Die andere Europameisterschaft

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Zwischen Samba-Fußball und House-Musik

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Deutschland ist noch im Rennen.

Die Niederlande begeistern und spielen den Gegner an die Wand.

Und nicht zuletzt: Österreich hat Titelchancen.

Wer sich diese Beschreibungen anhört, erkennt schnell, dass es sich hier nicht um die Fußball-Europameisterschaft handelt.

Abseits des Großevents in Polen und der Ukraine sucht die europäische Footvolley-Elite in Graz ihren Champion.

Die heißeste Sandkiste der Steiermark

Footvolley, diese Mischkulanz aus Beachvolleyball und Fußball, hält für drei Tage die Altstadt der Murmetropole im Griff. Zwischen historischen Gebäuden und der größten Public-Viewing-Zone der Steiermark im Pfauengarten messen sich Italiener, Israelis und die heimische Elite im Sport, der seinen Ursprung an den Stränden Rio de Janeiros hat.

Nach zwei Qualifikationstagen startete am Freitag die Gruppenphase, die am Samstag bei brütenden 37 Grad im Schatten ihr Ende fand.

Team Deutschland, vertreten durch den gebürtigen Österreicher Gerhard Zuber und Daniel Marijanovic, zittert sich trotz mäßiger Leistungen ins Viertelfinale, wo mit Israel allerdings ein übermächtiger Gegner wartet.

Kaum verwunderlich, ist diese in Österreich noch recht unbekannte Sportart im nahen Osten derart populär, dass es sogar eine eigene Profiliga gibt.

Italien auf dem Vormarsch

Eine Parallele zur Fußball-EM 2012 lässt sich auf jeden Fall ziehen. Da wie dort ist Italien in bestechender Form.

Während in Warschau Mario Balotelli und Antonio Cassano Deutschland das Fürchten gelehrt haben, zeigten in Graz Daniele Bini und Luca Arzilli, zwei Edeltechniker aus Pisa, mit drei Siegen in drei Spielen auf.

Der bestechenden Form der „Azzurri“ musste auch Österreichs bestes Duo, Benedikt und Nikolaus Hofmann-Wellenhof, Tribut zollen. Nichtsdestoweniger qualifizierte sich Team Österreich 1 als Gruppenzweiter für die K.o.-Phase.

Drei Österreicher-Teams im Viertelfinale

Neben dem Grazer Gebrüderpaar schafften auch Österreich 2, Klemens Hofmann-Wellenhof und Markus Leeb, sowie das Qualifikanten-Duo, Armin Pichler und Dominik Sabo, den Einzug in die Runde der besten Acht, die von Schweiz und den Niederlanden komplettiert wird.

Trotz der Wüstentemperaturen fanden sich in der Footvolley-Arena zahlreiche Zuseher ein, denen vor Staunen etliche Male der Mund offen stehen blieb. Eine „Shark-Attack“, ein Angriff, der mit einem Smash mit der Fußsohle auf 2,30 Meter Höhe abgeschlossen wird, oder Ballwechsel über drei Minuten machen einfach Eindruck.

Wer sich ein Beachvolleyballspiel ohne den Einsatz von Händen, die Akteure mit den technischen Fertigkeiten eines Cristiano Ronaldo und das Ambiente des Klagenfurter Grand Slam vorstellt, kann annähernd verstehen, wie faszinierend diese Trendsportart ist.

Eine Möglichkeit, sich vor Ort noch ein Bild zu machen, bietet sich noch am Sonntag, wenn auf dem Grazer Karmeliterplatz ab 13 Uhr die Finalspiele ausgetragen werden.

5.000 Leute auf dem Weg zum EM-Finale wählen den Weg vorbei am Court und eines kann bereits vorweg genommen werden:

Die spektakuläreren Szenen finden auf dem Sandplatz und nicht auf der Leinwand statt.

 

Christian Eberle

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