Verbiegen für das Olympia-Ticket

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Der Saison-Höhepunkt in der Rhythmischen Gymnastik stellt die ersten Weichen für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

Bei den siebentägigen Weltmeisterschaften ab Montag in Stuttgart werden einerseits sechs Rio-Tickets im Gruppenbewerb vergeben, wobei Österreich als 28. der Izmir-WM 2014 nicht im 24er-Feld dabei ist.

Interessant wird es für die ÖFT-Equipe aber speziell im Einzel.

Nur Außenseiterin

Für die Spiele im nächsten August werden am Freitag im Mehrkampf-Finale 15 Plätze vergeben, die Chance darauf haben die besten 24 nach Absolvierung der vier Geräte Ball, Reifen, Band und Keulen (Montag bis Donnerstag). Österreichs Hoffnung trägt Nicol Ruprecht.

Die Tirolerin ist im Bemühen um dieses hohe Ziel Außenseiterin, sie hat ihre Position im Laufe der heurigen Saison mit starken Leistungen aber verbessert.

Der Einzug ins Mehrkampf-Finale wäre ihr erster bei internationalen Titelkämpfen.

Baku macht Mut

Nach gutem Start ins vorolympische Jahr verlief die Minsk-EM im Mai enttäuschend, der Keulenfinale-Einzug im Juni bei den Europaspielen in Baku war aber ein Fingerzeig.

Im Sommer folgten im Kreis der fast gesamten Weltelite die Ränge elf und 13 bei Weltcups in Budapest und Kazan.

"Ich mache mir deswegen aber nicht so viel Druck, möchte nur gut turnen", sagte Ruprecht. Die drei besten der vier Vorkampf-Küren kommen für die Mehrkampf-Qualifikation in Betracht.

Vorbereitung verlief gut

Die 22-Jährige weiß, dass sie sich keine Patzer leisten darf, um bei der ersten Chance auf die Olympia-Fahrkarte zuzupacken.

"Schauen wir einmal, man weiß nie", meinte die Wahl-Wienerin so nahe an der Möglichkeit, ihr langfristiges Ziel zu erreichen.

"Natürlich habe ich Olympia im Hinterkopf." Die Vorbereitung in der neuen, 14 m hohen Trainingsstätte in Wien-Liesing sei jedenfalls sehr gut verlaufen.

Weitere Gelegenheit

"Es ist da natürlich einfacher, mehr Stabilität in die Leistungen zu bekommen." Das sei beim jahrelangen Training in einer zu niedrigen Halle in Wien-Hütteldorf viel schwieriger gewesen.

Reicht es für Ruprecht nicht für die WM-Top-15, bliebe die Chance auf die neun verbleibenden Rio-Plätze.

Diese werden im April bei den Pre-Olympics in Rio vergeben, die weiteren Top 22 des WM-Rankings qualifizieren sich dafür.

Reglement- und Gedankenspiele

Da kommt aber nur maximal eine Athletin pro Nation zum Zug, jedoch keine von Nationen mit schon qualifizierten Aktiven.

Diese Reglementänderung wurde erst im Juli beschlossen, eine weitere Adaptierung für Topnationen ist noch möglich.

Natascha Wegscheider, Österreichs Nummer zwei, hätte jedenfalls nur eine theoretische Olympia-Chance, wenn sie bei der WM vor Ruprecht landet. Auch das ist nur Theorie.

Team soll sich steigern

Die 21-jährige Steirerin wird ebenso mit allen Geräten ihre Küren turnen. Dazu kommen die Küren von Anastasiya Dektkova mit Band und Keulen, was zehn ÖFT-Küren ergibt.

All diese fließen in die Teamwertung ein. In Izmir 2014 wurde es lediglich Platz 18, diesmal soll es mit dem Team besser laufen.

Dienstag (Reifen, Ball) und Donnerstag (Keulen, Band) stehen zudem abendlich die Geräte-Finali auf dem Programm.

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