Verrückt! Kopfüber ins Glück

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Mike Küng: "Eine komplett andere Blickweise!"

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Es begann, wie es eigentlich immer beginnt. Mike Küng checkte seinen Gleitschirm, prüfte alle Leinen, kontrollierte den Rettungsschirm.

Normalerweise wäre er nach erfolgreichem Check in eine Gondel oder Seilbahn gestiegen oder hätte zu Fuß einen Berg erklommen, um dann ins Tal zu fliegen.

Aber an diesem November-Wochenende bei idealen äußeren Bedingungen hatten der fliegende Extremsportler und das Nova-Team etwas anderes im Sinn.

Es kribbelt immer wieder

Sie bestiegen für ein atemberaubendes Abenteuer einen Heißluftballon, den sie 1.000 Meter über der Erde mittels „Head-over-Sprung“ verließen.

Diese Art des Ausstiegs und Absprungs sieht nicht nur spektakulär aus, es ist auch für einen erfahrenen Springer wie „Mad Mike“, diesen Künstlernamen hat sich Küng durch Aktionen wie seinen Höhenflugweltrekord mit dem Gleitschirm, die Überquerung des Ärmelkanals oder einem Indoor-Head-over aus 94 Metern verdient, immer wieder „ein spezielles Feeling“.

Auch wenn es der Vorarlberger leicht aussehen lässt, Routine wird es auch für ihn, der mit seinem Gleitschirm schon kopfüber aus Helikoptern, Bergbahnen und von Brücken gesprungen ist, nie.

„Die Anspannung ist jedes Mal groß, es kribbelt und wenn ich gesprungen bin, ist es der pure Genuss", grinst Küng, der mittlerweile auch im Tandem kopfüber in die Tiefe springt, im Gespräch mit LAOLA1.

"Früher war es Harakiri"

Hintergrund der spektakulären Aktion mit dem Ballon war das Testen von neuen Gleitschirmen.

Denn Küng arbeitet und fliegt für „Nova Wings“ und damit für einen der renommiertesten Hersteller am Markt als Testpilot und entwickelt neue Schirme so lange, bis sie eine Zulassung bekommen.

„Die Designer machen einen Entwurf, der geht dann durch ein Simulationsprogramm, um zu sehen, wie der Schirm reagiert. Früher war das Harakiri, aber in den letzten Jahren hat sich da sehr viel getan“, so Küng, der vom Anfänger- bis zum Hochleistungsschirm alles testet.

Die ersten Flüge finden meist über dem Achensee statt, um im Fall der Fälle nass statt hart zu landen.

Dem Winter ausweichen

Damit die Entwicklung der neuen Schirme im Winter nicht stillsteht, weil in unseren Breiten die Thermik nicht so mitspielt, zieht es „Mad Mike“ mit seinen Nova-Schirmen in den Süden.

„Wir weichen dem Winter aus, gehen zum Beispiel nach Monaco und fliegen dort Prototypen.“

Aber zwischendurch wird der 42-Jährige immer wieder nach Hause kommen – und bei einigen Ballonfestivals, zum Beispiel in Bad Wiessee, kopfüber seine Perspektive verändern.

Stephan Schwabl

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