Von Schlächtern & Playboy-Hasen

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Sport-Stars mit echten Hollywood-Qualitäten

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In der Nacht auf Montag ist es wieder soweit. Zum 85. Mal werden in Los Angeles von der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ die Oscars verliehen.

Mit Christoph Waltz und Michael Haneke dürfen sich diesmal auch zwei Österreicher gute Chancen auf einen „Academy Award“ ausrechnen.

LAOLA1-Fokus zum Thema „Film und Sport“

Diesen historischen Umstand zum Anlass nehmend stimmt LAOLA1 mit einem umfassenden Film-Fokus auf die mit Spannung erwartete Oscar-Verleihung ein.

In diesem beleuchten wir zehn ehemalige Sportler, die nach ihrer aktiven Karriere auch den Durchbruch in der Film-Branche als Schauspieler schafften.

Football-Star Michael Oher erklärt bei uns, warum er mit dem oscar-nominierten „Blind Side“, der Verfilmung seiner außergewöhnlichen Lebensgeschichte, nicht wirklich glücklich ist.

Außerdem übten sich die Mitglieder der LAOLA1-Redaktion als Film-Kritiker und kürten die zehn besten Sportfilme aller Zeiten. Diese rein subjektive Einschätzung darf allerdings auch jeder User im Trendsetter abgeben und uns eines Besseren lehren.

Doch beginnen wir mit jenen zehn Sport-Stars, die es auch in der Film-Branche zu Ruhm und Ehre brachten:

Arnold Schwarzenegger

Während es für die meisten Sport- und Film-Stars schon schwierig genug ist, in einer der beiden Branchen die Nummer eins oder zumindest einer der ganz Großen zu werden, hat es Arnold Schwarzenegger gleich doppelt geschafft (den Hattrick als Politiker verhinderte die US-Verfassung) - auch wenn viele Leute seinen "Sport" nicht als solchen bezeichnen würden. Insgesamt sieben Mal wurde er als Bodybuilder als „Mr. Olympia“ ausgezeichnet, dazu kommen fünf „Mr. Universum“-Titel. Damit ist der gebürtige Steirer einer der erfolgreichsten Bodybuilder aller Zeiten. Doch auch in Hollywood schrieb er in seiner Rolle als Terminator Film-Geschichte. Dazu benötigte er gerade einmal 17 Sätze mit circa 70 Wörtern. Darunter befand sich allerdings auch das bis heute legendäre „I’ll be back“, das Schwarzenegger vor seiner Szene in der Polizeistation stundenlang erfolglos übte. Aufgrund seines steirischen Dialekts erwies sich dieser Satz als schier unmöglich zu bewältigender Zungenbrecher. Schwarzenegger bat Regisseur James Cameron sogar, den Text auf das für ihn einfachere „I will be back“ zu ändern. Der spätere Titanic- und Avatar-Macher bestand allerdings auf der ursprünglichen Version. Seiner Meinung nach unterstrich die gewöhnungsbedürftige Aussprache sogar, dass „Arnie“ keinen Menschen, sondern einen Terminator, also einen Roboter, darstellte. Mit dem Unterschied, dass durch Schwarzeneggers Adern in der Realität nicht Maschinen- sondern Kernöl fließt. Derzeit befindet er sich übrigens mitten in seinem Kino-Comeback nach der Polit-Auszeit: Nach der kleineren Rolle in „The Expendables II“ trägt Schwarzenegger in „The Last Stand“ wieder einen eigenen Film. 

