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Mit Lockerheit und Ruhe zur "Sportlerin des Jahres"

Zum neunten Mal in den vergangenen 15 Jahren ist eine alpine Skirennläuferin zu Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt worden.

Die 30-jährige Steirerin Elisabeth Görgl trat die Nachfolge von Andrea Fischbacher an.

Görgl war im Februar mit zwei Goldmedaillen in Abfahrt und Super-G die überragende Athletin bei den Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen.

Podestplätze in allen Disziplinen

Görgl hat bisher in ihrer Karriere fünf Medaillen bei Großereignissen gewonnen, sie erreichte auch WM-Bronze in der Super-Kombination 2009 in Val d'Isere sowie dritte Plätze in Abfahrt und Riesentorlauf bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Whistler.

Sie gewann bisher drei Weltcuprennen (zwei Riesentorlauf, ein Super-G) und verbuchte zum Auftakt der neuen Saison in Sölden als Riesentorlauf-Dritte ihren 100. Top-Ten-Platz.

Mit Podesträngen in allen Alpindisziplinen gilt sie seit Jahren auch als potenzielle Anwärterin auf den Gesamtweltcup.

"Eigener Weg" zum Erfolg

Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Elisabeth Görgl ist die Entscheidung gewesen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Vom Grundimpuls, mitzuziehen und besser sein zu wollen als Familienmitglieder, hatte sie sich befreien müssen, erzählte die ebenso talentierte wie ehrgeizige Sportlerin einmal.

Mutter Traudl Hecher-Görgl hat 1960 in Squaw Valley und 1964 in Innsbruck jeweils Olympia-Abfahrts-Bronze gewonnen, ihr Bruder Stephan Görgl errang zwei Weltcupsiege.

Nur Dickschädel behalten

Zu große Erwartungshaltung, die auf einem lastet. Zu großer Druck, den man sich macht. Zu viel nachgedacht - all dies hat Görgl lange den Durchbruch verbaut.

"Wenn du dich nicht verletzt, wirst du alles niederreißen, sagte man mir nach. Mit dieser Erwartungshaltung ist es nicht so leicht umzugehen, vor allem wenn man so jung ist. Und wenn man charakterlich so veranlagt ist, wie ich es bin. Da kann es ganz schön schwierig werden."

Das aktuelle Erfolgsrezept ist eine Mischung aus Ruhe und Lockerheit. Nur den Dickschädel habe sie sich behalten, weil sie auch in Zukunft mit voller Leidenschaft durchziehen werde, wozu ihr das Gespür rate.

Sympathiewerte als "Sängerin"

Dazu gehört auch das Singen, als Interpretin des offiziellen WM-Songs in Garmisch-Partenkirchen erhielt sie zusätzliche Motivation und erreichte viele Herzen und große Sympathiewerte.

So richtig begonnen hat alles am 10. März 2000 in Sestriere. Die Slalom-Junioren-Bronzemedaillengewinnerin gab im Torlauf von Sestriere ihr Weltcup-Debüt (31.), am 5. Jänner 2003 fuhr sie im Slalom von Bormio als Zweite erstmals auf das Podest.

Fünf Jahre später mit 26 gelang der erste Sieg. Gebremst wurde die in Bruck an der Mur geborene Stams-Maturantin durch drei Kreuzbandrisse , mit 16 bzw. 17 Jahren sowie zuletzt im Februar 2001.

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