Schweinzer geht auf London-Quali über 10 km los

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Das Freiwasser-Schwimmen wird bei den Spielen in London zum zweiten Mal nach Peking 2008 olympisch sein.

Und erstmals könnte sich ein Österreicher für diese 10-km-Distanz qualifizieren. Der Steirer Matthias Schweinzer bestreitet am Sonntagvormittag vor Setubal in Portugal das entscheidende Rennen um die noch 14 freien Tickets im 25-köpfigen London-Feld, ein Top-Ten-Platz würde ihm fix die Teilnahme bringen.

Schweinzer nur Außenseiter

Die Top Ten der WM 2011 in Shanghai sind schon seit vergangenem Juli qualifiziert, dazu kommt als Vertreter des Veranstalterlandes ein Brite.

Der Rest sucht nun im Flussdelta des Gambia Pontes seine zweite Chance. Und unter diesen 55 Teilnehmern aus 36 Nationen sind einige WM-Medaillengewinner früherer Jahre.

Das macht die Sache für Schweinzer nicht leichter, der 22-Jährige geht aber auch so als Außenseiter in die rund zwei Stunden dauernde Konkurrenz.

London wäre tolle Zugabe

Sein Fokus ist ganz klar auf die Spiele 2016 in Rio de Janeiro ausgerichtet, dahingehend liegt er bestens im Plan.

Sollte es schon für London 2012 klappen, wäre das eine tolle Zugabe. Sein bisher letztes von nur vier bestrittenen 10-km-Rennen hat dem Grazer im April vor Cancun Weltcuprang 22 gebracht, das gibt für die Olympia-Qualifikation Hoffnung.

Denn die aus gesamt acht Ländern kommenden WM-Top-10 sind im Gegensatz zum Mexiko-Bewerb in Portugal nicht startberechtigt, ebenso wie deren Landsleute.

Platz außerhalb der Top Ten könnte reichen

Die ersten neun sind in London fix dabei. Die restlichen fünf Tickets gehen an den jeweils Nächstbesten der fünf Kontinente, dessen Heimat darf aber noch keinen qualifizierten Aktiven haben.

Schweinzer könnte unter Umständen auch ein Platz außerhalb der Top Ten reichen.

Allerdings kommen rund 80 Prozent aller Teilnehmer aus Europa. "Deswegen wartet auf mich ein harter Tanz", meinte Schweinzer zu seinen Erwartungen. "Doch genau diese schwierige Situation macht den großen Reiz aus."

Fluss nicht wärmer als 18 Grad

Der Athlet des ATUS Graz ist am Dienstabend via Flug nach Lissabon und anschließender Busfahrt in den Süden Europas gereist, nutzt die ihm bis zum Rennen bleibenden vier Tage zum Training in Pool und auf der Strecke.

Schweinzer wird wie alle anderen in einem textilen Ganzkörperanzug schwimmen, kalt wird es während des Wettkampfs jedoch trotzdem. "Da der Atlantik bei rund 18 Grad liegt, wird der Fluss sicherlich nicht wärmer sein."

In der vergangenen Wochen war Schweinzer wie schon vor den Hallen-Staatsmeisterschaften im März durch eine Bronchitis gehandicapt, mittlerweile ist er wieder fit.

Schweinzer ist Asthmatiker

Nicht förderlich ist allerdings, dass er seit seinem 4. Lebensjahr Asthmatiker ist.

"Die medikamentöse Behandlung konnte zwar eine Verschlechterung aufhalten, aber meine Lungenfunktion nicht verbessern", sagte der OSV-Athlet dazu.

Gerade deswegen ist Schweinzer aber ein Kämpfer, so leicht lässt er sich nicht unterkriegen.

Coach hält von Österreich aus die Daumen

Eine Stelle des Setubal-Kurses möchte der Gesamtzweite des Europacups 2011 ganz genau studieren, eine starke Strömung wird sie zum Kriterium machen.

Unterstützt wird er vor Ort von Trainerin Sabine Lizatti, sein Hauptcoach Christoph Schreiner wird demnächst Vater und hält von Österreich aus die Daumen.

"Matthias muss vorne mitgehen, solange es geht", erklärte Schreiner der APA. "Er hat nichts zu verlieren, nur zu gewinnen und wird topmotiviert an den Start gehen."

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