Viel Nebel und noch mehr Staub

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Viel Nebel und noch mehr Staub

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Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Diese Redewendung beschreibt im Augenblick wohl recht genau die Gefühlslage von Sportminister Gerald Klug, wenn es um das Verbandsranking geht.

Der lang gehegte Wunsch von der Abschaffung der oft zitierten „Gießkanne“ sollte damit gelingen, herausgekommen ist stattdessen ein PR-technisches Desaster. Zumindest für den dafür verantwortlichen Bundes-Sportförderungsfonds (BSFF).

Die vielen und oftmals auch verzerrenden Medienberichte nahm Klug somit zum Anlass, um den – wie er es nennt – „November-Nebel etwas zu lichten“.

Oder: Um den Kaltstart der neuen Förder-Instanz etwas glattzubügeln.

Relevante Zahlenspiele

Klug und sein Team präsentierten einer Handvoll Journalisten am Montag-Nachmittag lange Zahlen-Kolonnen zwischen deren Zeilen einige Kern-Messages verpackt waren. Vor allem jene, dass das Budget im Sport und im Besonderen jenes für die Verbände in den vergangenen Jahren einen deutlichen Zuwachs verzeichnen konnte. Von 32 Mio. Euro im Jahre 2002 auf 80 Mio. Euro 2013. Alleine zwischen 2012 und 2014 stieg die Förderung für die Fachverbände um rund 20 Prozent. Und das ohne Projekt Rio und Team Rot-Weiß-Rot.

Eine Tatsache, die in Zeiten des Sparstifts nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte. Klug weiß durch seine Zweit-Funktion als Verteidigungs-Minister ob der Kürzungen im Bundesheer ein Lied davon zu singen.

„Doch der Anstieg der Mittel hat auch zu Problemen geführt“, verweist der Steirer auf die zunächst neun existierenden Fördertöpfe. Durch die Reform der Bundes-Sportförderung und der Installierung des BSFF sei dies vereinfacht worden.

„Auch haben Förderbedarf und der Einsatz der Mittel oftmals nicht mehr übereingestimmt“, so Klug weiter. Dieser Wildwuchs habe eine Optimierung erfahren. Dass es freilich immer noch Wege zu einer Verbesserung der Effizienz gebe, wollte Klug keineswegs in Abrede stellen.

Der streitbare Zehent

Ein Dorn im Auge in der Diskussion rund um das Verbandsranking war Klug die mangelnde Darstellung dessen, dass die Rangliste „nur“ über zehn Prozent der besonderen Bundes-Sportförderung (insgesamt 4 Mio. Euro) bestimmte. Keineswegs aber über die gesamte Unterstützung.

Die emotional geführte Debatte über die Verbands-Charts, die beispielsweise Handball an der 37. und Basketball an der 57. und somit letzten Stelle auswiesen, sorgte in der Außendarstellung für Missverständnisse und wirbelte viel Staub auf.

Klug war einmal mehr bemüht zu betonen, dass er „mit der Auswahl der Kriterien sowie der Art der Veröffentlichung“ nicht zufrieden war. „Dies hat Sand ins Getriebe gebracht.“ Bereits vergangene Woche hatte er in einer Feedback-Runde mit BSFF-Verantwortlichen die Einarbeitung von Verbesserungen angeregt.

Diese finden jedoch für die aktuellen Berechnungen keine Berücksichtigung mehr. Die Frage, ob er für eine Überarbeitung der aktuellen Rangliste gewesen wäre, umschifft Klug: „Das Einbringen der Verbesserungsvorschläge war ein mühevoller Prozess. Von daher sehe ich es positiv, wenn sie 2016 umgesetzt werden.“

BSO steht in der Pflicht

Klug sprach mit der neuen Rolle der Bundes-Sportorganisation (BSO) ein Thema an, welches LAOLA1 zuletzt bereits auf den Tisch brachte. Die Dach-Organisation der Fach-Verbände verlor an die BSFF mit der Abwicklung der besonderen Bundes-Sportförderung eine seiner zentralen Kompetenzen. Dennoch blieb ihre Fördersumme mit 1,2 Mio. Euro pro Jahr gleich hoch. Das 1,5 Mio. Euro umfassende Budget wurde vergangenen Freitag vom Fachrat abgesegnet.

„Es liegt auf der Hand, dass die BSO gut beraten ist, über eine Weiterentwicklung nachzudenken. Ganz ohne Tabus“, erzählte der Minister über bereits geführte Gespräche mit BSO-Präsident Herbert Kocher.

Klug sieht eine verstärkte Dienstleistertätigkeit für die Fachverbände als naheliegend. Allerdings eine Rolle, die der BSO nicht erst seit Installierung des BSFF zukommt.

Reinhold Pühringer

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