49er-Duo bremst WM-Erwartungen

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Delle Karth/Resch: Locker zum Olympia-Ticket segeln

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Am Montag greift Österreichs Nummer-eins-Boot in die Segel-WM vor Fremantle ein.

Nico Delle Karth/Niko Resch haben zweimal en suite den Gesamtweltcup der 49er-Klasse gewonnen, im Normalfall zählen sie bei der WM zu den Medaillenkandidaten, doch nach einem Innenbandriss im rechten Knie des Steuermanns Delle Karth liegt der Fokus auf dem Olympia-Quotenplatz, der trotz Handicaps aber Formsache sein sollte.

Danach beginnt die Intensiv-Planung für die Sommerspiele, der Weltcup spielt 2012 nur eine untergeordnete Rolle.

Ziel: Olympia-Ticket

Drei Wochen lang haben sich die beiden 27-jährigen Delle Karth und Resch im WM-Revier vorbereitet, das vormittags drehenden, böigen und nachmittags starken Wind aufbietet. Es ist also abhängig von den Startzeiten der Wettfahrten, mit welchen Bedingungen sich das Duo wird auseinandersetzen müssen.

Die besten 15 Nationen erhalten ein Ticket für London 2012, das sollte einem WM-Rang in den Top 20 gleichkommen. Bei der WM vor Zadar von 4. bis 13. Mai 2012 geht es um die restlichen 25 Prozent der Plätze.

"Wir konnten zwar nicht von Anfang an Vollgas geben, aber doch hin und wieder aufs Wasser. Die Zeit, die wir am Wasser verbracht haben, war sehr effizient und stimmt uns zuversichtlich", teilte der Kärntner Vorschoter Resch der APA mit.

"Der Speed ist gut bis sehr gut. Wir haben einen neuen Mast und neue Segel, die eine sehr gute Kombination ergeben. Die Manöver funktionieren bis 14, 15 Knoten gut bis sehr gut. Darüber hinaus kann sein, muss aber nicht." Man müsse einfach locker bleiben, dann stünde einer erfolgreichen Regatta nichts im Wege.

Erwartungsdruck spürbar

Delle Karth/Resch haben sich in den vergangenen Jahren mit konstanten Erfolgen einen guten Namen ersegelt, die Erwartungen sind nun stets auch im rot-weiß-roten Lager groß.

"Man spürt es bei Veranstaltungen, wo wir alle zusammen sind. Wenn es allen schlecht geht, hofft man noch auf Delle Karth/Resch, den Erwartungsdruck merkt man. Aber in das Ganze sind wir reingewachsen, und so lange wir unsere Leistung bringen, fühlt es sich gut für uns an", erzählte der Tiroler Delle Karth.

Und wenn man von der Konkurrenz beobachtet werde, dann wisse man auch, dass man etwas richtig gemacht habe. "Da bekommst du die Bestätigung dafür."

Weltcup 2012 sekundär

Eröffnet wird die Saison 2012 mit einem einmonatigen Aufenthalt in Miami, Tests mit dem neuen Boot und Material haben Vorrang, das Duo wird aber auch die Weltcup-Regatta bestreiten.

Ansonsten spielt der Weltcup im Olympiajahr nur eine Nebenrolle, in den vergangenen zwei Jahren hatte er aber hohe Priorität. Das dichte Wettkampf-Programm fruchtete in zwei Gesamtsiegen, war aber auch zäh und kräfteraubend. In Europa haben Delle Karth/Resch vor den Sommerspielen die WM vor Zadar, sowie die Weltcups in Palma und Weymouth als Olympia-Generalprobe eingeplant.

ISAF-Pläne geben zu denken

Ab 2013 wird sich der Weltcup mit einem völlig neuen Gesicht präsentierten, wenn es nach dem Weltverband (ISAF) geht. In Europa haben nur noch Hyeres (Semaine Olympique) und Palma de Mallorca (Trofeo Princesa Sofia) Weltcup-Status, auch die Traditionsregatta Kiel, die Vorzeige-Charakter bei medialer Aufbereitung und Übertragung hat, verliert diesen.

Stattdessen soll verstärkt auch in Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien gesegelt werden. "Die Entwicklung ist ja zu befürworten, die Frage, die wir uns stellen, ist aber, wie sich das finanziell und logistisch ausgehen soll", merkte Delle Karth an. Man brauche wohl drei Boote, außer es werde wie in der Formel 1 einen Zirkus geben, der organisiert von Station zu Station reist.

Wie konkret die Pläne der ISAF aussehen oder wie sie sich umsetzen lassen, wird sich zeigen. Mitunter sind ISAF-Entscheidungen etwas rätselhaft. So musste der 49er heuer in eine Kampfabstimmung gegen das Starboot für die Olympia-Zugehörigkeit von 2016, womit man die aktuell attraktivste Segeldisziplin gegen die älteste antreten ließ. Der 49er, eine Highperformance-Jolle (Zweimann-Skiff), behält nach dem letzten Facelifting ihr Gesicht bis London.

"Kleine Veränderungen gibt es immer wieder, die bemerken aber nur wir", erklärte Delle Karth. Rückblickend meinte er: "Sydney war vom Design her das Maß aller Dinge, alles auf cool. Für Athen hat man alles ein bisserl stabiler gemacht, dass nicht alles kaputt wird. Peking war sicher am Limit. Jetzt ist es eine hochmoderne Klasse."

Wer segelt noch im WM-Team?

In der 49er-Klasse sind bei der WM ab Montag auch Thomas Zajac/Thomas Czajka am Start, weiters sind Lasersegler Andreas Geritzer und die 470er-Damen Lara Vadlau/Eva Maria Schimak im Einsatz.

"Im Laser und 49er sollte uns die Nationenqualifikation gelingen, bei Lara Vadlau und Eva Maria Schimak ist die Ausgangsposition freilich anders. Sie segeln erst seit einem halben Jahr zusammen, man darf von ihnen keine Wunderdinge erwarten", sagte OeSV-Sportdirektor Georg Fundak.

Matthias Schmid und Florian Reichstädter haben bei den Herren im 470er bereits einen Olympia-Quotenplatz geholt.

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