Vinnie Jones

Den Angstschweiß trieb Vinnie Jones schon in seiner aktiven Zeit als Fußball-Profi in der Premier League seinen Gegenspielern auf die Stirn. Der 1,88-Hüne machte sich in fast 400 Liga-Partien bei Wimbledon, Leeds, Sheffield United, Chelsea und den Queens Park Rangers einen Namen - "The Axe". Berühmtheit erlangte der Waliser vor allem mit seinem Griff zwischen die Beine von Paul Gascoigne, den ein Fotograf in seiner ganzen Schmerzhaftigkeit festhielt. Mit seiner rustikalen Art machte er sich freilich nicht nur Freunde. Der ehemalige französische Teamspieler David Ginola meinte einmal: "Jones verdient es nicht, als Fußballer angesehen zu werden." Damit reagierte Ginola auf ein "Lehr-Video" von Jones, in dem er vorzeigte, wie ein "harter Knochen" ans Werk gehen müsse, um als solcher zu gelten. Jones wurde daraufhin für ein halbes Jahr gesperrt. Schon damals schnupperte der neunfache Teamspieler mit kleineren TV-Rollen oder Radio-Moderationen in die Unterhaltungsbranche. Seinen Durchbruch verdankte er Star-Regisseur Guy Ritchie, der ihm 1998 einen Part in „Bube, Dame, König, grAS“ anbot. Zwei Jahre später wurde Jones erneut vom ehemaligen Madonna-Ehemann engagiert: An der Seite von Brad Pitt glänzte er in „Snatch – Schweine und Diamanten“.  Seitdem wirkte er in Hollywood-Filmen wie „Passwort: Swordfish“ oder „X-Men 3“ mit. Ein Geheimtipp für Horror-Fans: „The Midnight Train“ – darin geht der heute 48-Jährige als blutrünstiger Schlächter ans Werk.

Tanja Szewczenko

Die Eiskunstläuferin wurde schon im Jahr 1994 als 16-Jährige deutsche Meisterin und gewann kurz darauf WM-Bronze im japanischen Chiba. Damit hatte sie ihren sportlichen Höhepunkt allerdings schon erreicht. Nach einer  fast zweijährigen Erkrankung am Pfeiffer‘schen Drüsenfieber holte sie immerhin noch EM-Bronze. Die Olympischen Spiele in Nagano musste sie allerdings wegen eines Grippevirus auslassen. Danach zog sie sich für den Playboy aus (sehenswert), um mit der dadurch gewonnen Publicity eine Rolle in der deutschen Soap Opera „Unter uns“ (weniger sehenswert) zu bekommen. 2006 folgte der fliegende Wechsel zu „Alles was zählt“. Seit 2011 wirkt sie in der WDR-Krimi-Serie „Ein Fall für die Anrheiner“ mit. 

Jason Statham

Jason Statham sticht Jean-Claude van Damme und sogar Chuck Norris (unmöglich, wir wissen es!) aus! Denn eigentlich hätten sich diese beiden auch für unseren Artikel qualifiziert, als ehemalige Kampfsportler war deren Laufbahn zum Action-Helden aber eh schon ein bisschen vorgegeben. Konzentrieren wir uns also lieber auf den 45-jährigen Statham, der vor seiner Film-Karriere einem eher ungewöhnlichen Beruf nachging: Er war professioneller Wasserspringer und zwölf Jahre lang Mitglied des britischen Nationalkaders. 1990 nahm er in drei Disziplinen an den Commonwealth Games teil. Vom Ein-Meter-Brett reichte es dort  immerhin zu Rang acht. Zudem war er 1988 und 1992 bei den Weltmeisterschaften mit dabei. Wesentlich berühmter wurde Statham freilich später durch seinen Einstieg ins Film-Geschäft. Wie Vinnie Jones wurde auch er mit den Filmen „Bube, Dame, König, grAS“ und „Snatch“ bekannt. Mit „The Transporter“ schaffte er wenig später den Durchbruch. Seitdem gilt der charismatische Glatzkopf als Spezialist für Action-Filme, die gerne auch mal etwas überdreht sein dürfen. Wer jetzt schon neidvoll auf die Karriere des gebürtigen Londoners blickt, dem sei an dieser Stelle auch noch der Name seiner Freundin verraten: Seit 2010 ist Statham mit Top-Model Rosie Huntington-Whitely liiert - Männer mit Glatze haben einfach das gewisse Etwas!

