Webers letzter Tanz

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Caro Webers letzter Tanz

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Die Europameisterschaften in der Rhythmischen Gymnastik vom 31. Mai bis 2. Juni in der Wiener Stadthalle sind das nächste internationale Sport-Großereignis in Österreich.

"Kick off" und Auslosung zum Event mit dem Slogan "Catch the fire, get the rhythm!" fanden am Dienstag im Rathaus statt, gespickt mit einer Vorführung von Österreichs Nationalteam-Gruppe.

Die wird im EM-Bewerb letztmals von Caroline Weber angeführt.

Wehmut mit dabei

Die Vorarlbergerin hatte sich schon im Sommer 2012 nach Olympia-Rang 18 in London entschieden, ihre Karriere daheim ausklingen zu lassen.

Zweieinhalb Monate vor dem Abschied von der Gymnastik-Bühne bereut sie diese Entscheidung nicht.

"Mit einer Heim-EM die Karriere zu beenden ist etwas ganz, ganz Besonderes", sagte die 26-Jährige. "Natürlich ist auch ein bisschen Wehmut dabei, aber die Freude ist größer."

Anders bewertet

Die EM-Eröffnung ist exakt für Webers 27. Geburtstag angesetzt, was die Veranstaltung für die 55-fache österreichische Staatsmeisterin noch spezieller macht.

Zusätzlichen Antrieb hat eine per Jahresbeginn vorgenommene Änderung der Bewertungskriterien ("code de pointage") gebracht.

Demnach wird nun mehr Wert auf den Ausdruck und die Musikalität gelegt und nicht mehr so intensiv auf technische Schwierigkeiten.

Mit dem Band zu Wiener Blut

"Das passt mir sehr und es klappt mit meinen neuen Küren auch gut im Training", teilte Weber mit. Wie bei den Spielen mit dem Radetzkymarsch wird die zweifache Olympia-Teilnehmerin auch diesmal eine besondere Note in ihre Vorstellung bringen.

"Ihre Band-Kür tanzt sie zu Wiener Blut, passend zur Wien-EM", verriet Webers langjährige Trainerin Luchia Egermann, auch für den Rest der ÖFT-Elite mitverantwortlich.

Auch Michael Jackson darf nicht fehlen

Mit der Musikwahl für die anderen Geräte gelang Weber und Egermann eine interessante Mischung.

Denn ihre Ball-Darbietung wird die EM-Elfte vom Mehrkampf 2011 zu Rhapsody in Blue von George Gershwin zeigen, die mit der Keule zu spanischer Gitarrenmusik und die Reifen-Kür zu Michael Jacksons "Smooth Criminal".

Letzteres ist nur möglich, da anders als bis zum Vorjahr auch Gesang in einem Musikstück zugelassen ist.

Von Ex-Weltmeisterin entworfen

Während Weber von den vier Geräten nur für das Reifen-Programm ein neues Wettkampf-Kostüm hat, ist das mit der Keule Gebotene punkto Choreografie etwas Besonderes.

Die hat nämlich mit der Bulgarin Maria Petrowa die Weltmeisterin von Wien 1995 entworfen, einst selbst ein Schützling von Egermann.

Daher kommt auch die Verbindung. Weber/Egermann waren zum Einstudieren in Sofia, Petrowa auch in Wien.

Ausdrucksvollere Gymnastik

Für das "Kick off" sind außer der neunfachen Ex-Weltmeisterin Petrowa auch die russischen Olympiasiegerinnen Marina Lobatch (1988) und Alexandra Timoschenko (1992) in das Rathaus gekommen.

Timoschenko hatte dafür nicht weit, lebt sie doch in Wien.

"Ich erwarte mir von den neuen Regeln mehr ausdrucksvolle Gymnastik, nicht so viele Schwierigkeiten. Ich erhoffe mir, viele neue Elemente zu sehen", sagte Timoschenko.

Hoffen auf viele Zuschauer

Für die EM wurde die Agentur e/motion von Herwig Straka engagiert. "Wir brauchen solche Veranstaltungen, um die breite Masse zum Sport zu bekommen", meinte er unter dem Eindruck des Ausgangs der Olympia-Volksbefragung.

Die 5.000-Zuschauer-Halle soll voll, Eröffnung und Gala zum Abschluss inszeniert werden.

VIP-Tische ähnlich beim Tanzen sollen ein besonderes Flair bringen. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen.

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