Ungewollt gedopt - NADA klärt auf

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Einige der hier genannten Doping-Fallen werden und wurden immer wieder als Ausreden für einen positiven Doping-Befund missbraucht.

Die Aussicht auf Erfolg ist aber gering.

Durch die WADA - Regel der "strict liability" ist der Sportler in jedem Fall selbst dafür verantwortlich, was sich in seinem Körper befindet.

Nichtwissen schützt nicht vor Konsequenzen.

Saubere Zeiten

Auf der neuen Plattform www.saubere-zeiten.at informiert die österreichische Anti-Doping-Agentur unter anderem über Substanzen-Missbrauch im Spitzensport.

Hier eine Übersicht über die häufigsten Fallen für unabsichtliches Doping:


Hustensaft und Co.

Sogar rezeptfreie Medikamente können Dopingsubstanzen enthalten. Oftmals sind die Namen von unbedenklichen und "verbotenen" Medikamenten zum Verwechseln ähnlich. Besondere Vorsicht ist bei ausländischen Medikamenten geboten, diese können denselben Namen, aber andere Inhaltsstoffe haben. 

Nahrungsergänzungsmittel

Gerade Nahrungsergänzungsmittel werden meist als völlig unbedenklich eingeschätzt. Wie sollten Vitamine und Mineralstoffe zu Verstößen gegen Dopingregeln führen? Leider ist das oftmals ein Irrtum. Denn auch Nahrungsergänzungsmittel können verbotene Substanzen enthalten oder z.B. mit Steroidhormonen verunreinigt sein.

Schmerzmittel

Derzeit stehen vorwiegend schwere Schmerzmittel wie Narkotika auf der Liste der verbotenen Substanzen und Methoden. Im Wettkampf sind - abhängig von der Art der Anwendung - aber auch Glukokortikosteroide verboten.

Nikotin, Cannabis, Koffein

Die unter anderem auch in Zigaretten enthaltene Substanz Nikotin steht zwar nicht auf der Verbotsliste, wurde aber mit 1. Jänner 2012 in das Monitoring Programm der WADA aufgenommen.

Das IOC hat Cannabis seit Jänner 1999 bei Olympischen Spielen verboten, seit dem In-Kraft-Treten des WADA-Codes 2004 ist Cannabis generell in Wettkämpfen verboten.

Die Substanz Koffein, die unter anderem in Kaffee und diversen "Energy Drinks" enthalten ist, war zwischen 1984 und 2004 ab einem bestimmten Grenzwert verboten.


Kuriose Erklärungen

Es gibt einige Dopingfallen, mit denen keiner rechnet, die aber trotzdem zu einem positiven Befund führen können. Auch hier gilt allerdings, das manche Sportler dies als Ausrede benutzen.

 

 

  • Mohnkuchen

    Schon der harmlose Genuss von einem Stück Mohnkuchen kann zu einem positiven Doping-Befund führen, wie das Institut für Biochemie der deutschen Sporthochschule in Köln in einem Versuch nachwies. Mohnsamen enthalten unterschiedliche Mengen der im Sport verbotenen Substanz Morphin, wobei der Morphingehalt nirgends angegeben ist. Allerdings kann im Falle einer positiven Analyse festgestellt werden, ob Doping im Spiel war oder lediglich zuviel Mohnstrudel gegessen wurde.

  • Haarwuchsmittel

    Auch Sportler können unter Haarausfall leiden. Vorsicht ist allerdings sogar bei Haarwuchsmitteln geboten. Bis vor kurzem war etwa die Substanz Finasterid verboten, die in diesen Mitteln vorkommen kann. Finasterid wirkt zwar nicht leistungssteigernd, stand aber als sogenanntes Maskierungsmittel auf der Liste der verbotenen Substanzen, da es die Einnahme von verbotenen Anabolika verschleiern kann. Mittlerweile sind die Analysemethoden derart verbessert worden, dass eine Verschleierung mit Finasterid nicht mehr möglich ist.

  • Fleisch

    In vielen Ländern der Erde werden Tiere in der industriellen Viehzucht mit Nahrungszusätzen gemästet, um möglichst schnellen Ertrag zu garantieren. Auch der Einsatz von Medikamenten zur Vorbeugung von Ausfällen durch Krankheiten ist keine Seltenheit. Einige Substanzen wie etwa das Kälbermastmittel Clenbuterol stehen auf der Verbotsliste der WADA. Derzeit streiten die Experten darüber, ob es möglich ist, durch den Konsum von kontaminiertem Fleisch positiv getestet zu werden. In Europa ist der Einsatz des Nahrungszusatzes Clenbuterol in der Viehzucht zwar verboten, für den Konsum von Fleisch in China oder Mexiko wurde aber eine Warnung für Athleten ausgegeben.

  • Tee

    Sportler müssen auch bei einer gemütlichen Tasse Tee Acht geben, da einige asiatische Teesorten Ephedrin enthalten können. Die Substanz steht auf der Liste der verbotenen Substanzen, in der Gruppe der Stimulanzien. Wird ein gewisser Grenzwert überschritten, liegt ein positiver Dopingbefund vor.

  • Fremd-Doping

    Immer wieder können sich Sportler ihre positiven Kontrollergebnisse nicht erklären. Bei der Suche nach Erklärungen wird meist ein Unbekannter beschuldigt, die Nahrung des Sportlers mit Dopingmittel verunreinigt zu haben. In den meisten Fällen ist diese Begründung reiner Schwindel, trotzdem darf nicht vergessen werden, dass es im Spitzensport mitunter um viel Geld und Ansehen geht. Manche im Sport involvierte Personen schrecken auch vor solchen Versuchen nicht zurück, um direkte Konkurrenten bzw. Gegner aus dem Weg zu schaffen. Meist werden Substanzen verwendet, die sich in der Doping-Analyse leicht und lange nachweisen lassen.

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