Bud Spencer

Angesichts seiner Leibesfülle möchte man es kaum glauben, doch auch Prügel- und Klamauk-Ikone Bud Spencer kann auf eine Karriere als Profi-Sportler zurückblicken  - und sogar auf eine sehr erfolgreiche. Nach einem angefangenen Chemie-Studium und einem Job als Fließband-Arbeiter in Buenos Aires konzentrierte sich der in Neapel als Carlo Pedersoli Geborene auf das Schwimmen. Am 19. September 1950 schwamm er über 100 Meter Freistil als erster Italiener unter einer Minute. Der siebenfache Staatsmeister nahm 1952 und 1956 an den Olympischen Spielen teil und war dabei als Elfter auch erfolgreicher, als es die meisten österreichischen Vertreter normalerweise sind. Schon in dieser Zeit schnupperte Herr Pedersoli immer wieder in die Film-Branche. 1967 drehte er gemeinsam mit Mario Girotti einen eher brutalen Django-Western, der den Grundstein für die heute legendären Karrieren der beiden legte. Das Duo schrieb nämlich in Folge als Bud Spencer und Terence Hill Film-Geschichte. Den Künstlernamen legte sich Herr Pedersoli deshalb zu, um seinen damals schon bekannten Namen nichts ins Lächerliche zu ziehen. Bei der Namensfindung kam ihm übrigens eine tschechische Biermarke zu Hilfe. Ob es Schwarzenegger als „Herr Punti“ auch in den Hollywood-Olymp geschafft hätte?

Fred Dryer

In Europa kennt man den Namen Fred Dryer in erster Linie aus der Krimi-Serie „Hunter“ in der er von 1984 bis 1991 mit seiner Partnerin Dee Dee McCall böse Buben jagte (einem Wiener würde in diesem Zusammenhang wohl das Wortspiel "trickern" einfallen). Zu dieser Zeit war der gebürtige Kalifornier aber schon eine große Nummer in den USA. Schließlich machte er sich von 1969 bis 1981 in der NFL als gefürchteter Defensiv-Spieler einen Namen. 1979 verloren in der Super Bowl mit den Los Angeles Rams gegen die Pittsburgh Steelers. Dryer war der erste NFL-Spieler der Geschichte, dem zwei Safeties in einer Partie gelangen. Zudem zierte er im Jänner 1981 das Cover des „Interview Magazines“ von Andy Warhol. Eine Ehre, die normalerweise nur Show-Größen wie Cher, Sting, John Travolta oder Mick Jagger vorbehalten war, und über die sich zuvor und auch danach nie wieder ein NFL-Spieler erfreuen durfte.

Carl Weathers

Bei der Football-Karriere lief es für Carl Weathers nicht ganz nach Wunsch. Trotz einer schweren Knöchel-Verletzung  in seiner College-Zeit schaffte es der Linebacker aber immerhin zu den Oakland Raiders in die NFL, wo er unter Star-Coach John Madden ans Werk gehen durfte. 1974 zog er im Alter von 26 Jahren trotzdem nach Hollywood – und hatte dort auf Anhieb Erfolg. Nur zwei Jahre später erhielte er mit der Figur des Apollo Creed in „Rocky“ die Rolle seines Lebens. Drei weitere Male schlüpfte er in die Box-Handschuhe des Stallone-Rivalen, ehe er in „Rocky IV“ den Heldentod sterben durfte. In den 80er Jahren sorgte er zudem als Action-Star für Furore: An der Seite von Arnold Schwarzenegger ging Weathers in „Predator“ auf Alien-Jagd, in „Action Jackson“ bot er  als Titelheld Sharon Stone eine starke Schulter zum Anlehnen. Mittlerweile beschränken sich die Auftritte von Weathers allerdings nur mehr auf B-Movies und Bier-Werbungen.

