Goldene Nerven aus Stahl

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EM-Gold für Tischtennis-Doppel Gardos/Habesohn

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Robert Gardos und Daniel Habesohn sind Tischtennis-Europameister im Doppel.

Das österreichische Duo triumphierte am Samstagabend im dänischen Herning im Finale gegen die schwedische Paarung Kristian und Mattias Karlssen nach hartem Kampf und 1:04 Stunden Spielzeit mit 4:3 (10,9,-10,-11,5,-13,10).

Damit holten der Wiener und der Niederösterreicher die insgesamt fünfte EM-Goldmedaille für den ÖTTV.

Dazu hat auch Ex-Europameisterin Liu Jia im Einzel zumindest Bronze sicher.

Vorentscheidung verpasst

Der 33-jährige Gardos und der 26-jährige Habesohn lagen zu Beginn zwar schnell 2:7 zurück, ließen sich dadurch aber nicht beirren und holten sich die ersten beiden engen Sätze.

Im dritten ließen sie dann eine 8:3-Führung ungenützt, wodurch die Schweden zurück ins Spiel kamen und schließlich den 2:2-Ausgleich schafften.

Der klar gewonnen fünfte Durchgang schien bereits die Vorentscheidung gebracht zu haben, doch das ÖTTV-Doppel ließ vier Matchbälle im sechsten Satz aus.

Sechsten Matchball verwandelt

Somit ging es in die alles entscheidende Verlängerung, in der Gardos/Habesohn bei 10:9 erneut Matchball hatten. Auch diesen wehrten die Karlssons ab.

Der sechste saß dann aber und sorgte für Riesenjubel im rot-weiß-roten Lager.

Denn für Gardos, EM-Dritter 2008 in St. Petersburg im Einzel, und Habesohn, der bisher nur mit dem Team im Vorjahr in Danzig EM-Bronze geholt hatte, war es der bisher größte Erfolg ihrer Karriere.

Mit Aufgaben gesteigert

"Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir hatten das Ziel so knapp vor Augen, dass wir in Satz sechs vier Matchbälle nicht verwerten konnten war schon ein harter Brocken. Aber ich denke, wir haben am Ende verdient gewonnen, auch nach den vergebenen Chancen haben wir fest an uns geglaubt", erklärte der Wiener Habesohn.

"Nach unseren schlechten Leistungen im Einzel waren unsere Erwartungen für das Doppel eigentlich nicht groß."

Nach drei abgewehrten Matchbällen in der ersten Runde hätten sie sich aber mit den Aufgaben gesteigert.

"Waren mental stark"

Auch Gardos war heilfroh, dass sein Partner und er in den entscheidenden Momenten die Nerven bewahrt hatten.

"Ich habe noch selten so einen Krimi erlebt, noch dazu in einem Finale. Unser Erfolgsgeheimnis war, dass wir mental stark waren. Dass wir nach den vergebenen Matchbällen weiter unser Spiel durchgezogen haben, war eine mentale Meisterleistung", betonte der gebürtige Ungar.

In Fußstapfen von Schlager/Jindrak

Durch den Triumph hat der ÖTTV seine seit 1998 währende EM-Medaillenserie zum elften Mal fortgesetzt.

Es war die erste Doppel-Medaille eines rein österreichischen Teams seit Gold 2005 in Aarhus von Werner Schlager und Karl Jindrak.

Schlager hatte danach auch noch mit dem Franzosen Patrick Chila (2007/Belgrad/Bronze) und dem Niederländer Trinko Keen (2008/St. Petersburg/Silber) jeweils eine EM-Medaille erobert.

Liu Jia kämpft um zweites Gold

Liu hatte unmittelbar nach dem Finaleinzug von Gardos/Habesohn, die sich in der Vorschlussrunde gegen das favorisierte Duo Dimitrij Ovtcharov/Wladimir Samsonow (GER/BLR-3) mit 4:2 (2,8,-7,7,-7,5) durchgesetzt hatten, bereits die zweite ÖTTV-Medaille in Dänemark fixiert.

Die Linzerin mit chinesischen Wurzeln fertigte im Viertelfinale die Deutsche Kristin Silbereisen in nur 37 Minuten mit 4:1 (5,8,10,-8,2) ab.

Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft sie nun am Sonntagvormittag (ab 10 Uhr live bei LAOLA1.tv) auf die für Frankreich spielende Yi Fang Xian.

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