Walter Mayer in Italien im Zeugenstand

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Der ehemalige ÖSV-Trainer Walter Mayer wird am kommenden Mittwoch (20. Juli) als Zeuge beim Doping-Prozess in Susa im Piemont befragt.

"Ich erwarte mir von Mayers Aussagen einen signifikanten Beitrag zur Klärung des Falls. Es wird bestimmt eine interessante Verhandlung werden", sagte der Südtiroler Rechtsanwalt Wolfgang Burchia.

Burchia vertritt den angeklagten ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel.

Sprachliches Problem

Die Verteidigung Mayers oder die der anderen Angeklagten könnte bei Richterin Alessandra Danieli einen Antrag auf Durchführung von Rechtshilfe einreichen.

Damit könnten Zeugen auch in Österreich befragt werden. Die Verteidigung klagte wegen der Nicht-Übersetzung zahlreicher Unterlagen in italienischer Sprache.

Über 3.500 Seiten, die als relevante Akten im Prozess bewertet werden, seien bei Prozessbeginn nicht übersetzt worden.

Interessierter Zaungast

Mayer war bereits im April ohne Vorladung nach Susa gereist, um dem Doping-Prozess beizuwohnen.

Er wollte dort Akteneinsicht erlangen und seinen italienischen Pflichtverteidiger treffen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Mayer an den Verhandlungstagen gefehlt.

Die lange Blutspur

In Susa wird seit 2009 in einem Prozess gegen mehrere Athleten und Funktionäre des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) die Doping-Affäre bei den Olympischen Winterspielen 2006 aufgearbeitet.

Damals hatten italienische Carabinieri auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Turin die Privatquartiere der ÖSV-Langläufer und -Biathleten durchsucht und belastende Gegenstände und Substanzen gefunden.

Ein Ausblick

Rechtsanwalt Burchia geht davon aus, dass der Prozess in Susa bis Jahresende zu Ende gehen könnte.

"Es könnte aber auch erst im Frühjahr 2012 abgeschlossen werden. Wenn zur Wahrheitsfindung weitere Zeugen befragt werden sollen, ist es für uns in Ordnung, wenn weitere Gerichtsverhandlungen stattfinden", meinte Burchia.

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