Flüchtlings-Debatte: Turner mit offenem Brief

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Das Flüchtlings-Drama. Ein Problem, das uns alle angeht. Ein Problem, bei dem wir alle mitanpacken müssen. Ein Problem, vor dem wir nicht die Augen verschließen können.

Das bestimmende Thema der letzten Wochen, ja Monate, scheint allgegenwärtig. Auch Österreichs Sport wird davon durchdrungen. Das reicht vom tollen Engagement von Vereinen und Privatpersonen bis hin zur #ShowYourFaceChallenge, bei welcher heimische Idole eine wichtige Vorbild-Funktion ausfüllen.

Neu ist jedoch eine Ressourcen-Frage. Denn vor rund zwei Wochen wurden Flüchtlinge im Wiener Dusika-Stadion und der angrenzenden Fun- und Sport-Halle einquartiert. Vorwiegend Männer in ersterem, Familien in zweiterer.

Wie auch immer ist das Dusika eine wichtige Trainingsstätte von Wiens Turnern sowie Leichtathleten. Sportler und Coaches reagieren aufgrund der Notwendigkeit der Situation mit Verständnis. Wegen der anhaltenden Schwierigkeiten für den Trainingsbetrieb äußert Österreichs Turnsport-Verband (ÖFT) in einem offenen Brief an Wiens Bürgermeister Michael Häupl und Sportstadtrat Christian Oxonitsch nun den Wunsch nach einer Kompromiss-Lösung (siehe unten).

Foyer als mögliches Ausweich-Quartier?

"Das Foyer ist riesig, das sind tausende Quadratmeter. Es würde keinen stören, wenn dort jemand untergebracht wird", deutet Leichtathletik-Trainer Willhelm Lilge, der die Begebenheiten kennt, eine mögliche Lösung an.

Seine Sportler seien derweil nur peripher von der Sperre betroffen, "weil die Trainingsbedingungen draußen noch sehr gut sind".

Auch der Organisator von "Laufen für Kira" wird nicht müde zu betonen, dass jeder einsehe, dass "hier Bedürftigen geholfen werden muss".

Stadt Wien erwägt Umsiedlung

Von Seiten der Stadt Wien gibt es tatsächlich Bemühungen, eine Umsiedlung ins Foyer ins Auge zu fassen. "Es wird gerade evaluiert, ob eine Parallel-Nutzung möglich ist", erklärt Oxonitsch-Sprecher Florian Weis auf Nachfrage von LAOLA1.

Außerdem singalisiert die Stadt Wien, dass die Verbände mit den Kosten, die durch das Ausweichen entstehen, nicht alleine gelassen werden.

Generell diene das Dusika als Notfall-Unterkunft, weshalb sich dessen Bedarf derzeit fast stündlich ändern könne. Weis: "Es ist eine Notfall-Maßnahme, keine langfristige Lösung. So gesehen ist dies auch eine der ersten Örtlichkeiten, die wir für Flüchtlinge wieder schließen werden."

 

Offener Brief des ÖFT an Wiens Bürgermeister und Sportstadtrat zur Trainingssperre des Wiener Dusikastadions.Das...

Posted by Österreichischer Fachverband für Turnen | Austrian Gymnastics Federation on Mittwoch, 23. September 2015

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