Die erste Runde geht an Lochte

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US-Schwimm-Ass Ryan Lochte hat seinen Landsmann Michael Phelps am Dienstag erstmals auf Olympia- oder WM-Ebene besiegt.

Der 26-Jährige gewann bei den Langbahn-Weltmeisterschaften in Shanghai über 200 m Kraul in 1:44,44 Minuten, ließ den Olympiasieger über diese Strecke um 35/100 hinter sich.

Titelverteidiger Paul Biedermann sicherte sich Bronze, Silber verpasste der Deutsche nur um 9/100. Aber er rettete 4/100 vor dem südkoreanischen 400-m-Weltmeister Park Tae-hwan Rang drei.

"Bislang am meisten gefordert"

Das mit Spannung erwartete Finale verlief lange Zeit ausgeglichen, bei der 150-m-Marke war der letztlich mit nur 55/100 Rückstand fünftplatzierte Franzose Yannick Agnel Zweiter gewesen.

Doch da hatte Lochte nach Halbzeitrang drei schon die Führung übernommen, ließ auf der Schlusslänge den Vorsprung auf Phelps nur noch leicht schrumpfen.

"Jeder wollte vorne weg, ich bin wie immer geschwommen", sagte Lochte cool. "All die harte Arbeit hat sich rentiert. Aber dieses Rennen hat mich bisher am meisten gefordert."

Spielender Auftakt

Phelps war mit seinem zweiten Platz nicht unglücklich, sah seine Leistung als wegweisend in Richtung Olympia 2012. "Es geht in die richtige Richtung. Ich kann vor allem zu Rennbeginn superleicht Geschwindigkeit aufbauen."

Biedermann war ein bisschen enttäuscht, Phelps nach seinem WM-Erfolg in Roms Ganzkörperanzug-Endlauf nicht wieder hinter sich gelassen zu haben.

"Dieses Rennen hatte das Potenzial für ein Olympia-Finale, es war sehr hart. Ab jetzt bereite ich mich auf die Spiele vor, jeder Tag zählt."

Zweimal Frankreich

Einen französischen ex-aequo-Sieg von Euroapmeister Camille Lacourt und Vize-Europameister Jeremy Stravius gab es in 52,76 Sekunden über 100 m Rücken, wodurch die "Equipe Tricolore" am dritten Wettkampftag der Langbahn-Bewerbe in der Medaillenwertung mit einem Schlag vom neunten auf den dritten Rang vorrückte.

Der Japaner Ryosuke Irie holte nach Silber 2009 diesmal in 52,98 Bronze.

Nächste junge Chinesin

Im Kraul-"Marathon" der Damen setzte sich klar Lotte Friis durch. Die dänische 800-m-Weltmeisterin von Rom 2009 schlug in 15:49,59 Minuten an, 6,01 Sekunden vor der US-amerikanischen 2007-Weltmeisterin Kate Ziegler.

Rang drei ging an die 17-Jährige Lokalmatadorin Li Xuanxu. Einen chinesischen Sieg gab es über 100 m Rücken, Zhao Ying blieb in 59,05 Sekunden allerdings nur 1/100 vor Anastasia Zuyeva.

"Ein Fehler am Start hat mir diese Zeit gekostet", sagte die Russin. US-Ass Natalie Coughlin wurde Dritte.

Soni souverän

Schließlich kam es über 100 m Brust zum spannungsgeladenen Duell der US-Amerikanerin Rebecca Soni mit der Australierin Leisel Jones.

Die 24-jährige Soni war aber letztlich in 1:05,05 Minuten zu überlegen, verteidigte ihren Titel vor der nach Olympia 2008 für einige Zeit leiser getretenen, siebenfachen Ex-Weltmeisterin Jones.

"Da wartet bis Olympia noch viel Arbeit auf mich", sagte die 25-Jährige. Mit Bronze durch Ji Liping ging auch hier eine Medaille an. Im Medaillenspiegel übernahm die USA vor China die Führung.

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