Segel-Olympiasieger ertrunken

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Segel-Olympiasieger beim Training gestorben

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Der Segel-Sport trägt Trauer: Der britische Olympiasieger Andrew "Bart" Simpson ist am Donnerstag bei einem Trainingsunfall in der Bucht von San Francisco ertrunken.

Sein America's-Cup-Team Artemis Racing war mit dem Riesenkatamaran vom Typ AC72 unterwegs, als das Boot auseinanderbrach und der Mast von oben herabstürzte.

Während die meisten der elf internationalen Crew-Mitglieder schnell geborgen und in Sicherheit gebracht werden konnten, blieb der 36-jährige Simpson etwa zehn Minuten unter dem Boot eingeschlossen.

Wiederbelebungsversuche nach seiner Bergung blieben erfolglos.

Beliebt in Seglerkreisen

"Unser gesamtes Team ist zutiefst erschüttert, unser Beileid von Herzen für Andrews Frau und seine Familie", sagte Paul Cayard, CEO von Artemis Racing.

"Das ist eine schockierende Erfahrung, die wir nun durchmachen. Unsere Gebete sind mit Andrew Simpsons Familie, seiner Frau, seinen Kindern, und auch mit dem Rest meines Teams."

Simpson, bester Freund von Artemis-Sportdirektor Iain Percy und Segelstar Ben Ainslie, war aufgrund seines ausgeprägten britischen Humors ein in Seglerkreisen besonders beliebter Sportler.

Erst seit Februar im Team

Der Starboot-Olympiasieger von Peking 2008 und Olympia-Zweite von London 2012 (jeweils mit Percy) war erst im Februar als Stratege zum Team gestoßen.

Verletzt wurde bei dem Unfall nach ersten Berichten der Neuseeländer Craig Monk, Olympia-Dritter in der Finn-Klasse 1992 in Barcelona.

Der 45-Jährige zog sich Blessuren im Nackenbereich zu, die aber nicht lebensgefährlich sein sollen.

Monk, der 1995 zum America's-Cup-Gewinnerteam Neuseelands zählte, wurde in ein Krankenhaus von San Francisco gebracht.

Herausforderer von Oracle

Die anderen tief bestürzten und weinenden Crew-Mitglieder versammelten sich laut einem Bericht des "San Francisco Chronicle" wieder in der Teambasis in Alameda.

Auf der Homepage des America's Cups dokumentierte ein Schwarz-Weiß-Foto mit dunklen Wolken über der Golden Gate Bridge den Gefühlszustand der Segelgemeinde.

Das schwedische Team Artemis ist einer der Herausforderer von Titelverteidiger Oracle im 34. America's Cup, der im heurigen Sommer vor San Francisco stattfindet.

Starke Winde, gefährliche Strömungen

Die Regatta ist das Top-Event des internationalen Segelsports. Ob und wie die Mannschaft ohne Simpson weitermacht, war zunächst ebenso unklar wie die genauen Ursachen für die Kenterung und den Bruch des Bootes.

Die Windgeschwindigkeit zum Zeitpunkt des Unglücks soll nur rund 20 Knoten (37 km/h) betragen haben.

Die Bucht von San Francisco gilt als überaus anspruchsvolles Segelrevier mit starken Winden und gefährlichen Strömungen.

Und der AC72, ein 72 Fuß langer und rund sechs Tonnen schwerer Katamaran mit einem 40 Meter hohen Mast, der laut Österreichs Segelstar Roman Hagara 100 km/h erreichen kann, ist das aktuell am schwierigsten zu steuernde High-Tech-Segelboot.

Erst ein Toter beim America's Cup

Erst im vergangenen Oktober war vor San Francisco ein Katamaran vom Oracle Team USA gekentert. Dabei wurde aber nur das rund zehn Millionen US-Dollar (7,61 Mio. Euro) teure Boot schwer beschädigt.

Vor Simpson war bisher erst ein Segler beim America's-Cup-Training tödlich verunglückt.

1999 starb der Spanier Martin Wizner vom Herausforderer-Team "Bravo Espana", nachdem er von einer herausgebrochenen Scheibe eines Umlenkblocks an Bord am Kopf getroffen worden war.

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