Delle Karth/Resch triumphieren bei Kieler Woche

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Nico Delle Karth und Niko Resch fuhren bei der Kieler Woche den Gesamtsieg in der 49er-Klasse ein, drei weitere OeSV-Boote segeln auf das Podest.

Die Prognosen bewahrheiteten sich, am letzten Regattatag der Olympischen Klassen wehte auf der Förde stürmischer Wind bis zu sechs Beaufort. Bedingungen, die die Finalisten an ihre Grenzen trieb und den vielen Zuschauern am ufernahen Kurs ein höchst attraktives Spektakel bot.

Für die heimischen Protagonisten endete die 119. Auflage der Kieler Woche, gleichzeitig dritte Station des EUROPSAF Sailing Cups und die weltweit größte Segelsportveranstaltung mit einer mannschaftlich tollen Ausbeute.

Selbstvertrauen getankt

In der 49er-Klasse wurden auf dem eingegrenzten Finalkurs drei Wettfahrten mit je zehnminütiger Dauer gesegelt. Das extrem kleine Spielfeld führte bei den pfeilschnellen Skiffs zu zahlreichen Manövern und in Folge der stürmischen Begleiterscheinungen zu etliche Kenterungen.

Nico Delle Karth und Niko Resch kamen auf den kurzen Kursen hervorragend zu Recht, segelten einen Sieg heraus und belegten in den anderen Durchgängen die Plätze zwei und drei.

Damit feiern die Vierten der London-Spiele ihren ersten Gesamtsieg bei der Kieler Woche und tanken ordentlich Selbstvertrauen für die Europameisterschaft, die am kommenden Montag in Aarhus/DEN angeschossen wird.

Zweiter Podestplatz

Thomas Zajac und Tanja Frank beenden die Kieler Woche auf Platz drei, das abschließende Medal Race finalisiert das Nacra17-Duo nach einer fehlerhaften ersten Runde noch auf Rang vier.

Der Sieg geht an den 49er-Olympiasieger von Athen, Iker Martinez, der sich mit der 470er-Weltmeisterin von 2011, Tara Pacheco, die Rümpfe teilt. Hinter den Spaniern landete das australische Duo Waterhouse/Darmanin auf Platz zwei.

Der dritte Gesamtrang bedeutet für Zajac/Frank nach dem Sieg am Gardasee den zweiten Podest-Platz im Rahmen des EUROSAF Sailing Champions Cup. Damit bauen die heimischen Multihull-Asse ihren Vorsprung in der Weltrangliste weiter aus.

Geschlossen stark

Für Matthias Schmid und Florian Reichstädter endet die Kieler Woche ebenfalls mit einem Happy End. Die Olympia-Neunten von 2012 segeln im Medal Race auf Rang drei und bekommen dafür Bronze umgehängt.

Damit melden sich die für den YC Breitenbrunn startenden Wiener nach der verpatzten Europameisterschaft wieder lautstark zu Wort. Der Sieg ging an den London Olympiasieger Luke Patience, der mit Joe Glanfield, Olympiazweiter von 2008, im Boot sitzt.

Bei den Damen schaffen Lara Vadlau und Jolanta Ogar ebenfalls den Sprung aufs Podest, die Vize-Europameisterinnen von Formia beenden das Medal Race auf Rang vier und müssen sich punktegleich mit den beiden ersten Booten mit Rang drei begnügen.

Kennenlernen mit Rio

Auf Kiel folgt nun Aarhus, wo ab kommenden Montag um die EM-Medaillen in der 49er-Klasse gesegelt wird.

Neben Nico Delle Karth und Niko Resch sind auch Benjamin Bildstein und David Hussl, die sich vor Kiel mit Platz 16 behaupten konnten, an der Linie.

Das heimische 470er-Sixtett bricht am 5. Juli zum ersten Olympiatrainingslager nach Rio de Janeiro auf.

 

Stimmen:

Nico Delle Karth:

„Dieser Sieg tut sehr gut, das Finale war topbesetzt und technisch ungemein anspruchsvoll, das gibt enorm viel Selbstvertrauen und lässt uns optimistisch nach Aarhus übersiedeln. In Kiel zu gewinnen ist wie ein Wimbledon-Triumph im Tennis, wir sind ungemein stolz das uns das gelungen ist. Niko war die ganze Woche über nicht fit und musste hart auf die Zähne beißen, er hat sich ein Extralob verdient.“

Lara Vadlau:

„Bei Punktegleichheit entscheidet die Platzierung im Medal Race und da hatten die anderen die Nase vorne. Wir haben hier recht lange gebraucht um auf Touren zu kommen und sind dann bis zum Schluss um den Gesamtsieg mitgefahren, der dritte Platz geht absolut in Ordnung.“ 

Matthias Schmid:

„Es war bis zum Schluss extrem spannend, zwischen den ersten Booten lagen nur wenige Meter, wir hätten noch gewinnen, aber genauso gut auch vom Podium fliegen können. Nach den phasenweise sehr schlechten Wettfahrten im Grunddurchgang ist dieser Ausgang für uns sehr positiv. Wir haben bestätigt bei der Musik dabei zu sein, der dritte Platz ist unser bestes Kiel-Ergebnis überhaupt.“

Thomas Zajac:

„Die Woche war aufgrund der Schäden am Großsegel alles andere als einfach. Wir haben punkto Material nicht aus dem Vollen schöpfen können, umso mehr freut uns der dritte Platz. Zumal wir sowohl bei Leicht- als auch bei Starkwind Wettfahrten gewonnen haben, was zeigt, dass wir bei allen Bedingungen top sein können. Das nächste Highlight haben wir in Den Haag, wo wir ab 12. Juli trainieren und zehn Tage später um die WM-Medaillen segeln.“

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