Das war keine schlechte WM

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Ein letztes Mal "Ni hao" aus Shanghai,

die WM ist zu Ende, meine Sachen sind aber noch nicht gepackt. Schließlich fliegen wir erst Montag gegen Mitternacht zurück nach Wien. Heute werden wir noch in die Stadt schauen und die WM gemütlich ausklingen lassen. Während dem ganzen Wettkampfstress sind wir ja kaum zum Reden gekommen, das wird heute nachgeholt!

Ich freue mich schon sehr auf zu Hause: auf meine Eltern, die ich seit fünf Wochen nicht gesehen habe, meine Freunde und die heimische Küche. Ich kann es kaum erwarten, wieder Mama’s Schnitzel zu genießen – Reis und Nudeln hatten wir hier in letzter Zeit ja zur Genüge. Zudem freue ich mich auf meine Wohnung. Das Leben in den Hotels ist zwar nicht schlecht, aber der wenige Freiraum geht einem auch irgendwann auf die Nerven. Wien ist immer eine Stadt, auf die ich mich sehr freue.

Was nehme ich aus Shanghai mit - außer Souvenirs für meine Lieben? Ich bin nicht unzufrieden mit meinen Ergebnissen, aber mich ärgert es schon, dass ich nicht das habe abrufen können, was ich mir vorgenommen habe – nämlich was ich glaube, im Stande bin zu leisten.

Allgemein hat sich unser Team, auch wenn wir zum ersten Mal seit 2003 keine Medaille bei einer Langbahn-WM geholt haben, wacker geschlagen. Vielleicht ist der eine oder andere enttäuscht, aber es muss auch festgehalten werden: Das war eine Weltmeisterschaft und kein Kindergeburtstag. Hier ist die WM-Elite geschwommen. Es gibt keine Wettkämpfe, die höher einzustufen sind. Deshalb können wir mit dem Gesamtergebnis zufrieden sein – das war keine schlechte WM!

Ein Jahr vor Olympia ist das OSV-Team auf dem richtigen Weg. Jördis (Steinegger, Anm.) hat sich heute nach Markus (Rogan, Anm.) und Dinko (Jukic, Anm.) auch schon qualifiziert, zudem wird die Herren-Kraul-Staffel dabei sein.

Das ist zu diesem Zeitpunkt ein gutes Zeichen, ich denke es werden noch ein paar von uns dazukommen. Eine Medaille in London zu erringen wird allerdings sehr, sehr schwer. Markus und Dinko sind unsere zwei Kandidaten dafür, aufgrund der Konkurrenz muss aber noch hart gearbeitet werden. Bei den Beiden ist aber davon auszugehen, dass sie das tun werden.

Für mich ist Olympia kein Thema, meine Disziplinen (50m Delfin, 50m Rücken, Anm.) sind ja nicht olympisch. Für mich war hier auch wichtig, dass ich so früh wie möglich die EM-Limits erbracht habe und nicht hinterherschwimmen muss. Mein nächstes Ziel ist die Kurzbahn-EM in Polen im Dezember. Die Kurzbahn liegt mir sowieso mehr als die Langbahn, ich freue mich schon darauf.

Ich denke, ich werde auch die Langbahn-EM im Mai 2012 in Antwerpen in Angriff nehmen. Aktuell spricht nichts dagegen. Sicherlich denke ich schon an die Zeit nach dem Schwimmen, ich bin schließlich 26. Aber ich kann jetzt nicht sagen, wann ich wirklich aufhöre.

Jetzt geht es aber sowieso erst einmal in den Urlaub. Ich werde mit Freunden und Schwimmern hauptsächlich in Europa unterwegs sein, mich da und dort einklinken. Nach anstrengenden Wochen freue ich mich jetzt schon sehr darauf – euch wünsche ich noch einen schönen Sommer und dass die Sonne in Österreich schnell ein Comeback feiert!

Eure Fabienne

PS: Ich habe meine Stimme wieder – „rechtzeitig“ zum Abflug…

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