Red Bull X-Alps: Chrigel Maurer und seine Jäger

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Red Bull X-Alps. Das härteste Adventure-Race der Welt. Von Salzburg nach Monaco. Mehr als 1.000 Kilometer. Die höchsten Berge des Kontinents. Mit dem Paragleiter oder zu Fuß.

Die 31 Teilnehmer – allesamt von einer hochkarätigen Experten-Jury handverlesen – werden an ihre Grenze gehen.

Zehn, elf, zwölf Tage lang, ohne Unterbrechung. Nur die Besten erreichen das Ziel in Monaco.

Grenze permanent da

„Die Belastung ist vielfältig, nicht nur körperlich. Man muss sich ständig mit dem eigenen Schmerz auseinandersetzen“, erklärt Mentalcoach Thomas Baschab.

„Die Grenze ist permanent da, im körperlichen Bereich und dadurch auch im geistigen und mentalen Bereich. Du musst Schmerzen aushalten und mit Müdigkeit umgehen können, dazu noch der Wettbewerbsdruck.“

Durch das Live-Tracking weiß jeder Athlet immer und zu jeder Zeit, wie er im Rennen liegt.

Enorme Dichte

Wenn am Sonntag der Startschuss am Mozartplatz fällt, gibt es mit Titelverteidiger Christian Maurer einen großen Gejagten.

Die Liste der Jäger, sagt X-Alps-Mastermind Hannes Arch, war noch nie so hochkarätig zum zehnjährigen Jubiläum.

„Die Dichte ist enorm, das hat man auch schon im Vorfeld gemerkt. Der Chrigel, das ist mein persönliches Gefühl, ist heuer ziemlich nervös, denn er spürt den Druck der anderen Athleten“, so der ehemalige Air-Race-Weltmeister.

LAOLA1 schaut sich die Favoriten für den Sieg bei der 2013er-Edition von Red Bull X-Alps etwas genauer an.

CHRIGEL MAURER

Der Schweizer ist der Mann, den es auch in diesem Jahr zu schlagen gilt. Dass Maurer mit Druck umgehen kann, hat er vor zwei Jahren bewiesen, als er seinen Titel eindrucksvoll verteidigt hat. Gelingt dem 30-Jährigen das Triple? Zuletzt ließ er wissen, dass er sich in Sachen Ausrüstung „angespannt und unvorbereitet“ fühlt. Alles nur Taktik? Mit Supporter Thomas Theurillat hat Maurer einen erfahrenen Piloten und Bergsteiger an seiner Seite. Außerdem kann er in der Schweiz auf ein Netzwerk vertrauen, das ihn mit aktuellen Insider-Tipps versorgt.

PAUL GUSCHLBAUER

Schon bei seiner zweiten Teilnahme gilt der Steirer als erster Herausforderer von Chrigel Maurer. Kein Wunder, hat er doch mit Platz drei bei seiner Premiere 2011 alle verblüfft. In der Vorbereitung hat Guschlbauer nichts dem Zufall überlassen. Weder in Sachen Training, noch beim Material. Sein Wettkampfschirm („Das war Liebe auf den ersten Blick!“) bekam erst vor wenigen Tagen das notwendige Gütesiegel. Der passionierte Ausdauersportler mit einer Vergangenheit als Kletterer und Mountainbiker hofft, es diesmal bis nach Monaco zu schaffen. Sollte ihm das schneller gelingen als dem Rest des Feldes, sagt er natürlich nicht Nein.

TOMA COCONEA

Oder auch: die X-Alps-Legende. Der Rumäne war bislang bei jeder Ausgabe dabei – und fast immer erfolgreich. 2011 lief der 37-Jährige, den sie „Running Man“ rufen, unglaubliche 981 Kilometer und schaffte es so auf Platz zwei. 2007 wurde er ebenfalls Zweiter, damals knackte er sogar die 1.000 Kilometer. Mit dem Sieg hat es bislang nicht geklappt – aber vielleicht hilft Coconea in diesem Jahr eine neue Taktik: Weniger laufen, mehr fliegen! Und wenn das Sprichwort von der verpatzten Generalprobe und der erfolgreichen Aufführung auch nur ein Fünkchen Wahrheit enthält, dann mischt Coconea wieder ganz vorne mit. Denn zum Wochenbeginn krachte er beim Training in Werfenweng in eine 30 Meter hohe Fichte und musste von der Feuerwehr geborgen werden.

AARON DUROGATI

„Die Italiener werden ein ordentliches Wörtchen um den Sieg mitreden“, ist Organisator Hannes Arch überzeugt. Einer aus der starken italienischen Abordnung ist Durogati, der den Schirm ITA1 fliegt. Der 27-Jährige hat erst kürzlich bewiesen, dass er zumindest flugtechnisch das Zeug für einen Spitzenplatz hat. Beim Paragliding World Cup in Kolumbien ließ er im Finale einem gewissen Chrigel Maurer keine Chance. Schirm-Designer Gin Seok Song hält große Stücke auf den Südtiroler: „Er ist einer der schnellsten Piloten aller Zeiten!“ Und als solcher bekommt er natürlich Top-Material. Gin stellt ihm einen speziellen Leichtbauflügel zur Verfügung, an dessen Entwicklung er großen Anteil hatte. Durogatis Erfolgsliste im Flugsport ist lange, aber das Red Bull X-Alps ist sein erstes Adventure-Race.

BABU SUNUWAR

Der Nepalese ist das „dark horse“ im Teilnehmerfeld. Von „National Geographic“ wurde er für seinen irren Trip durch Nepal – fliegend und laufend, was sonst? – zum „2012 Adventurer of the Year“ ernannt. In der Szene ist der 30-Jährige schon seit vielen Jahren ein Begriff, einer breiten Öffentlichkeit wurde er mit seinem verrückten (manche sagen auch genialen) Flug vom Kilimandscharo – bei absolut unfliegbaren Bedingungen. Die Vorbereitung auf das Red Bull X-Alps verlief durchwachsen: Erst kämpfte Sunuwar mit gesundheitlichen Problemen, dann ging ihm das Geld aus. Zuletzt hat er sich in Europa vorbereitet und wurde dabei auch von Chrigel Maurer unterstützt. Wenn er noch einmal so viel Glück hat wie am Kilimandscharo, wo er nach 40 Startversuchen in die Luft ging, könnte er in der Spitze mitreiten.

 

Auf der Rechnung haben sollte man auch Martin Müller (SUI2), der 2007 schon wie der sichere Sieger aussah, ehe ihn eine Zeitstrafe auf Rang drei zurückwarf.

Der Vorarlberger "Mad Mike" Küng hat aus seinen Fehlern von vor zwei Jahren gelernt und geht top-motiviert und bestens vorbereitet ins Rennen.

Der Japaner Kaoru Ogisawa ist ein absoluter Publikumsliebling, aber kann der 53-Jährige nicht nur begeistern sondern auch vorne mitmischen?

 

Stephan Schwabl

 

LAOLA1.at berichtet täglich von Red Bull X-Alps. Mit dem Online-Tracking hast du die Möglichkeit, deinem Favoriten rund um die Uhr auf den Fersen zu bleiben.

LAOLA1.tv hat die besten Videos vom Abenteuer-Rennen. Hier geht's zu den Vorschau-Clips mit Paul Guschlbauer!

ServusTV überträgt den Start am Sonntag live aus Salzburg, los geht’s ab 11 Uhr. Ab Montag gibt es ein tägliches Live-Update (Montag bis Freitag, 18:15 bis 18:45 Uhr) mit aktuellen Entwicklungen und Experten.

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