Herr im eigenen Haus

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Die längsten Heim-Siegesserien im US-Sport

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"Hockeytown History", prangte am Montag in weißen Lettern von der Homepage der Detroit Red Wings. "Winging Record", titelte NHL.com. "We're streaking", schrieb ESPN.com.

Die Eishockey-Schlagzeilen gehörten am Tag nach dem Sieg gegen die Philadelphia Flyers dem elffachen Stanley-Cup-Champion aus Detroit. Das aktuell beste Team der NHL stellte mit dem 20. Heimsieg in Folge einen offiziellen Liga-Rekord ein.

Erst zweimal zuvor hatten in der Geschichte der besten Eishockey-Liga der Welt Mannschaften 20 Heimsiege in Folge eingefahren.

Doch wo liegen die Heimsieg-Rekorde in den anderen großen Profiligen der USA? Wer sind die wahren Herren im eigenen Haus?

LAOLA1 hat einen Blick in die Geschichtsbücher geworfen und die längsten Heim-Siegesserien zusammengefasst:

NHL: Philadelphia Flyers '75/76 (24)

24 Heimsiege in Folge

Offiziell steht der NHL-Rekord für Heimsiege in Folge bei 20. Seit Sonntag gehalten von den 2011/12er-Red-Wings, den 1975/76er-Flyers und den 1929/30er-Bruins.

Allerdings zieht die Liga für ihre Rekorde nur Spiele der Regular Season in Betracht. Nimmt man die Playoffs in diese Statistik mit hinein, halten die Flyers den alleinigen Rekord mit satten 24 Heimsiegen in Folge!

Philadelphia verlor am 28. Dezember 1975 zu Hause mit 2:4 gegen die Boston Bruins, startete am 4. Januar aber eine in der NHL nie da gewesene Heim-Serie. Bis zum Ende der Regular Season gewannen die Flyers alle restlichen 20 Spiele vor eigenem Publikum.

In den Playoffs setzte das Team von Coach Fred Shero noch eins drauf: Gegen die Toronto Maple Leafs wurden alle vier Heimspiele gewonnen. Erst die Boston Bruins beendeten in der nächsten Runde den Erfolgslauf der Flyers und gewannen in Philadelphia mit 4:2, womit die 24 Siege andauernde Heim-Dominanz am 27. April 1976 endete.

 

MLB: Pittsburgh Pirates '78 & Boston Red Sox '88 (24)

24 Heimsiege in Folge

Die Pittsburgh Pirates standen im Sommer 1978 mit einem mäßigen 53-62-Record da, als sie im damals heimischen Three Rivers Stadium zu einer nie zuvor gesehenen Siegesserie ansetzten. Mit 13:2 schlugen die Pirates am 16. August die Cincinnati Reds. In Folge schossen die Pirates die Houston Astros (6x), die Atlanta Braves (4x), die New York Mets (3x), die St. Louis Cardinals (2x), die Montreal Expos (3x), die Chicago Cubs (3x) und die Philadelphia Phillies (2x) vom heimischen Feld.

Ausgerechnet im vorletzten Spiel der Saison verlor Pittsburgh zu Hause gegen die Phillies mit 8:10. Damit sicherte sich der Lokalrivale auch das Playoff-Ticket in der Eastern Division der National League und Pittsburgh verpasste den Einzug in die Postseason.

Zehn Jahre später waren es die Boston Red Sox, die auf den Spuren der Pirates wandelten. Am 25. Juni gelang gegen die Baltimore Orioles der erste von insgesamt 24 Siegen in Folge im heimischen Fenway Park. Am 14. August stand das dritte Heimspiel in Folge gegen die Detroit Tigers, die man in den Tagen zuvor bereits 9:4 und 16:4 besiegt hatte, an. Diesmal behielten aber die Mannen aus Michigan die Oberhand und beendeten die Serie der Red Sox mit einem 18:6-Sieg. Anders als die Pirates, schafften es die Red Sox zwar in die Playoffs, scheiterten dort aber mit 0:4 (davon auch zwei Heimniederlagen) an den Oakland A's.

 

NFL: Miami Dolphins 1971-'75 (31)

31 Heimsiege in Folge

Die beeindruckendste Serie im American Football legten die Miami Dolphins in den frühen Siebzigerjahren hin. Am 17. Oktober 1971 waren die New England Patriots (Ergebnis 41:3) das erste Opfer in der Miami Orange Bowl (bis 1986 Heimstätte der Dolphins), in der sich die heimischen Dolphins in Folge zu echten Killern entwickelten. Fünf weitere Heimsiege folgten in der Regular Season 1971/72, 21:0 gewann man gegen die Baltimore Colts im Conference Championship Game vor eigenem Publikum.

Nach der Niederlage in Super Bowl VI (in New Orleans gegen die Dallas Cowboys) ließen die Dolphins 1972/73 die Perfect Season folgen und durften sich am Ende über den Gewinn von Super Bowl VII freuen. Als Titelverteidiger gewann man 1973/74 erneut alle sieben Heimspiele der Regular Season und warf in der Orange Bowl zu Miami die Cincinnati Bengals und die Oakland Raiders aus den Playoffs. In Houston holte man gegen die Minnesota zum zweiten Mal in Folge die Vince Lombardi Trophy.

1974 blieb man die dritte Saison in Folge in der Regular Season ohne Heimniederlage. Erst im Auftaktspiel der Saison 1975/76 unterlagen die Dolphins den Oakland Raiders am 22. September '75 mit 21:31. Es war die erste Heimniederlage nach fast vier Jahren, in denen die Dolphins als Gastgeber-Mannschaft 31 Spiele in Serie gewinnen konnten.

 

NBA: Chicago Bulls '95/96 (37)

37 Heimsiege in Folge

3.November 1995: Die Chicago Bulls schlagen die Charlotte Hornets mit 105:91. Ein gewisser Michael Jordan scort 42 Punkte und führt sein Team nach dem Vorjahres-Playoff-Aus gegen die Orlando Magic (durch eine Heim-Niederlage besiegelt) zum ersten Heimsieg der neuen Saison.

36 weitere sollten folgen. Erst im viertletzten Spiel der Saison waren es ausgerechnet die Hornets, gegen die die Siegesserie begonnen hatte, die Jordans Bulls am 8. April 1996 mit 98:97 niederringen konnten. Bis Saisonende kam nur noch eine weitere Niederlage hinzu (99:100 gegen die Indiana Pacers).

Auch in den Playoffs gewann die Star-Truppe rund um Jordan, Scottie Pippen und Dennis Rodman alle Heimspiele und streifte sich am Ende der Saison völlig verdient den vierten NBA-Titel ein.

Michael Höller

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