Liu Jia als heißestes Eisen im ÖTTV-Stall

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Die Tischtennis-Europameisterschaften von Mittwoch bis Sonntag (17. bis 21. Oktober) in der dänischen Stadt Herning (LAOLA1 überträgt die EM im Livestream) sind erstmals nur für die Individualbewerbe Einzel und Doppel ausgeschrieben.

Team-Titel werden nur noch in ungeraden Jahren ausgetragen, das nächste Mal vom 4. bis 13. Oktober 2013 im Schwechater Multiversum. In Jütland ist Österreich mit zehn Spielern vertreten, sechs Herren und vier Damen.

Beste Erinnerungen

An Dänemark hat der österreichische Tischtennisverband (ÖTTV) besonders gute Erinnerungen, fanden dort doch vor sieben Jahre die für Rot-Weiß-Rot bisher erfolgreichsten Kontinental-Titelkämpfe statt.

Konkret brachte Aarhus 2005 Gold für Liu Jia und das Doppel Werner Schlager/Karl Jindrak, Silber für Chen Weixing im Mixed sowie das Herren-Team als auch Bronze für das Mixed Schlager/Liu. Diese Ausbeute ist diesmal nicht zu erwarten, nicht nur wegen der Teambewerb-Absenz.

Gerade aber Liu ist hoch einzuschätzen. Nach der Absage der niederländischen Titelverteidigerin Li Jiao wegen einer Rücken- und Handgelenksverletzung ist die Linzerin als Nummer fünf eingestuft.

"Susi" will Titel

Österreichs Nummer eins hat sich innerhalb von zwei Monaten durch den Gewinn der Tschechien Open sowie dem Einzug ins Weltcup-Viertelfinale in der Weltrangliste um 17 Positionen auf Rang 24 vorgearbeitet. In ihrer derzeitigen Verfassung ist Liu bei der EM das heißeste ÖTTV-Eisen.

"Ich möchte Europameisterin werden", stellte die 30-Jährige gegenüber der APA - Austria Presse Agentur auch unmissverständlich klar."Ich freue mich auf das Turnier, weil ich eine gute Vorbereitung hatte. Ich möchte wissen, wo ich stehe."

Mentale Stärke führt Liu als den für den Erfolg wichtigsten Punkt an. Dafür gilt es ab der Anreise am (heutigen) Dienstag frisch zu werden, nachdem sie zuletzt viel trainiert und am Wochenende vier Bundesliga-Partien bestritten hat.

Keine Doppelbelastung

Ein Vorteil für die Europa-Top-12-Siegerin 2005 könnte sein, dass sie diesmal ohne Belastung aus dem Teambewerb antreten kann. Nicht selten hatte ein Großteil der Verantwortung in der Mannschaft auf ihr gelastet, im Einzel war die körperliche und geistige Frische dann nicht mehr so gegeben.

Diesmal stört nicht einmal das Doppel, für das sie nicht genannt hat. Lius 15 Monate alte Tochter Anna und der dänische Ehemann David bleiben daheim. Ihn hat sie 2005 bei der Aarhus-EM kennengelernt.

Noch wichtiger als für Liu ist das Fehlen des Teambewerbs für Schlager. Der 40-jährige Ex-Weltmeister musste 2011 in Danzig nach dem Gewinn von Team-Bronze erschöpft für das Einzel absagen.

"Körper hält durch"

Schlager hat 18 der bisher 28 ÖTTV-EM-Medaillen gewonnen. Im Einzel reichte es für Silber 2009 sowie Bronze 2002, 2008 und 2010. Damit hat er bei seinen drei jüngsten Einzel-Antreten zugeschlagen. Bei der Vorbereitung in Porec war Schlager dabei. "Der Körper hält durch", meinte er zuversichtlich.

Außer Liu sind von den Österreichern in der "Jyske Bank Boxen"-Arena bei den Damen auch Li Qiangbing (Nummer 17) und Amelie Solja (21) sowie bei den Herren Chen Weixing (9), Robert Gardos (11), Schlager (16) und Daniel Habesohn (25) unter den Top 32 und gesetzt.

In die Qualifikation müssen am Mittwoch Sofia Polcanova bzw. Stefan Fegerl und Feng Xiaoquan. Im Doppel sind 16 Paare gesetzt, u.a. Gardos/Habesohn (6). Fegerl/Feng und Solja/Polcanova spielen Qualifikation.

Duo vor Debüt

Für die gebürtige Deutsche Solja und die gebürtige Moldawierin Polcanova ist es das EM-Debüt. Während für Polcanova nach fünfjährigem Aufenthalt in Österreich die Wartefrist abgelaufen ist, gibt es für die kürzer in ihrer neuen Heimat lebende Solja eine Ausnahmegenehmigung des Europäischen Verbandes (ETTU).

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