjagd zufrieden.

Nach großem Rückstand im Schwimmen arbeitete sich der dreifache Ironman-Sieger auf dem Rad von Platz 50 konstant nach vorne.

"Ich hatte super Beine, fühlte mich sehr gut und habe mich strikt an meinen Plan gehalten", sagte der 34-Jährige, der die zehntbeste Radzeit im Bewerb ablieferte.

"Gedanken zum Aufgeben sehr stark"

Den abschließenden Marathon nahm er von Position 20 in Angriff.

"Am Ali'i Drive war es extrem heiß, der Körper hat zu überhitzen begonnen und mir wurde extrem übel. Die Gedanken zum Aufgeben waren sehr stark", berichtete Weiss darüber, dass er kein Eis an der ersten Versorgungsstation bekam.

Gegen Ende habe er aber erneut "super Beine" gespürt, die ihn schließlich in 8:44:30 Stunden über die Ziellinie trugen.

"Ergebnis war zweitrangig"

"Es war ein Kampf ums Überleben, der viele Opfer gefordert hat. Das Ergebnis war heute eher zweitrangig für mich, ich wollte einfach nur ins Ziel kommen", sagte Weiss.

Nun geht es für ihn gleich ins nächste Trainingslager in Colorado Springs, wo er sich auf die Titelverteidigung beim Ironman Cozumel vorbereitet.

"Nächstes Jahr möchte ich dann endlich die Top Ten in Kona knacken."

Premiere für Ryf

Für Ryf war es der erste Ironman-Erfolg. Die ebenso wie Frodeno favorisierte 28-Jährige deklassierte die Konkurrenz und ließ die Britin Rachel Joyce mehr als 13 Minuten hinter sich.

Dritte wurde Liz Blatchford aus Australien. Titelverteidigerin Mirinda Carfrae aus Australien gab wegen Rückenbeschwerden auf der Radstrecke auf.

Wutti ebenfalls 16.

Die Österreicherin Eva Wutti gab ihr Hawaii-Debüt.

In 9:43:25 Stunden belegte die Kärntnerin Rang 16. Wutti hatte Ende Juni den Ironman Austria in Klagenfurt gewonnen, auf ein Antreten bei der 70.3-WM Ende August in Zell am See musste sie wegen Achillessehnenbeschwerden verzichten.

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