O.J. Simpson

Ein weiterer Football-Spieler darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen: Mit O.J. Simpson versuchte sich ein absoluter Superstar in der Film-Branche.  Dank seiner Leistungen bei den Buffalo Bills (1969-1977) und den San Francisco 49ers (1978-1979) wurde er 2009 auf NFL.com als 40.-bester NFL-Spieler der Geschichte geehrt. Unvergessen bleiben seine Auftritte als Officer Nordberg in der Film-Reihe „Die nackte Kanone“ neben Leslie Nielsen. Privat brachte er sein Leben dagegen nicht auf die Reihe: 1994 wurde Simpson des Mordes an seiner Ehefrau und ihres Geliebten angeklagt. Strafrechtlich wurde er zwar im „Prozess des Jahrhunderts“ freigesprochen, zivilrechtlich wurde er jedoch für schuldig erklärt. Die 33,5 Millionen Dollar Strafe konnte er allerdings nur zu einem geringen Teil begleichen. Schwer verschuldet geriet Simpson endgültig auf die schiefe Bahn. Geldwäsche, Raubüberfälle, Drogenbesitz, Einbrüche. Seit September 2007 sitzt der heute 65-Jährige in Nevada eine 33-jährige Haftstrafe ab.

Hansi Hinterseer

Die Laufbahn von Hansi Hinterseer war quasi vorgegeben: Vater Ernst wurde 1960 immerhin Slalom-Olympia-Sieger. Der Filius und seine beiden Brüder Ernst jun. und Guido traten alsbald in die Fußstapfen ihres Erzeugers. Mit sechs Weltcupsiegen, dem Gewinn der RTL-Weltcup-Kugel und WM-Silber 1974 in St. Moritz fiel die Ski-Karriere des Kitzbühlers auch mehr als erfolgreich aus. So richtig startete Hansi dann aber als Entertainer durch. Als Schlagersänger eroberte er sich schnell einen Stammplatz im Musikantenstadl und bekam sogar eine eigene TV-Show (die erst vor Kurzem abgesetzt wurde). Dank der Popularität des 59-Jährigen durfte er auch neun Mal die Hauptrolle in einem Heimatfilm übernehmen. Ein kleiner Auszug aus seiner Filmografie: „Da wo die Berge sind“, „Da wo die Liebe wohnt“,“ Da wo die Heimat ist“, „Da wo die Herzen schlagen“, „Da wo das Glück beginnt“, „Da wo es noch Treue gibt“…  Und nein: „Da wo die Sonne nie hinscheint“ hat er nie gedreht.

Wrestling-Stars

Angesichts der Fülle an in der Film-Branche engagierten Wrestling-Stars haben wir diese Herren in einem Punkt zusammengefasst: Als einer der ersten Athleten versuchte sich der legendäre Hulk Hogan in Hollywood. Dank seiner Popularität erzielte der heuer 60 Jahre alt werdende „Hulkster“ einige Achtungserfolge – allerdings trotz und nicht wegen seiner mimischen Qualitäten! Der aktuell größte Star aus der Wrestling-Szene ist Dwayne Johnson. Nachdem sein Kurz-Auftritt in „Die Rückkehr der Mumie“ so gut ankam stieg er in Folge mit „Scorpion King“, "Doom" oder „Fast Five“ zu einer fixen Hollywood-Größe auf. Unvergessen bleibt seine Szene in „Welcome to the Jungle“ wo er mit Arnold Schwarzenegger, der zu diesem Zeitpunkt gerade in die Politik wechselte, abklatschte. Als Action-Spezialist etablierten sich zuletzt aber auch Steve Austin oder John Cena. Zu einer kleinen Nebenrolle in einem Action-Reißer hat es aber beinahe schon jeder in der WWE engagierte „Hau-Drauf“ geschafft.

 

 

Christian Frühwald

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