Rugby-WM: Ein Titel für die ganze Nation

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Es ist angerichtet für die Party des Jahres. Neuseelands Rugby-Nationalteam geht am Sonntag (10.00 Uhr MESZ) als klarer Favorit ins Finale der Heim-WM.

Die "All Blacks" stehen gegen Frankreich unter enormem Druck. In keinem Land der Welt hat Rugby eine größere Bedeutung.

Für das neuseeländische Volk, mittlerweile ob seiner Obsession schon "Stadion der vier Millionen genannt", ist der erste WM-Titel seit 24 Jahren Pflicht.

Ausnahmezustand in Neuseeland

Im Eden Park von Auckland haben lediglich 60.000 der vier Millionen neuseeländischen Rugby-Fans Platz.

Sie werden ihr Team in der Neuauflage des Endspiels von 1987 aber nach vorne peitschen.

"Mir fehlen die Worte für diese Begeisterung", erklärte Zwei-Meter-Hüne Ali Williams. "Ich habe das Land noch nie so erlebt."

Piri Weepu im Fokus

Im Mittelpunkt der Euphorie stehen nach dem sechswöchigen Turnier Kapitän Richie McCaw und Piri Weepu, Topscorer im Halbfinale gegen Australien (20:6).

Weepus Aufstieg ist kometenhaft. Die WM 2007 hatte der Maori noch wegen "körperlicher Defizite" - der 1,78-Meter-Mann bringt mehr als 100 Kilo auf die Waage - verpasst.

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Starspielmacher Dan Carter in der Gruppenphase übernahm Weepu das Kommando, gibt auch beim Ritualtanz "Haka" vor Spielbeginn den Takt an.

In der Gruppenphase unterlag Frankreich den "All Blacks" 17:37

McCaw will den Titel

Hirn der Mannschaft ist McCaw, der schon dreimal als Rugby-Spieler des Jahres ausgezeichnet worden ist.

Ein WM-Titel wäre die Krönung seiner Karriere. "Erst mit dem Titel kann ich wirklich stolz sein", erklärte McCaw.

"Richie ist unglaublich mutig, trickreich und intelligent", lobte Teamchef Graham Henry den 30-Jährigen. "Er inspiriert seine Teamkollegen und alle Neuseeländer."

Duell mit dem Angstgegner

In der Gruppenphase setzte sich der Gastgeber gegen Frankreich sicher mit 37:17 durch.

Die Franzosen gelten aber nicht nur als körperlich stark, sondern auch als unberechenbar - und als Angstgegner der "All Blacks". 1999 und 2007 warfen "Les Bleus" die Neuseeländer jeweils aus dem alle vier Jahre stattfindenden WM-Turnier.

Eine weitere Niederlage käme einer nationalen Katastrophe gleich, geht es doch auch um das Ende einer Durststrecke.

Hoffnung auf neuen Baby-Boom

Seit 1995 sind die Neuseeländer nicht mehr im Finale gestanden, seit der ersten WM 1987 nicht mehr Weltmeister gewesen. Der Finalgegner im Eden Park hieß auch schon damals Frankreich (29:9).

Eine Wiederholung könnte sich sogar positiv auf die Geburtenrate auswirken. Neun Monate nach dem Titel wurde damals ein wahrer Baby-Boom registriert. Neuseeland ist eben vor allem eines: rugbyverrückt.

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