Rugby auf dem Vormarsch

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WM soll Meilensteine setzen und neue Fans bringen

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Am Freitag startet das größte globale Sport-Event des Jahres 2015. Die Rugby-Union-Weltmeisterschaft in England und Wales wird sechs Wochen lang Hunderte Millionen vor die TV-Schirme locken und diverse Rekorde sprengen.

Während Neuseeland auf seinen dritten Titel losgeht, versuchen 19 Teams, dem Titelverteidiger ein Bein zu stellen. Den Auftakt macht Gastgeber England gegen die Fidschi Inseln.

Eine der aufstrebenden Sportarten weltweit

Wenn England im legendären, 82.000 Zuschauer fassenden Twickenham Stadium ab 21:00 Uhr MESZ sein erstes Gruppenspiel bestreitet, dürfte die ganze Nation den Atem anhalten.

Selbst "König Fußball" wird für eine Weile nicht die sportlichen Schlagzeilen dominieren. Vor dem Kick-off gibt es noch eine 20-minütige Eröffnungszeremonie, die mit royaler Unterstützung und zahlreichen Zaungästen aus Politik, Sport und Showbiz in Szene gehen wird. Aus Österreich werden auf Einladung eines Sponsors die Segel-Doppelolympiasieger Roman Hagara/Hans-Peter Steinacher dem Spektakel in London beiwohnen.

Das ehemalige Gentleman-Spiel ist eine der am schnellsten wachsenden Sportarten weltweit. Der Umstand, dass es Rugby in der Siebener-Variante zurück ins olympische Programm geschafft hat, steigert den internationalen Appetit auf eine Dimension, die sonst nur Fußball und Cricket besetzen.

Auf dem Weg zum Massenspektakel

Marketing-Experten prophezeien, dass das Rugby-Finale bei den Olympischen Spielen 2016 eines der Ereignisse mit den höchsten TV-Einschaltquoten wird. Viele meinen sogar, das Rugby-Endspiel werde bald den 100-Meter-Sprint der Herren als olympische Königsdisziplin ablösen.

Vor diesem Hintergrund verblüfft es nicht, dass die WM 2015 finanziell neue Maßstäbe setzen wird. Rund 240 Millionen Pfund (326,5 Mio. Euro) sollen am Ende in die Kassen des Weltverbandes "World Rugby" fließen, wobei 65 Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf von TV-Rechten resultieren.

"Es wird in jedem Fall die am meisten gesehene Weltmeisterschaft bis jetzt. 103 Netzwerke werden in 205 Länder übertragen", informierte "World Rugby"-Geschäftsführer Brett Gosper.

Weil man den Fokus bewusst auf Free-TV-Sender legte, könnten knapp 770 Millionen Haushalte erreicht werden. "Die WM bietet eine ideale Gelegenheit, neue Zuschauerschichten rund um den Globus anzusprechen", verlautete "World Rugby"-Präsident Bernard Lapasset. 

Fluch des Titelverteidigers

Dort werden sich am 31. Oktober im Twickenham Stadium wohl zwei aus den "Big Five" - Neuseeland, Australien, England, Frankreich und Südafrika - gegenüberstehen. Außenseiterchancen haben Wales und Irland. Daneben gibt es im Feld auch krasse Underdogs wie Namibia, Rumänien oder Uruguay.

Bisher hat noch kein amtierender Champion seinen Titel erfolgreich verteidigt, zudem wurde noch kein Team zum dritten Mal Weltmeister. Neuseeland werden gute Chancen eingeräumt, bald hinter beide historische Meilensteine ein Hakerl setzen zu können.

Teamchef Steve Hansen übte sich vor der Abreise allerdings in Understatement. "Wir werden den Pokal nicht verteidigen, weil wir ihn nicht verteidigen können. Er ist schon lange wieder zurück", sinnierte der 56-Jährige.

Dennoch sei die Erwartungshaltung bei den "All Blacks", jedes Spiel zu gewinnen, betonte Kapitän Richie McCaw. Harte Gegenwehr wird vor allem von England erwartet, das auf den Heimvorteil setzt. "Wir sind in einer einzigartigen Position. Wir haben die Unterstützung einer ganzen Nation hinter uns", erklärte Coach Stuart Lancaster.

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