Das Brett im Kopf statt davor

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Hernler: Bereit für das Duell mit dem "Wunderkind"

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Dominik Hernler ist in heimischen Gewässern das Maß der Dinge.

Wenn der junge Kärntner sein Wakeboard anschnallt, macht ihm in Österreich keiner etwas vor.

Weder hinter dem Boot, noch am Lift. Am Wochenende muss sich der zigfache Staatsmeister aber internationaler Konkurrenz stellen.

Denn beim „Red Bull Wake of Steel“ im Linzer Hafen geben sich am 15. und 16. Juni einige der besten Rider auf diesem Planeten das Cable in die Hand.

Lauter große Namen

Getrickst wird auf einem halbversunkenen Frachter, der mit allen möglichen Kickern und Rails „verziert“ und mit einem mobilen Lift ausgestattet wurde.

„Ich habe bislang nur Fotos gesehen, aber ich freue mich schon irrsinnig. Das wird eine einzigartige G’schicht“, kann es der 19-Jährige kaum noch erwarten endlich auf den einzigartigen Nass-Spielplatz zu dürfen.

Seit vergangenem Wochenende steht das Starterfeld: Zu den 12 eingeladenen Wakeboard-Pros, darunter natürlich auch Hernler, kamen bei zwei Qualifyer-Events noch vier weitere Starter.

„Es ist ein Wahnsinn, wer in Linz aller dabei ist, das sind lauter große Namen.“

"In seiner eigenen Liga"

Angeführt wird das Starterfeld vom erst 14-jährigen Daniel Grant.

Der Brite mit Hauptwohnsitz Thailand räumte in den letzten beiden Jahren alles ab, was es abzuräumen gab, darunter drei Weltmeistertitel.

„Daniel gewinnt zur Zeit jeden Contest, bei dem er mitfährt. Er ist in seiner eigenen Liga“, staunt auch Hernler, der aber natürlich den Grund für die Dominanz des „Wunderkinds“ kennt.

„Er ist in Thailand mit dem Wakeboard aufgewachsen, hat perfekte Bedingungen vor der Haustür und steht 365 Tage im Jahr auf dem Brett.“

Wakeboard vs. Snowboard

Hernler kommt auf ungefähr acht Monate, sechs davon in Österreich.

Die restliche Zeit verbringt er auf dem Snowboard. „Das hilft mir extrem, um über den Winter zu kommen.“

Genau wie sein Trampolin, auf dem neue Tricks zunächst im Trockenen geprobt werden.

"Immer wieder unglaublich"

Die Inspiration dafür finden die Wakeboarder – wie eigentlich alle Fun- und Extremsportler – natürlich im Internet.

„Man muss nur reinklicken und ist immer am neuesten Stand, egal wo man sich gerade befindet.“

Das Suchen und Finden von neuen Videos, lacht Hernler, ist immer wieder spannend.

Aber nichts geht über das Gefühl, wenn man einen neuen Trick dann selbst das erste Mal steht, also perfekt landet. „Das Feeling ist jedes Mal wieder unglaublich!“

Erstmals in den USA am Start

Nach dem „Wake of Steel“ in Linz wird Dominik Hernler, der bereits mit 11 Jahren für das Nationalteam nominiert wurde, zunächst einen Wettkampf am Boot bestreiten.

Dann geht es weiter in die USA und dort zu einer Premiere.

„Es ist das erste Mal, dass ich zu einem Contest in Amerika eingeladen wurde“, freut sich der Österreicher schon auf die „Red Bull Wake Open“ in einer der Wakeboard-Hochburgen.

„Da wollen viele dabei sein, aber nur die wenigsten bekommen eine Einladung“, weiß er, dass eine starke Performance dort seiner Karriere einen weiteren Boost verpassen würde.

Ginge es nur darum, zu testen, wie er aktuell dasteht im internationalen Vergleich, müsste er nicht um die halbe Welt fliegen. „Viel höher als beim Wake of Steel kann das Niveau gar nicht mehr sein!“

Stephan Schwabl

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