Weber erfüllt sich ihren letzten Wunsch

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Caroline Weber hat sich zum Abschluss ihrer großartigen Karriere bei der Heim-EM der Rhythmischen Gymnastinnen in Wien mit der Teilnahme am Keulen-Finale selbst das größte Geburtstagsgeschenk gemacht.

Die seit Freitag 27-Jährige zog als Siebente in die Medaillenentscheidungen am Sonntag ein.

Gemeinsam mit Nicol Ruprecht kam Österreich im Teambewerb nach vier Geräten an die sehr gute siebente Stelle, Gold ging an Russland, Silber an die Ukraine und Bronze an Weißrussland.

Es geht auch ums Genießen

Weber hatte am Freitag nach einem Fehler in der Reifen-Kür bittere Tränen vergossen, trat am Samstag aber selbstbewusst und strahlend auf den beigefarbenen Wettkampfteppich in der Stadthalle.

"Das war gestern nicht so einfach. Ich habe aber lange mit meiner Trainerin gesprochen. Sie hat gesagt, es geht nicht nur um die Punkte, es geht auch ums Genießen. Heute habe ich es genossen", sagte die Vorarlbergerin nach dem Band-Auftritt zu "Wiener Blut" (12.).

Die Erleichterung ist groß

Nach ihre Keulen-Kür hatte sie nicht gedacht, dass das für das Finale der Top Acht reichen würde.

Umso glücklicher war sie, als der Einzug feststand: "Jetzt passt alles, ich freue mich brutal. Es ist so schön, dass ich morgen noch einmal turnen darf. Ich hätte es mir zwar mit dem Band zu Wiener Blut gewünscht, aber ich nehme auch gerne die Keulen. Ich kann es locker angehen und genießen", sagte die zweifache Olympiateilnehmerin, die nur eine kleine Unsicherheit hatte, aber konzentriert und souverän weitermachte.

Für Weber ist es das zweite Geräte-Finale der Karriere, 2011 in Minsk hatte sie sich für die Medaillenentscheidung mit dem Band qualifiziert, war Achte geworden - ein Knoten im Band hatte eine bessere Platzierung verhindert.

Klimaanlage als Unsicherheitsfaktor

Der 20-jährigen Ruprecht misslang ein Element in der Band-Präsentation (22.), zudem ging der letzte Wurf kurz vor Schluss zu weit, sie erreichte das Band aber noch.

"Ich habe gekämpft bis zum bitteren Ende. Die Klimaanlage ist eingeschaltet, da ändert das Band leicht die Richtung", erklärte die Tirolerin, die sich davon nicht rausbringen ließ und zu "Carmen" eine tadellose und beeindruckend abgeklärte Keulendarbietung zeigte (15.).

Zufrieden Bilanz gezogen

"Das war der beste Wettkampf meiner Karriere. Ich bin sehr zufrieden. Das Publikum hat Nervösität gebracht, war aber auch ein Rückhalt. Ich wollte es so gut wie möglich machen. Ich hoffe, ich habe es gut gemacht", sagte Ruprecht, die nach dem Rücktritt Webers nun Österreichs neue Nummer eins sein wird.

"Ich werde noch mehr trainieren und noch mehr Stabilität reinbringen", versprach sie.

Verbleib in A-Gruppe gesichert

Nach Platz acht 2009 und sechs 2011 bedeutete Rang sieben 2013 im Teambewerb, dass Österreich auch 2015 wieder in der A-Gruppe antreten wird.

2014 steht bei der EM in Baku aber das Einzel-Mehrkampffinale auf dem Programm. Und erstmals werden aller Voraussicht nach zwei Österreicherinnen daran teilnehmen.

Weber wurde in der Wertung aller vier Geräte 8., Ruprecht landete auf Platz 13. Die besten 20 eines bereinigten Rankings von drei Geräten bekommen Quotenplätze für 2014, das Ergebnis lag voerst noch nicht vor.

Kampf um die Nachfolge Kanayevas

Als Nachfolgerin der zurückgetretenen Grand Dame Yevgenia Kanayeva hat sich deren russische Landsfrau Margarita Mamun empfohlen, die in der Mehrkampf-Wertung aller vier Geräte (Reifen, Ball, Keulen, Band) Platz eins einnahm.

Mit Yana Kudryavzeva qualifizierte sich eine weitere Russin in allen ihren drei Disziplinen (Ball, Keulen, Band) als Erste für die jeweilige Geräte-Entscheidung.

Wie sie nicht mit dem Reifen antrat, turnten auch andere Gymnastinnen nicht mit allen vier Geräten, denn am Teambewerb durften bis zu drei Athletinnen teilnehmen.

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