Zwei Rio-Tickets sollen her

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WM in London als Sprungbrett nach Rio

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Wo sonst nur Medaillen zählen, könnte bei Österreichs Wildwasser-Kanuten in dieser Woche auch ein Top-15-Ergebnis für Jubelstimmung sorgen.

Bei der WM ab Mittwoch in London gilt das Hauptaugenmerk des Verbandes nämlich vorrangig der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Dafür ist keine Medaille, sondern ein Platz unter den besten 15 Nationen notwendig.

Klar definiertes Ziel

Im wuchtigen Kanal des Lee Valley White Water von London, ausgerechnet der Strecke der letzten Olympischen Sommerspiele (2012), geht es ab Mittwoch im Kajak-Einer um die Qualifikation für die kommenden Spiele in Rio.

"Unser Ziel ist klar: Wir wollen zwei Quotenplätze für Rio holen", gab ÖKV-Sportdirektor Helmar Steindl die Marschroute vor.

Kuhnle hat hohe Ziele

Für Corinna Kuhnle gilt die Zielsetzung des Verbands nur bedingt. Österreichs Paradekanutin reiste als neuerliche Gesamtweltcupsiegerin nach London, ihre Ambitionen liegen höher:

"Das ultimative Ziel ist den Quotenplatz zu holen, das sollte möglich sein. Die erste Österreicherin zu werden, wäre auch von Vorteil. Und ich möchte ins Finale kommen. Gelingt mir das, ist alles möglich", erklärte Kuhnle.

"Corinna Kuhnle zählt sicher zu den Favoritinnen", sagt auch Sportdirektor Steindl über die zweifache Weltmeisterin (2010, 2011).

Schmerzvolle Erinnerung

Beim vergangenen Weltcup in London war sie Zweite, die Strecke gehört zu Kuhnles Lieblingsstrecken.

"Der Spaßfaktor dort ist gegeben. Aber der Kanal ist unberechenbar", meinte Kuhnle. Das musste sie auch bei Olympia 2012 leidvoll miterleben, wo sie als Mitfavoritin enttäuscht leer ausging.

Die Konkurrenz ist auch diesmal groß, die 28-jährige Niederösterreicherin zählt Olympionikin Emelie Fer aus Frankreich und die Britinnen aufgrund des Heimvorteils zu ihren schärfsten Konkurrentinnen.

Harter Wettstreit

Besonders bei den Damen ist der Wettstreit um den Quotenplatz - pro Nation und Bewerb gibt es nur einen - umkämpft.

Neben Kuhnle seien, so Steindl, auch Violetta Oblinger-Peters und Lisa Leitner bei guten Läufen ein Resultat unter den besten 15 Nationen zuzutrauen. Diese Platzierung gilt als "Benchmark" für das Erreichen des Olympiatickets.

"Oblinger-Peters nimmt den Bewerb enorm ernst, sie will unbedingt noch einmal bei Olympia dabei sein", verrät Steindl über die mittlerweile 37-jährige Bronzemedaillen-Gewinnern von Peking 2008.

"Diejenige, die womöglich den Quotenplatz holt, hat in der nationalen Olympia-Qualifikation den ersten Bonuspunkt sicher", meinte Steindl. Neben der WM zählen die EM 2016 in der Slowakei und der erste Weltcup zur verbandsinternen Ausscheidung.

Einige Nationenwechsel

Bei den Herren ist die Ausgangslage eine andere. "Die Konkurrenz der anderen Nationen ist hier noch stärker", erklärte Steindl. Routinier Helmut Oblinger, Mario Leitner sowie Talent Felix Oschmautz werden jedoch Außenseiterchancen eingeräumt.

Das Trio befinde sich sportlich auf Augenhöhe, alle drei stünden an der Grenze zum angestrebten Olympia-Platz.

Zudem gibt es "einige neue Nationen", die im Konzert der etablierten mitmischen. "Der zweitbeste Slowene (Jure Meglic, Anm.) startet etwa für Aserbaidschan, ein sehr guter Franzose (Thomas Bersinger, Anm.) für Argentinien. Trotzdem ist die Hürde keine unmögliche", so Steindl und zog einen Biathlon-Vergleich:

"Es ist genauso knapp zusammen. Wenn Christoph Sumann alles genau getroffen hat, war er vorne mit dabei. Vielleicht trifft auch Helmut Oblinger einen ausgezeichneten Lauf. Dann fährt er womöglich zum sechsten Mal zu Olympia."

Schließlich sind im nicht olympischen Canadier-Einer Julia Schmid (EM-Zweite in Wien 2014), die 17-jährige Nadine Weratschnig (Junioren-Europameisterin von Krakau 2015) sowie Viktoria Wolffhardt, die im Kajak-Einer die WM-Qualifikation verpasst hat, am Start.

 

ÖKV-Team für die Wildwasser-WM von Mittwoch bis Sonntag in London (jeweils Einzel und Teambewerb):

Kajak-Einer, Damen: Corinna Kuhnle, Violetta Oblinger-Peters, Lisa Leitner
Herren: Helmut Oblinger, Mario Leitner, Felix Oschmautz;

Canadier Einer, Damen: Viktoria Wolffhardt, Julia Schmid, Nadine Weratschnig

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