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"Eine Staffel ist Teamwork"

Die WM-Staffelbewerbe über 4 x 200 m Kraul am Donnerstag und Freitag in Shanghai bieten den österreichischen Teams eine ausgezeichnete Möglichkeit auf die Qualifikation für Olympia 2012.

Die Top 12 sind in London jeweils fix dabei, wobei bei den Damen 18 und bei den Herren nur 17 Nationen genannt haben.

Die jeweils restlichen vier Plätze für die Spiele werden per 1. Juni 2012 an jene Staffeln mit den bis dahin weiteren schnellsten Zeiten vergeben.

Für Österreichs Damen-Equipe ist das Top-12-Ziel trotzdem recht schwierig zu erreichen, auch wenn sie dafür am Donnerstag nur sechs Quartette hinter sich lassen muss.

"Keine international starke Kraulerin dabei"

"Wir haben halt keine international starke 200er-Kraulerin dabei", meinte Steinegger dazu, als einzige OSV-Teilnehmerin über die entsprechende Einzelstrecke mit österreichischer Saisonbestzeit von 2:01,06 Minuten nur auf Rang 30 gekommen. Über ein geschlossenes Kollektiv soll es vielleicht doch klappen.

Im vergangenen August bei der Budapest-EM gab es durch Steinegger, Verena Klocker, Birgit Koschischek und Nina Dittrich einen ersten Staffel-Versuch, bei nur acht Nennungen waren die Vier direkt im Finale gestanden.

Mehr als der achte und letzte Platz resultierte daraus aber nicht. Mit den damals erzielten 8:10,76 Minuten ist die OSV-Truppe den WM-Nennzeiten nach auf Rang 15 gereiht.

Diesmal lautet die Reihenfolge Steinegger, Koschischek, Eva Chaves Diaz und Dittrich.

Die erst 16-jährige Chaves Diaz gibt ihr WM-Debüt, wie bei den Herren Christian Scherübl ist sie in Shanghai nur im Staffel-Einsatz. "In einer Staffel hast du zusätzliche Motivation, du bist ja nicht allein", erklärte die Steirerin der APA.

"Bist verantwortlich für drei andere"

"Und da gibt es drei andere, für die du verantwortlich bist." Chaves Diaz war vor drei Wochen bei den Jugend-Europameisterschaften in Belgrad zweimal als Vierte knapp am Podest vorbeigeschrammt.

Der Familienname stammt von ihrem aus Costa Rica gekommenen Vater, die Mutter ist Österreicherin. Die Athletin des USC Graz hat über 200 m Kraul die zweitbeste OSV-Saisonzeit stehen.

Dittrich liegen dagegen eher die 800 und 1.500 m, Koschischek die 100 m. Dittrich: "Ich rechne mir von vorneherein nichts aus. Wenn wir aber gut reinkommen, ist alles möglich." Koschischek hat in der gleichen Session davor ihre 100 m Kraul, sie muss also "beißen".

Herren rechnen mit Finaleinzug

Bei der OSV-Staffel der Herren liegen die Dinge anders. Mit Olympiarang neun von Peking steht ein Spitzenergebnis, nicht zu vergessen das sensationelle EM-Bronze von Eindhoven 2008.

Die diesmalige Aufstellung lautet Brandl, Scherübl, Markus Rogan und Dinko Jukic. Wie bei den OSV-Damen wurden in den vergangenen Tagen die Übergaben geübt.

Insgeheim rechnen alle sogar mit dem Finaleinzug. "Es wäre der erste für Österreich mit einer Staffel seit Ende der Monarchie", hat Rogan schon vor längerem festgestellt.

"Scherübel ist unser Kücken"

Scherübl fühlt sich als "Teamplayer" und hat kein Problem damit, dass er sich nur auf diesen Bewerb vorbereitet hat. Mit Jugend-EM-Gold über 200 und 400 m Kraul hat der Grazer Anfang Juli den Durchbruch geschafft.

Brandl war wie Rogan und Jukic schon in Eindhoven dabei, sieht Scherübl voll integriert. "Er ist unser jüngstes Küken", meinte der Oberösterreicher über den 17-Jährigen.

"Eine Staffel ist Teamwork." Scherübl war bei seinem Finalsieg in Belgrad nur 69/100 Sekunden langsamer als Rogan im WM-Bewerb.

"Können vorne mitmischen"

Startschwimmer Brandl ist für seine Leistung zuversichtlich: "Ich glaube, dass es ziemlich gut gehen wird. Und Dinko ist in Form, er wird sicher auch da stark sein." Jukic: "Mit so einer Mannschaft können wir vorne mitmischen."

Keiner der Vier wollte jedoch vorerst näher darauf eingehen, dass bei einer möglichen NADA-Verurteilung von Jukic infolge des am 24. Mai nicht zustande gekommenen Dopingtests am nächsten Mittwoch u.a. auch das Staffel-Ergebnis annulliert werden könnte.

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