"Sie haben völlig verdient gewonnen"

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Um 22:05 Uhr war der große WM-Traum geplatzt.

Als Angreifer-Riese Patrick Thomas zum wiederholten Male seinen Hammerschlag auspackte, war es wenige Sekunden später Gewissheit.

Nicht Österreich ist zum zweiten Mal Weltmeister im Faustball, sondern Deutschland hatte mit dem 4:2-Sieg zum zehnten Mal zugeschlagen.

Am Anfang natürlich enttäuscht“

Damit verwehrte der Erzrivale Rot-Weiß-Rot das Sahnehäubchen bei dieser Heim-WM.

Der Final-Fluch spielte dabei eine Rolle: Denn Österreich verlor zum sechsten Mal ein WM-Finale. Im eigenen Land tat das natürlich am meisten weh.

„Am Anfang waren wir natürlich sehr enttäuscht“, schilderte Teamchef Winfried Kronsteiner, der bei der Siegerehrung feuchte Augen hatte.

„Leider nicht aus Rührung. Aber nach so viel intensiver Zeit fällt einfach der ganze Druck ab.“

Nichts vorzuwerfen

Seinen Burschen konnte der Teamchef nichts vorwerfen.

„Deutschland hat verdient gewonnen. Gegen so eine Mannschaft auf diesem Level hätten wir wahrscheinlich noch viel mehr auspacken müssen, als ohnehin schon, um zu gewinnen. Sie waren fehlerfrei und das muss man anerkennen.“

Ähnlich sah es auch Martin Weiß: „Wir können uns nichts vorwerfen, sie waren heute einfach besser.“

Der Teamspieler, der für diese Heim-WM zurückkehrte, und sein letztes Spiel absolvierte nahm die Niederlage letztlich gelassen.

„Ich habe schon meine Goldmedaille und die WM hier war einfach geil“, grinste der Angreifer.

Bittere Momente für Kapitän Weiß

Sein Bruder Dietmar konnte das nicht so gelassen sehen. Der Kapitän spielte nur im ersten Satz und musste dann verletzt ausscheiden.

„Da arbeitest du vier Jahre auf dieses WM-Finale hin und dann muss ich nach dem zweiten Punkt raus. Ich habe schon vor vier Jahren das Finale nicht gespielt. Schlimmer geht’s nicht“, war „Dietz“, der sich bei einem Schlag an der Rippe verletzte, sauer.

Nach den ersten Tränen konnte aber bei der Siegerehrung auch gelacht werden. Die meisten der 7500 Zuschauer, die abermals für eine ausgelassene Stimmung gesorgt hatten, waren noch da.

Und feierten ihre Mannschaft. Die zahlreichen deutschen Fans jubelten indes ihrer Mannschaft, die erstmals seit 1995 wieder den Titel nach Hause holte, zu – auch in Form einer Polonaise.

Österreich musste zum neuen Weltmeister aufblicken, kann sich aber auch in den nächsten vier Jahren ohne Probleme in den Spiegel schauen.

„Wir sind ein würdiger Vizeweltmeister!“.

Die Ansicht Teamchefs könnte nach dem WM-Finale richtiger nicht sein.

 

Bernhard Kastler

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